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Flucht und Völkerwanderung wegen Krieg, Gewalt und Armut – Ansturm auf Deutschland

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1.8. / 28.9.2015 / 1.1.2016 – Kriegs-Flüchtlinge aus Syrien – Wer hat den Krieg in Syrien begonnen? / Flüchtlinge aus dem Irak. Wer hatte den Irak 2003 mit Krieg überzogen? / Wer hat Libyen in den Zerfall gebombt? / Ungarns Präsident Orban: „Es wäre vielleicht klug, nicht ständig Staaten zu zerstören.“

Die Studie vom Herbst 2015 ist der letzte ausführliche Beitrag unter theologen.wordpress.
Ab dem Jahr 2016 finden sich aus Zeitgründen alle Informationen unter „Der Theologe aktuell“. Über Neuigkeiten werden Sie auch informiert bei https://www.facebook.com/Der-Theologe-175473619156089/

Flüchtlingsströme aus vielen Ländern weiteten sich zuletzt immer mehr aus. Womöglich hat die größte Völkerwanderung der Geschichte begonnen. Neue Schübe mit unübersehbaren Strömen von Menschen wurden und werden weiterhin ausgelöst durch dauerhafte Willkommensbotschaften von deutschen Politikern, „wir“ in Deutschland würden auch 2016 wieder die Aufnahme Hunderttausender „schaffen“ und es gebe bei Asylanträgen „keine Obergrenze“ usw., was die Institutionen Kirche der Bundeskanzlerin so nahe gelegt haben. (http://www.theologe.de/kirche_staat.htm#Kirche_zu_Fluechtlingen)
„Wir“, das sind in diesem Fall aber hauptsächlich andere.
Dazu die Dortmunder Ordnungsdezernentin Diane Jäger: „Ich weiß nicht, in welchem Raumschiff diese Menschen in Berlin leben. Es wird Zeit, dass sie aussteigen und sehen, welche Belastung die Kommunen zu tragen haben“ (ntv.de, 25.9.2015). Mittlerweile kündigen wegen des Drucks von „oben“ manche Kommunen bereits langjährigen Mietern wegen „Eigenbedarfs“, das heißt, um dort stattdessen Flüchtlinge bzw. Einwanderungswillige unterbringen zu können, und weil das „billiger“ sei als anderweitig Wohnraum zu schaffen. (http://www.welt.de/politik/deutschland/article146825325/Fuer-Fluechtlinge-gekuendigt-Das-war-wie-ein-Tritt.html)
Ein weiterer Auslöser sind Fernsehbildern z. B. vom Münchner Hauptbahnhof, wie Flüchtlinge in Deutschland willkommen geheißen und beschenkt wurden, die man auch in Afrika am Fernsehschirm sah. Ntv.de zeigt ein Beispiel eines jungen Mannes aus Mali, der sich darauf hin entschloss, ebenfalls irgendwie den Weg nach Deutschland zu schaffen, obwohl er ein relativ gutes Einkommen hat, seine Familie damit ernährt hat und nicht verfolgt wird (19.9.2015). Aber in Deutschland gibt es äußerlich weit mehr zu erreichen. Und nicht nur er hat die Unterstützung seiner Angehörigen sicher, denn bei einem Gelingen würden im Zuge der gesetzlich garantierten Familienzusammenführung die Verwandten nachreisen.
Was sich täglich mehr und mehr zuspitzt, ist, dass vor allem Deutschland mehr und mehr „überrant“ wird. Die anderen Länder sind mehr oder weniger nur Durchgangsstationen nach Deutschland,
Und das sind alles nur die Vorboten, denn wenn in nicht allzu ferner Zukunft die „Klimaflüchtlinge“ noch hinzu kommen, wird man im Millionenbereich gar nicht mehr zählen können.

