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Schlagwort-Archive: sexueller Missbrauch

Der Theologe aktuell – 2019

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Der Theologe aktuell – 2019

13.2.2019 – Dem stummen Frühling entgegen – Das in Bayern erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen“ lenkt die Aufmerksamkeit auf eine schleichende Entwicklung der Ausrottung der Tierwelt auf dieser Erde, weil der Ego-Mensch in seinem Wahn ihnen den Lebensraum nimmt, da er glaubt, dies zu dürfen – auch, weil er von den Kirchen zur „Krone der Schöpfung“ und zum Maß aller Dinge hochstilisiert wurde, der angeblich allein den Himmel erben werde, während die Tiere bei ihrem Tod angeblich zugrunde gehen würden, So soll man im katholischen Himmel zwar über 250 Päpste antreffen, aber kein einziges Tier mehr.
Die positive Seite des allmählichen Aussterbens der Tierwelt: Der Schöpfergott erhört den Hilfeschrei der gequälten Tiere und Pflanzen und nimmt die unschuldige Tierwelt, die den Menschen auf der Erde begleitet, damit dieser in die Einheit allen Lebens hätte finden sollen, allmählich zurück, um sie vor weiteren grausamsten Foltermartern zu schützen.
https://www.theologe.de/ausrottung_der_tiere.htm

 

31.1.2019 – Holocaust: Die Vertuschung der Rolle der Kirche – Holocaust-Gedenken im Deutschen Bundestag am 31.1.2019 – Vertuscht wird unter anderem, dass die evangelische Kirche 500.000 Bürger, überwiegend eigene evangelische Kirchenmitglieder, brandmarkte, dass auch jüdisches Blut in ihren Adern fließe (in der katholischen Kirche war es wohl ähnlich). Damit wurden sie für die schon gegenwärtige Verfolgung und spätere Vergasung identifiziert. Historiker sprechen von einer „Christenverfolgung innerhalb der Kirche“ – nur eine von vielen Christenverfolgungen der Kirche, die Jahrhunderte lang immer wieder Nachfolger von Jesus rufermorden, bekämpfen und hinrichten ließ – erinnert sei nur an die „Täufer“ des 16. und 17. Jahrhunderts – und die hinterher immer so tat, als sei sie eine „moralische Instanz“. Der Sachverhalt, der in den Jahren 1933 und 1934 begann, siehe unter https://www.theologe.de/theologe4.htm#Rassekundliche_Forschung
Und es ist bei weitem nicht der einzige Anteil der Kirche am Vollzug des Holocaust, wie diese Ausgabe des „Theologen“ an unzähligen weiteren Beispiel nachweist.

 

ross_und_reiter17.1. / 19.1.2019 – Kirche als Geldansaug-System – Prognose bis 2023: Immer mehr Euro-Milliarden trotz rasantem Vertrauensverlust – Kommunen immer ärmer, Kirche mit ihrer Ausmerzungs-Doktrin immer reicher Die regierenden Parteien und ihre führenden Politiker wollen es so – Jahr für Jahr neue Geld-Rekorde: 2018 nahmen die beiden zahlenmäßigen Großkirchen Evangelisch und Katholisch wegen der automatischen Anbindung an das staatliche Steuersystem mit 12,6 Milliarden € so viel durch die  (unter dem Katholiken Adolf Hitler eingeführte) Kirchensteuer ein wie nie zuvor; obwohl sie jedes Jahr ca. eine halbe Million Mitglieder verlieren.
Ähnliches gilt für die Nachbarländer. So sind die Kirchenaustritte z. B. in der römisch-katholischen Kirche in Österreich im Jahr 2018 im Vergleich zu 2017 um 8,7 % gestiegen. (Zeit im Bild, 9.1.2019)
In Deutschland
zahlte im Jahr 2018 ein Katholik im Durchschnitt 291 €, ein Protestant 278 €, so das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) unter der Überschrift Geldsegen für die Kirche (iwkoeln.de, 14.12.2018) – wobei die Beträge meist weit höher liegen, da viele Mitglieder noch keine Steuern zahlen. z. B. die aufgrund der Forderung des Dogmas und der damit verbundenen Höllendrohungen neu rekrutierten Babys.