Die „reiche“ und die „arme“ Welt beginnen sich zu vermischen

Doch wäre es nicht am besten, wenn die Menschen (wenigstens bis zur Klimakatastrophe) gar keinen Grund hätten, ihre Heimatländer zu verlassen und wenn sie dort äußerlich ein würdiges Leben führen können? Warum lassen sie dann aber ihren irdischen Heimatort und alles dort liegen und stehen und wollen nach Deutschland? Wo liegen die Ursachen für den Ansturm in die vielfach noch um sich selbst und die vielen Egos kreisende deutsche Gesellschaft.
Dort wird zum Beispiel um mehr Geld für die Piloten gestritten und dabei um teilweise sechsstellige Monatsgehälter. Und weit mehr verdienen dort Männer, die – anstatt richtig zu arbeiten – nur Milliardensummen an Kapital von hier nach da verschieben. Deutlich weiter unten in der Vermögenshierarchie wird dann monatelang gerungen und gestreikt, um die Frage zu klären, ob das Zugpersonal gegenüber der Deutschen Bahn von ein oder zwei Gewerkschaften vertreten werden dürfe. Zuletzt wurde in diesem Land erst das Renteneintrittsalter teilweise auf 63 Jahre reduziert, und auch ein Asylsuchender im Wartestand bekommt oft monatelang oder gar mehrere Jahre mehr Geld als ein Durchschnittsverdiener in Serbien. Verständlich, dass immer mehr Menschen in einem solchen Land leben möchten – bei diesen gravierenden, ja massivsten Unterschieden zwischen Reich und Arm weltweit und bei im Herbst 2015 weit geöffneten Türen in Deutschland, durch die praktisch jeder einreisen darf, der es bis dorthin schafft, gleich aus welchem Grund. Die „reiche“ und die „arme“ Welt beginnen sich, in Deutschland mehr und mehr zu vermischen.
Nach ehernen kosmischen Gesetzen verpflichtet Reichtum dazu, damit die Not anderer gemäß der „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu lindern. Doch die wenigsten halten sich daran; allen voran die unermessliche reiche Institution Kirche, die zwar ihre Gläubigen hier und da zum Helfen aufruft, aber selbst nur öffentlichkeitswirksam Almosen verteilt. Nun wollen sich immer mehr Menschen aus „ärmeren“ Ländern holen, was ihnen Verantwortliche aus „reicheren“ Ländern bisher über viele Jahrzehnte vorenthalten haben. Oft wurden ihre Länder dabei ausgebeutet. Man spricht in diesem Zusammenhang von Kolonialismus und „Neokolonialismus“. Jetzt geht es für viele Menschen eben direkt dorthin, wo das große Geld verdient wurde und wird.

„100 Millionen“ und mehr

Ungarns Außenminister spricht von einer „Völkerwanderung, deren Nachschub unendlich ist“ und schätzt ca. 35 Millionen Menschen, die einwandern wollen (welt.de, 16.9.2015), andere sprechen bereits jetzt von 100 Millionen. Doch ob das reicht? Der Grund ist bei vielen der Krieg und seine Folgen, vor allem die wachsende Armut, Verzweiflung und Lebensbedrohung in umkämpften Gebieten.
Zunehmend zeigt sich aber – grob gesprochen – ein zweiter Grund: Auch Menschen, die weder verfolgt noch – gemessen an den Zuständen in ihrem Land – arm sind, wandern als „Flüchtlinge“ ein, da Europa und vor allem Deutschland mehr Wohlstand bietet. Wie will man nun aber den Einreisegrund in den Zielländern heraus finden und nur denjenigen „Schutz“ bieten, dei wirklich „Schutz“ brauchen? Wie soll das zeitnah und zutreffend gehen? Dass dabei vor allem Deutschland oder auch Österreich das Ziel sind und kaum ein Flüchtling beispielsweise freiwillig auf dem Balkan bleiben will, ist laut der österreichischen Innenministerin auch „keine Schutzsuche mehr, sondern Asyl-Optimierung“. (ntv.de, 19.9.2015).
Der bekannte ntv-Reporter Dirk Emmerich weis am 21.9.2015 an der österreichisch-ungarischen Grenze jetzt auch auf viele Menschen hin, die mit der zweiten Einwanderungswelle kommen. Er fotografierte teilweise vermummte junge Männer und schrieb dazu: „Flüchtlinge sind anders. Vor zwei Wochen Danke. Heute Forderungen. ´Wo sind die Busse?` ´Warum dauert das?`“ (https://twitter.com/DEmmerich/status/645916801482760192?ref_src=twsrc)

„Stabilisiert die Herkunftsländer! Wir brauchen die Menschen zurück. Unser Kontinent blutet aus.“
(Kgalema Motlanthe, ehemaliger Präsident und Vizepräsident Südafrikas zur Völkerwanderung aus aller Welt in Richtung Deutschland, zit. nach focus.de, 2.11.2015)

Schließlich gibt es auch noch einen dritten Grund: Islamistische Terrorgruppen hatten im Vorfeld angekündigt, ihre Kämpfer auf diesem Asyl-Weg ebenfalls nach Europa zu schleusen, und religiöse und teilweise gewaltbereite Extremisten haben zum Beispiel minderjährige Flüchtlinge gleich nach der Ankunft freundlich in ihrer Muttersprache in Empfang genommen. Und wer weiß, wer in der nicht kontrollierbaren Situation alles noch seine Leute vor allem nach Deutschland schickt? „Der Verfassungsschutz befürchtet angesichts des Flüchtlingsandrangs einen starken Anstieg der Zahl radikaler Islamisten in der Bundesrepublik“ (bild.de, 30.9.2015). Diese Befürchtung ist schon zu einem großen Teil Gewissheit. Nach mühsamen Prüfungen beschlossene „Abschiebungen“ bzw. „Verabschiedungen“ sollen zu ca. 95 % nicht funktionieren wegen „Renitenzen“ der Menschen (z. B. bild.de, 29.9.2015), die sich schlicht weigern bzw. wehren. Sie bleiben einfach bzw. tauchen unter, teure Flugtickets verfallen, und die Staatsorgane kommen nicht mehr damit zurecht. Und täglich kommen Tausende neue unter das gehisste Banner des „Willkommen“, des „Welcome“. Es ist ein wenig wie beim Goldrausch in Kalifornien im 19. Jahrhundert.

In Flüchtlingsheimen eskalieren in der Zwischenzeit vor allem die Angriffe und Drohungen von fanatischen Islamisten unter den „Flüchtlingen“ gegenüber Andersgläubigen – bis hin zu Morddrohungen: http://www.welt.de/politik/deutschland/article146919471/Islamisten-bedrohen-Christen-in-Fluechtlingsheimen.html.

Zum Hintergrund: Nachfolger des Christus sind für die Glaubens- und Gewissensfreiheit, aber Gegner aller äußeren Religionen, gleich wie sie sich nennen, mit ihrer  Intoleranz und ihren Verdammungsflüchen, ihren Kriegsaufrufen und der Gewalt, und ihrem Opium für das Volk. Jesus von Nazareth hat niemals eine Religion gegründet, sondern die Gottes- und Nächstenliebe gelehrt, völlig unabhängig von den äußeren Religionen, die unzählig viel Leid und Not über die Menschen und den ganzen Planeten Erde brachten und noch bringen.

Nachfolgend einige Anmerkungen zum ersten hier genannten Fluchtgrund, dem Krieg: Aufschlussreich ist dabei ein Blick auf die Länder, wo der Krieg bereits unzählige Menschen tötete, ihre Häuser in Trümmer schlug, ihre Existenzen zerstörte und wo weitere Anschläge und größte Not an der Tagesordnung sind; und ein Blick auf Ursachen, die dazu führten:

Pro-westlicher Rebell berichtet Peter Scholl-Latour, er sei von Agenten für Aufstand angeworben worden

Der 2015 verstorbene angesehene Journalist Peter Scholl-Latour schrieb dazu einiges in seinem letzten Buch Der Fluch der bösen Tat. Focus.de berichtet darüber:
„Bei seiner letzten Syrienreise traf er Vertreter der Rebellenarmee. Einer von ihnen erzählte Scholl-Latour, er sei bereits ein Jahr vor Beginn der Proteste von jordanischen und getarnten amerikanischen Agenten kontaktiert worden. Unter Zusicherung finanzieller Vorteile hätten diese ihn ermutigen wollen, sich einer umstürzlerischen ´Freien Syrischen Armee` anzuschließen. Denn Washington habe geglaubt, es müsse nur eine vom Westen unterstützte Oppositionsarmee auftauchen, um eine Volkserhebung auszulösen, die den Assad-Clan hinwegspülen würde“ (zit. nach focus.de, 17.9.2014). Der Aufstand, der zum Krieg wurde, begann dann 2013. 2015 tobt er weiter heftig. Dazu Peter Scholl-Latour: „Dabei ist es ein tragischer Witz, dass der Aufstand nach drei Wochen erledigt gewesen wäre, wenn nicht Saudi-Arabien, Katar und die USA die Aufständischen unterstützt hätten“ (focus.de, 7.9.2013). Die Politiker der USA sind mehrheitlich Katholiken und Protestanten, in Saudi-Arabien und Katar regieren extreme Muslime, und nach Saudi-Arabien und Katar gingen auch in dieser Zeit deutsche Waffen.