Nach dem Motto „Für die Reichen noch mehr Geld“ gibt es darüber hinaus für beide Großinstitutionen Jahr für Jahr ca. 18 weitere Milliarden € im Jahr aus dem allgemeinen Steueraufkommen an Staats-Subventionen und Steuerbefreiungen, dazu weitere ca. 50 Milliarden € im Jahr für die sozialen Dienste von Caritas und Diakonie, für welche jedoch ausschließlich die Kirchen die gesellschaftliche Anerkennung ernten und die Personalpolitik kirchenkonform bestimmen.
Hinzu kommen die erfolgeichen Bitten um Spenden oder das Ausnehmen von Gläubigen, indem man ihnen zum Beispiel auf vatikanischer Seite vorgaukelt, Gelder für die Kirche könnten das jenseitige Schicksal ihrer verstorbenen Verwandten günstig beeinflussen; z. B., indem für sie „Messen gelesen“ werden, verbunden mit so genannten Mess-Stipendien, wo man oft noch einen weiteren Umschlag mit Geld zu den offiziellen Gebühren hinzu legt, oder durch entsprechende Erbschaften.

Die herrschenden Parteien setzen dabei weiterhin das Verfassungsgebot außer Kraft, das schon seit 1919 (Weimarer Reichsverfassung) und dann noch einmal seit 1949 (Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland) bestimmt, wenigstens einen Teil der Staats-Subventionen für Kirche zu beenden, die nach Untersuchungen des Historikers Karlheinz Deschner „wie keine andere Organisation der Welt“ „zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist“. (zit. nach Die beleidigte Kirche, S. 42 f.)
Doch wenn nur Kirchenlobbyisten regieren, braucht die Verfassung hier offenbar nicht mehr wirklich zu interessieren.
Ein Beispiel dafür: Das Quartett aus vier Frauen vom Zentralkomittee der Katholiken mit Annegret Kramp-Karrenbauer und Julia Klöckner (beide CDU) und Andrea Nahles und Malu Dreyer (beide SPD). Man trifft sich unter kirchlicher Schirmherrschaft.

Nach Hochrechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft würde die Explosion an Kirchensteuereinnahmen sich weiter fortsetzen. Für 2023 wird der hochgerechnete Betrag auf über 15 Milliarden Euro geschätzt. Dabei ist der Vertrauensverlust in der Bevölkerung rasant. Das Meinungsforschungsinstitut forsa ermittelte Anfang 2019, dass nur noch 18 % der Bevölkerung der katholischen Kirche vertrauen (bei den Evangelischen sind es immerhin noch 38 %, jedoch auch mit stark sinkender Tendenz) gegenüber beispielsweise 41 % Vertrauen gegenüber der Presse. Doch auch hier sinkt das Vertrauen. So kursierte eine Zeitlang der Begriff „Lügenpresse“ in Teilen der Bevölkerung aufgrund bestimmter Vorfälle und Tendenzen, und auch hier nehmen Ideologie-Gebundenheit und Sensationslüsternheit statt Suche nach Wahrheit rasant zu. Trotzdem vertrauen der „Presse“ immer noch mehr als doppelt so viel Bürger wie den Bischöfen und Priestern der Vatikankirche, in der eine milieubedingte Verbrechensdichte bei Vergewaltigung von Kindern (verharmlosend unter dem Begriff „sexueller Missbrauch“ mit „eingeordnet“) weltweit von immer größerem Ausmaß ans Tageslicht kommt.

Auch das Desinteresse an den Sonntagspredigten der Priester und Pfarrer steigt rapide. So veröffentlichte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern in ihrem Jahresbericht 2017/2018, dass die Anzahl der Gottesdienstbesucher unter den eigenen Mitgliedern nur noch bei ca. 3,3 % liegt (idea.de, 16.1.2019). Bei den Katholiken dürfte es aufgrund der „Sonntagspflicht“ mit entsprechenden Drohungen hinsichtlich des angeblichen Seelenheils noch etwas höher sein.

Wie ist das also möglich, dass dem Niedergang von sündenschweren Institutionen, die sich nur zum missbräuchlichen Schein auf Jesus von Nazareth berufen (denn Er hat solche Kirchen mit Priestern, Dogmen und Sakramenten und teilweise absurden Glaubensforderungen nie gewollt) mit Staats- und Steuergeldern aller Bürger gleich einem „Geldansaug-System“ entgegengewirkt wird? Sogar Papst Benedikt XVI. hatte doch im Jahr 2011 beklagt, dass die Kirche einfach zu viel Geld habe?

Es sind letztlich die Politiker, bis zur Hörigkeit systemtreue „Kirchenschafe“, die in Deutschland ein weltweit einmaliges Finanzierungssystem für ihre Religion organisiert haben und immer in der ersten Reihe sitzen dürfen, wenn die Priesterkaste predigt, während die Priesterkaste in der ersten Reihe sitzt (und bei gesellschaftlichen Anlässen laut offiziellem Protokoll zuerst begrüßt werden muss), wenn die Politiker ihre Politik vorstellen. Dabei lassen sie sich nicht nur ihre Waffenexporte von den Klerikern absegnen, sie bewegen sich umgekehrt auch im Kielwasser der Ausmerzungs-Doktrin der Kirchen-Institutionen, welche in der Vatikankirche z. B. wörtlich unter anderem lautet:
„Die Kirche hat … die Pflicht, … beständig mit größtem Eifer über das Heil der Seelen zu wachen. Deshalb muss sie mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist … Somit kommt der Kirche … nicht nur das Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu verurteilen, wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das [angebliche] Heil der Seelen fordern“ (zit. nach Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 382) 
– was früher durch Morde, Hinrichtungen und Kriege geschah und heute durch Rufmorde angeblich kirchlicher „Experten“ und Versuche der Existenzvernichtung; vor allem dann, wenn die Kirchenverantwortlichen ihre Ansprüche gefährdet sehen. Und noch immer ist die Kirche der Reiter, welcher den Staat gleich einem Ross nach ihren Vorstellungen lenkt. Wie lange noch?

Der Sänger Reinhard Mey brachte vieles davon auch unverblümt in dem Lied Sei wachsam auf den Punkt, zum Beispiel in dem Liedvers: „All das Leimen, das Schleimen ist nicht länger zu ertragen / Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen: / Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: / Halt du sie dumm, – ich halt’ sie arm!“

„Arm“ im wahrsten Sinne des Wortes – auf die meisten öffentlichen Kassen bezogen im Gegensatz zu den Kirchenkassen: Denn während die gewählten Politiker auch hinnehmen, dass bei extremster Staatsverschuldung auch die Schulden der meisten bürgerlichen Kommunen Jahr für Jahr ansteigen, fördern sie, dass sie weitere Schulden machen, um einen Teil der Kredite den reichen Kirchen zusätzlich „vorne und hinten“ quasi „reinstecken“ zu können. Aber gleich anderen Auswüchsen des klerikalen Systems Baal wird dieses Geldansaug-System früher oder später wegen der eigenen Verbrechen und Vergehen der Geldempfänger zu Fall kommen.

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Päpstliche Beteuerungen, streng gegen Kinderschänder-Verbrechen von Priestern vorzugehen: „Alles nur Fassade“

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Päpstliche Beteuerungen, streng gegen Kinderschänder-Verbrechen von Priestern vorzugehen: „Alles nur Fassade“

Man könnte von „Menschenopfern“ unserer Zeit sprechen. Die von Tausenden von katholischen Priestern vergewaltigten Kindern werden nicht – wie in früheren grausamen Religionskulten – getötet, aber viele sprechen von „Seelenmord“, und nicht selten begingen die Opfer später Selbstmord.
Nun wurde der nächste Bericht darüber der Öffentlichkeit vorgestellt. Allein in Teilen des US-Bundesstaats Pennsylvania haben 300 bis 400 katholische Priester Tausende von Kindern innerhalb von 70 Jahren sexuell missbraucht, vergewaltigt, Jungen und Mädchen. Die Würdenträger „haben alles versteckt“, Schwerverbrecher wurden immer nur auf eine andere Pfarrstelle versetzt, begingen dort neue Schwerverbrechen. „Die Kirche hat ihre Institutionen geschützt – kostete es, was es wolle“ heißt es in einem neuen Bericht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie gar nicht alle Täter ermitteln konnte. (focus.de, 15.8.2018)
„In einem Fall soll ein Priester ein siebenjähriges Mädchen in einem Krankenhaus vergewaltigt haben, nachdem ihr die Mandeln entfernt wurden. Ein weiterer Beschuldigter soll einen neunjährigen Jungen dazu gezwungen haben, ihn oral zu befriedigen. Danach ´reinigte` er demnach den Mund des Kindes mit Weihwasser.“ (spiegel.de, 16.8.2018)