Fortgesetzter Aufstand, Zerfall und jetzt immer mehr Flüchtlinge

Der ungarische Ministerpräsident Orban gibt zu: „Wir Europäer und Amerikaner“ hätten in Syrien „eine de facto nicht existierende Opposition im ´arabischen Frühling` unterstützt, obwohl klar war, dass von dort keine Führung für das Land kommen kann, sondern es zerfallen wird“ (welt.de, 16.9.2015). Und focus.de schreibt am 15.9.2015: „Russland bot 2012 den Rücktritt Assads an – Westmächte lehnten ab“. Statt einen Dialog zu unterstützen, lieferte man immer mehr Waffen an die Aufständischen. Der Westen wollte in Syrien also einen gewaltsamen Umsturz; wie auch beim Maidan-Aufstand in der Ukraine, den man ebenfalls unterstützte statt sich dafür einzusetzen, die nächsten demokratischen Wahlen zu gewinnen.
Der pro-westliche Umsturzversuch in Syrien führte dann bekanntlich zu Krieg und Zerfall und bis jetzt zu ca. 250.000 Todesopfern und als wesentliche Folge auch zu der Völkerwanderung, die nun eingesetzt hat. Die meisten, die im Herbst 2015 nach Europa auswanderten, lebten zuvor anscheinend bereits in Flüchtlingslagern in der Türkei, dem Libanon oder Jordanien (Ungarns Regierungschef Orban lt. focus.de, 15.9.2015). Für diese Einrichtungen wurden die Hilfen von der UNO, finanziert vor allem durch die USA und Europa, zuletzt um mehr als die Hälfte gekürzt, auch die Nahrungsmittel reichten nicht mehr und Hungersnöte drohten. (B 5 aktuell, 15.9.2015)
Ntv.de schreibt am 7.9.2015 über die Lage in Syrien selbst: „Wo das Regime noch die Kontrolle hat, gibt es noch so etwas wie Alltag. Sollte sich das ändern“, so der UN-Sonderbeauftragte De Mistura, würden noch viel mehr Millionen Syrer fliehen, wohl fast alle mit dem Ziel Deutschland. Und der Sturz der Regierung ist weiterhin sowohl das Ziel der hauptsächlich von den USA unterstützten pro-westlichen Rebellen als auch der islamistischen IS.

Flucht in die Länder, wo die Waffen produziert werden; weg von dort, wo sie eingesetzt werden

Ausgerechnet die romtreue griechisch-katholische Kirche in Syrien ist über „die fast schon geschlossene Auswanderung“ der Kirchenmitglieder entsetzt (idea-spektrum Nr. 37, 9.9.2015). Patriarch Gregorius III. flehte vor allem die jungen Kirchenmitglieder an: „Bleibt! Seid geduldig! Wandert nicht aus!“ Von denen, die noch bleiben, finden die meisten Schutz in Damaskus und in den anderen Orten; eben in solchen, die noch von der Regierung unter Präsident Assad kontrolliert werden. Dieser Aufruf wird von den meisten Machthabern der westlichen Allianzen und vom Vatikan aber ignoriert – auch der Aufruf Russlands, Österreichs und Spaniens nach einer Verständigung mit der Regierung Syriens. Ein entscheidender Streitpunkt ist, ob Fotos von furchtbaren Folterungen und Morden dieser Regierung anzulasten sind oder anderen Tätern. Der Mehrfronten-Krieg geht stattdessen unvermindert weiter. Z.B. durch das von einer evangelisch-anglikanischen Staatskirche dominierte Großbritannien, das nun ebenfalls einen „Militäreinsatz“ in Syrien plant, „gegen Assad und IS-Vormarsch“ (ntv.de, 6.9.2015), ähnlich wie das überwiegend katholische Frankreich, das ebenfalls dort Bomben abwerfen lässt. Für die Regierung unter Präsident Assad ist bereits Russlands Militär im Einsatz.

Vom Westen unterstützte und bewaffnete Aufständische greifen in Syrien nach eigenen Angaben mittlerweile auch die russische Armee an – http://www.n-tv.de/politik/Russland-geraet-in-Syrien-in-die-Schusslinie-article16008501.html. Und diese bombardiert dann auch deren Stellungen. Und die meisten westlichen kirchenchristlichen Politiker mit Ausnahme von Angela Merkel weigern sich weiterhin, die Regierung in Syrien anzuerkennen oder auch nur mit ihr zu reden. Wie nah ist ein noch größerer Krieg? Wer den Aufstand und den Krieg weiter fördert, ist auf jeden Fall zu 100 % verantwortlich für alle Opfer und Flüchtlinge.