Dass die Verbrechen der noch lebenden Würdenträger meist als „verjährt“ gelten und deshalb strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden, hat System. Im Kirchenapparat wurden sie nicht der Polizei gemeldet und auch innerkirchlich nur mit Samtpfoten angefasst, wie auch aktuelle Beispiele belegen.

Männer immer höherer Amts-Ränge sind von den Anklagen betroffen, Kinder und Jugendliche vergewaltigt zu haben oder von Priestern begangene Verbrechen dieser Art vertuscht zu haben.
Im Juli 2018 berichten die Medien z. B. über den Erzbischof von Washington D.C. Theodore McCarrik, mittlerweile im Ruhestand. Beim Nachrichtendienst katholisch.de ist zu lesen, dass McCarrick junge Priesteranwärter sexuell missbraucht haben soll“ und „mindestens auch zwei Minderjährige; vielleicht sogar mehr“ (25.7.2018). Papst Franziskus entzog ihm daraufhin den Kardinalstitel und ordnete ein „abgeschiedenes Leben in Gebet und Buße“ an – bis zum Abschluss eines so genannten „kirchenrechtlichen Verfahrens“.

Nicht alle Tageszeitungen und Magazine in Deutschland wollten darüber zur Tagesordnung übergehen. So ruft die Nordwest-Zeitung in Oldenburg weitere bekannt gewordene Beispiele der jüngeren Vergangenheit in Erinnerung und kommentiert dazu am 30.7.2018:
„Null Toleranz beim Thema sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche: Das sind die Worte von Papst Franziskus. Doch seine Taten sagen etwas ganz anderes. Denn tatsächlich ist es doch so: Erst wenn der Druck der Öffentlichkeit allzu groß wird, wird gehandelt. Und auch das nur halbherzig.“
So hat Franziskus annähernd zur gleichen Zeit den Amtsverzicht von Erzbischof Philip Wilson aus Adelaide in Australien angenommen, der kurz zuvor von einem staatlichen Gericht zu einem Jahr Gefängnis wegen Vertuschung von Sexualverbrechen an Kindern verurteilt worden war. Doch erst nach diesem Urteil eines staatlichen Gerichts hatte der Papst gehandelt, und erst, nachdem sogar der australische Premierminister ihn in einem Brief dazu aufgefordert hatte, Wilson, der trotz der Vorwürfe zunächst nicht zurücktreten wollte, doch bitte abzuberufen.

Ein anderes Beispiel ist der US-amerikanische Erzbischof Anthony Apuron aus Guam. Vier ehemalige Ministranten klagen ihn an, sie als Jugendliche missbraucht zu haben, als er noch Gemeindepriester war, und sein eigener Neffe klagt ihn an, als Teenager von ihm vergewaltigt worden zu sein. Daraufhin wurde er kirchenintern erst einmal beurlaubt. Danach dauerte es 1 ½ Jahre, bis beschlossen wurde, ihm den Bischofstitel zu entziehen. Doch es dauerte ein weiteres halbes Jahr, bis der Vatikan diese Entscheidung schließlich verkündet hatte. In der Zwischenzeit nahm Apuron im Bischofsgewand sogar an einer Papstaudienz teil und war, wie zu lesen ist, „in vertraulichem Gespräch mit dem Papst“ (gottes-suche.de). Nach der Urteilsverkündung, über dessen genaue Inhalte der Vatikan schwieg, legte er dann Berufung ein, was zur Folge hatte: Der Schuldspruch der kirchlichen Gremien gilt als nicht rechtskräftig. Außerdem wurde Apuron weder bei der Polizei angezeigt, noch ermitteln die staatlichen Behörden.