Sie holen sich, was man ihnen vorenthielt

Manche bibelgläubige Zeitgenossen fürchten, dass sich allmählich eine Konstellationen für die in der Bibel genannte endzeitliche grauenvolle Schlacht von Harmagedon bilden könnte. Kein Wunder, dass Millionen Menschen einfach nur noch weit weg wollen – dorthin, wo Waffen produziert werden und wo man sehr gut daran verdient; weg von dort, wo sie eingesetzt werden und wo sie ihre Existenzen zerstören. „Syrer haben nur ein Ziel: Deutschland,“ schreibt focus.de (11.9.2015).
Papst Franziskus ließ sich derweil am 23.9.2015 in Washington/USA von der Menge bejubeln, wo laut dem Nahost-Experten Peter Scholl-Latour wesentliche Ursachen für das Elend in Syrien geschaffen wurden. Und auch beim Thema „Flüchtlinge“ betreibt der Papst seine mittlerweile bekannte „Almosenstrategie“. Statt die Paläste, Prunkbauten und Klöster der Kirche für Flüchtlinge zu öffnen, regte er an, eine Flüchtlingsfamilie pro Kirchengemeinde aufzunehmen. Das heißt dann auch: Der Vatikan nimmt zwei Flüchtlingsfamilien auf.
Der Entwicklungshelfer Kilian Kleinschmidt beklagt: „In der Griechenlandkrise hat die EU bereitwillig Milliarden zur Verfügung gestellt – doch die Flüchtlingskatastrophe hat sie kaum wahrgenommen. Die Lage [in den Flüchtlingslagern vor Ort] wird immer verzweifelter … Wir haben immer wieder davor gewarnt, dass, wenn die Lebensbedingungen noch schlechter werden, die Flüchtlinge hierherkommen“ (ntv.de, 26.9.2015). Sie wollen sich also holen, was die UNO ihnen aus Geldmangel nicht geben konnte. Doch welchem Ruf folgen sie dabei und was sind ihre Ziele?

„Krieg der Willigen“ gegen den Irak aufgrund falscher Beschuldigungen und unter Bruch des UN-Völkerrechts

Die meisten anderen Flüchtlinge kommen unter anderem aus dem Irak. Focus.de schreibt am 8.9.2015: „Die Proteste in Bagdad erreichen eine neue Dimension. Nachdem Iraker seit Wochen für bessere Lebenskonditionen demonstrieren, drohen sie nun sogar mit einer Ausreise nach Deutschland.“ Zehntausende protestierten zuletzt in Bagdad, zigtausende in anderen Städten. Viele halten Fotos von Angela Merkel in die Höhe. Offenbar hatte sich in Rekordzeit im Nahen und Mittleren Osten verbreitet, dass Deutschland die „Schleusen“ geöffnet hat und bereit ist, Millionen von Asylsuchenden aufzunehmen und dass es dort „keine Obergrenze“ für sie gebe. Doch warum wollen auch zigtausende Iraker aus ihrem Heimatland weg und nach Deutschland?
Zum Hintergrund im Irak: Dort hatte der kirchliche „Westen“ in seiner „Koalition der Willigen“ 2003 unter Ausschaltung der UNO die damalige Regierung weg gebombt – Tausende Tote, Not und Elend waren die Folge. Irak wurde zuvor fälschlicherweise von der USA-Regierung beschuldigt, über Massenvernichtungswaffen zu verfügen, worauf hin diesem Staat von den „Willigen“ der Krieg erklärt wurde. Anschließend wurde das Regieren im Irak dem US-„Zivilverwalter“ und Katholiken Paul Bremer übertragen. Bremer war und ist verheiratet mit der Katholikin Frances Bremer, die zuvor ein Buch über einen katholischen Priester mit dem irreführenden Titel Running to Paradise geschrieben hat. Denn was haben die Grauen von nahezu 2000 Jahren Katholizismus mit dem „Paradies“ zu tun, dem einstigen „Garten Eden“, der laut Schöpfungsbericht der Bibel sogar im späteren Irak gelegen hat? Und was hat es gebracht, als die USA die Macht offiziell wieder an Machthaber vor Ort übertrugen? Die Religionsfreiheit ging verloren. Und wenige Jahre später zerfällt der Irak. Gewalt und Elend nehmen zu.

Der NATO-Krieg, der Libyen in Elend und Zerfall stürzte

Ansonsten kommen die Flüchtlinge hauptsächlich aus Libyen. Dort hatte die kirchlich befürwortete NATO 2011 die damalige Regierung weg gebombt, als diese den Aufstand im Land niederschlagen wollte. Der katholische Bischof Marx forderte die Bundesregierung eigens dazu auf, sich an dem NATO-Krieg zu beteiligen, der die Aufständischen und die Regionen, in denen sie ihre Stützpunkte hatten, schützen sollte. Der Krieg brachte noch mehr Tote, Not und Elend. Die Folge: Auch dieses Land zerfiel, die Religionsfreiheit ging verloren, Gewalt und Elend nehmen immer mehr zu. Der ungarische Ministerpräsident Orban mahnt den Westen mittlerweile zur Kursänderung: „Es wäre vielleicht klug, nicht ständig Staaten zu zerstören“. (welt.de, 16.9.2015)
Die von sich „christlich“ nennenden Kräften weg gebombten autoritären Herrscher (Hussein im Irak, Gadaffi in Libyen) oder der von ihnen bekämpfte Herrscher Assad in Syrien waren bzw. sind zwar islamisch, aber nur gemäßigt religiös. Sie erlaubten bzw. erlauben Religionsfreiheit. Viele Aufständische aber, welche durch die Kriege und vom Westen geförderten Umstürze zur Macht gelangten, verbreiten Intoleranz, Grausamkeit und Tod im Namen der Religion. So wie im Mittelalter in den päpstlich ausgerufenen Kreuzzügen Terror, Grausamkeit und Tod im Namen der Religion die Menschen ins Elend stürzte.

Der Westen wollte keine sozialistische Regierung in Afghanistan und rüstete die Islamisten für einen Aufstand hoch

Dann kommen noch sehr viele Flüchtlinge aus Afghanistan. Dort hat der Krieg des Westens gegen den islamistischen Terror bisher Tausende von Opfern unter den Zivilisten gefordert. Im Jahr 1980 rüsteten die kirchlich dominierten Westmächte die Islamisten in Afghanistan auf, um die Russen mit Krieg aus dem Land zu treiben, welche die damalige sozialistische Regierung Afghanistans stabilisieren wollten. Und Hollywood produzierte extra den Kinofilm Rambo III, mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle „alleine“ gegen die Russen. 2001 erwog der evangelisch-methodistische Präsident George W. Bush sogar den Abwurf einer Atombombe auf Afghanistan. „Die Papiere waren“ bereits „geschrieben“ (focus.de, 29.8.2015). Die bisher einzigen beiden Atombomben, die im Krieg eingesetzt wurden, ließ US-Präsident Harry S. Truman abwerfen, ein evangelisch-freikirchlicher Baptist – 1945 über Hiroshima und Nagasaki in Japan. Und nun 2015, nach 14 Jahren Krieg der NATO gegen die Taliban? „Afghanen geht es noch schlechter als Syrern“, schreibt ntv.de am 11.9.2015, und sie werden meist schlechter behandelt. Tausende saßen im September 2015 in Griechenland im Elend fest, doch sie wollen weiter. Derzeit machen sich 100.000 Afghanen pro Monat in Afghanistan auf, um es irgendwie bis nach Deutschland zu schaffen. Von dort, wo die Bundeswehr über ein Jahrzehnt die „Sicherheit“ Deutschlands am Hindukusch militärisch „verteidigen“ wollte, was Krieg und Gewalt eskalieren ließ. Das Ergebnis zeigt sich jetzt.

Das NATO-Christentum schuf einen zweiten albanischen Staat in Europa, aus dem die Menschen nun fliehen

Schließlich kommen noch weit mehr Flüchtlinge aus dem Kosovo. Dort führte die von den westlichen Kirchen unterstützte NATO 1999 Krieg gegen Jugoslawien, deren Armee mit Gewalt gegen den Aufstand der Kosovo-Albaner vorging. Der nach dem Krieg von den Staaten des „NATO-Christentums“ und gegen den Widerstand im UN-Sicherheitsrat und damit gegen das Völkerrecht – neu geschaffene Staat Kosovo ist mittlerweile in Clanwirtschaft, Korruption und Chaos versunken, im Parlament werden Tränengasbomben geworfen. Ein großer Teil der Bürger will nun in Deutschland leben. Selbst die Bild-Zeitung in Deutschland gibt zu: „Seit dem Kosovo-Krieg im Jahr 1999 ist die Lage in dem Land instabil.“ (19.2.2015)
Wieso gibt es also die unzähligen Flüchtlinge aus Syrien, Libyen, Irak, Afghanistan oder dem Kosovo? Wer hat entscheidend dazu beigetragen, dass es dazu kam?