Ministranten, kirchliche „Chorknaben“ oder in den Kirchengemeinden engagierte Kinder und Jugendliche sind weltweit die Hauptrisiko-Gruppe für sexuelle Verbrechen von Priestern und Bischöfen. Die Kirche kleidet auch die Jungen in Gewänder ein, die wie Mädchenkleider aussehen, wie kleine Priester. Das Foto zeigt die Regensburger Domspatzen in Deutschland, bei denen Hunderte von Verbrechen aufgedeckt worden waren. (Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license, Michael Vogl)

Kirchenintern muss sich auch sein US-Kollege Kardinal McCarrik unter anderem der Anklage stellen, mindestens zwei Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Hier wird mittlerweile auch bei den anderen Kardinälen in den USA nachgefragt, ob sie davon wirklich nichts gewusst haben. Katholisch.de schreibt z. B. über McCarriks Amtskollegen Farrell: „Kritiker halten es für nur schwer vorstellbar, dass Farrell nicht mindestens von den Vorwürfen gegen den Kardinal [McCarrik] hörte“ (25.7.2018). Die Nordwest-Zeitung schreibt in diesem Zusammenhang über die Praktiken des Vatikans: Die Verdächtigen werden – wie jetzt im Fall des US-Kardinals Theodore McCarrick – meist mit Samtpfoten von ihren Posten entfernt und als Strafe wird ihnen Beten und Bußen ans Herz gelegt. Null Toleranz sieht anders aus“ (30.7.2018).
Selbst für den Entzug des Kardinalstitels für den wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger angeklagten hochrangigen Theologen McCarrick benötigte der Papst laut der innerkirchlichen Regelungen die vorherige Zustimmung des Beschuldigten. Ein Professor für katholisches Kirchenrecht hat die Öffentlichkeit mit folgenden Worten zum Kirchenrecht darüber aufgeklärt: „Der ehemalige Erzbischof von Washington, Theodore McCarrick, hat nur durch sein Rücktrittangebot die Aberkennung seines Kardinalstitels durch den Papst ermöglicht.“ (Prof. Dr. Klaus Lüdecke, zit. nach domradio.de, 31.7.2018)
Das muss man erst einmal auf sich wirken lassen. Der klerikale Verbrecher kann innerkirchlich also nur degradiert werden, wenn er dieser Maßnahme zustimmt. Und hier drängt sich dann die Überlegung auf: Der Papst ist doch selbst der oberste Gesetzgeber der Vatikankirche. Warum hat er denn das kirchliche Recht hier nicht schon längst geändert? Was nützen also markige Worte, wenn dann nicht entsprechende Taten folgen?

Als Papst Franziskus unter dem Motto „Null Toleranz“ im Jahr 2015 zumindest die Einrichtung eines speziellen vatikanischen Gerichtshofes angekündigt hatte, der eigens dafür zuständig sein soll, vertuschende Bischöfe kirchenintern zur Rechenschaft zu ziehen, wurde diese Ankündigung in den Medien hoch gelobt und nahezu gefeiert. Doch bald stellte sich heraus: Es war nur eine Luftnummer. Das Projekt wurde nicht umgesetzt, worüber dann in den Medien aber fast nichts zu lesen war.
Allerdings habe der Papst, so seine Verteidiger, im Jahr 2016 im Kirchenrecht immerhin eine Passage einfügen lassen, dass ein Bischof in Zukunft wegen „mangelnder Sorgfaltspflicht“ seines Amtes enthoben werden könne und dass dies, „besonders im Blick auf die Fälle sexuellen Missbrauchs“ gelte. (zit. nach blog.zdf.de/papstgefluester/2017/09/21)

Doch was ist die tatsächliche Praxis? Obwohl Bischof Apuron nicht nur der mangelnder Sorgfaltspflicht beschuldigt wird, sondern sogar angeklagt wurde, als Priester selbst mehre Jugendliche sexuell missbraucht und seinen Neffen vergewaltigt zu haben, war er 2 ½ Jahre nach Bekanntwerden der mutmaßlichen Schwerverbrechen aufgrund des Tempos der kirchlichen Bürokratie zwar beurlaubt, wie es heißt, aber immer noch nicht seines Amtes enthoben. Auch wurden, wie bereits erwähnt, staatliche Behörden außen vor gelassen. In jedem anderen Fall der Beschuldigung sexuellen Missbrauchs ermittelt die Polizei.

Bei Zehntausenden von Priestern war der Wunsch nach dem Ausleben von Perversitäten mit Kindern nicht nur Teil ihrer sexuellen Phantasie, sondern sie holten sich unzählige Kinder als Opfer. Dabei wurde vorgetäuscht, dies habe auch etwas mit „Gott“ zu tun. Viele Kinder begingen später Selbstmord. Doch die pädokriminellen Täter wurden meist nur versetzt. (Bildausschnitt: Angelo Bronzino 1540-45, Allegoria del trionfo di Venere, The York Project, GNU Free Documentation License).

Und noch ein weiteres Beispiel:
Im Jahr 2017 stieg mit Marie Collins das letzte von ehemals drei Missbrauchsopfern aus der päpstlichen Kinderschutzkommission aus, der sie bis dahin angehört hatte. Als Grund gab sie Unzufriedenheit mit der Arbeit der vatikanischen Glaubenskongregation beim Thema „Kinderschutz“ an. Kein Bischof sei nach den erweiterten vatikanischen Regeln von 2016 offiziell bestraft worden, so Marie Collins. Und der Grund dafür sei nach ihrer Erfahrung möglicherweise „mangelnder Wille“, wie sie sich vorsichtig ausdrückt. (zit. nach blog.zdf.de/papstgefluester/2017/09/21)
Allmählich wird klarer, was im Kommentar der Nordwest-Zeitung weiter im Hinblick auf die Papstworte von „Null-Toleranz“ zu lesen ist: „Beim Thema Missbrauch offenbart sich, dass das alles nur Fassade ist.“

Bei all´ dem innerkirchlichen Wenn und Aber wird sehr oft ein entscheidender Faktor übergangen. Sexualverbrechen und die Deckung und Vertuschung dieser Verbrechen gehören bei allen Menschen bei der Polizei angezeigt. Wie oft müssen sich die Täter jedoch nur vor einer Parallel-Justiz der Kirche verantworten und werden dort mit „Samtpfoten“ behandelt, wie die Nordwest-Zeitung schreibt?
Wo sonst noch in dieser Welt konnten Schwerverbrecher so lange und so unbehelligt so viele Kinder vergewaltigen wie kirchliche Funktionäre unter dem Deckmantel der Religion im sicheren Schoß ihrer Organisation?

Und auch ein Weiteres darf bei all´ dem nicht verschwiegen werden, nämlich der massive Missbrauch des guten Namens Christus für all diese Verbrechen und deren Vertuschung.
Und schließlich wird auch auf das oft lebenslange Leiden der Opfer nur selten eingegangen. Sie wurden als Kinder oder Jugendliche durch die an ihnen verübten Verbrechen aus der Bahn geworfen, und viele begingen aus Verzweiflung Selbstmord, weil zum äußeren Missbrauch auch Psycho-Terror kam, man spricht manchmal von Seelenmord.
Würden die Würdenträger ihre eigenen Bibeln ernst nehmen, dann könnten sie z. B. nachlesen, wie solche und andere Taten dort bewertet werden. Wörtlich heißt es über einen Mann, der an einem Kind schuldig wird: „Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er für einen von diesen Kleinen zum Ärgernis wird.“ (Lukas 17, 2)

An dieser Stelle nur zur Erinnerung: Im Jahr 2002 wurde der US-amerikanische Priester John Geoghan (1935-2003) zu zehn Jahren Haft wegen des sexuellen Missbrauchs von 130 Kindern verurteilt. Sein damaliger Vorgesetzter in der Diözese Boston, Kardinal Bernard Law (1931-2017), der anschließend in den Vatikan versetzt wurde, und dessen Vorgänger hatten die Verbrechen zuvor über viele Jahre vertuscht und den Schwerverbrecher immer nur versetzt. Sein jüngstes Opfer, das dem Priester in die Hände gefallen war, war vier Jahre alt.

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