Kirche contra Christus – Flüchtlinge lernten in ihren Heimatländern einen falschen Christus kennen

Die katholische Kirche entwickelte dabei eine Lehre vom gerechten Krieg. Und die evangelischen Kirchen und ihre Gewaltlehren gehen mehr oder weniger auf Martin Luther zurück. Mit seiner Aussage „Sündige tapfer“, der Glaube alleine genüge, hat Luther viele Hemmschwellen niedergerissen. Mit Christus hat Luther nicht das Geringste zu tun. Martin Luther und die Lutheristen missbrauchen den guten Namen von Christus genauso wie die Papstkirche in Rom. Denn Jesus von Nazareth lehrte eindeutig: „Stecke dein Schwert an seinen Ort. Denn wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen.“

Ein Teil der Tragödie ist, dass die meisten Flüchtlinge in allen den Kriegen nicht Jesus, den Christus, kennen gelernt haben, sondern stattdessen die falschen Christusvorstellungen der Institutionen Kirche. Sie lernten nicht Christus kennen, den der Prophet Jesaja als den „Friedefürsten“ verheißen hat, der die Feindesliebe lehrte und dazu aufrief, dem Gegner und Feind Gutes zu tun. Sondern sie lernten einen lutherisch-vatikanischen Kriegsgötzen kennen, in dessen Namen je nach politischer Interessenlage Kriege geführt werden dürfen. So wie auch islamistische Krieger und Gewalttäter sich auf ihren „Gott“ berufen – Religion also als Quelle von Gewalt und Krieg.

Mehr Waffenproduktion bringt auch mehr Kirchensteuer

Und selbst wenn Kriegsflüchtlinge in Europa nun teilweise große Hilfsbereitschaft erfahren, so wird die vergangene westeuropäische und US-amerikanische Kriegspolitik in ihren Heimatländern, welche die Flucht maßgeblich mit verursachte, von den dafür Verantwortlichen nicht in Frage gestellt. Und die Kriege und Waffenexporte unter Verhöhnung des Namens „Christus“ weiteten sich zuletzt noch aus. Und je mehr getötet wird und je mehr Nachschub an Waffen für Kriege und weitere Hochrüstung angefordert werden, je mehr verdient auch die deutsche Rüstungsindustrie, der drittgrößte Waffenexporteur der Welt, und je mehr können auch die Zigtausende von Beschäftigten dort, die überwiegend katholisch oder evangelisch sind, Kirchensteuer zahlen. Vgl. dazu den Kommentar zum Ukraine-Krieg: Die Lehre von Christus, außerhalb der Kirche, würde den Konflikt beenden

Zum Thema Flüchtlinge siehe auch unseren Kommentar aus dem Jahr 2014, vom 25.11.2014: Aufeinandertreffen zweiter Welten im Mittelmeer. Und bald lassen sich die Welten nicht mehr trennen – Der Sturm auf die Wohlstandfestung Europa.

TV-Kommentar anlässlich der zunehmenden Gewalt in der Gesellschaft und den Flüchtlingsunterkünften aus Gründen der Religion: „Religionskrieg in einem christlichen Land?“ http://www.der-freie-geist.de/video/der-theologe-religionskrieg

Und: Das vielzüngige Wesen der Institutionen Kirche – http://www.theologe.de/kirche_staat.htm#Kirche_Fluechtlinge_Rechtsbruch

Aktuell [29.2.2016]Politik im Bündnis mit den Großkirchen – Wohin steuert Weltpolitikerin Angela Merkel „Europa“? Wird sie bald zur lutherichen Märyrerin hochstilisiert?http://www.theologe.de/kirche_staat.htm#Angela-Merkel

Die Kreuzigung von Jesus und das furchtbare Geheimnis der Kirche

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Die Kreuzigung von Jesus und das furchtbare Geheimnis der Kirche

Nachfolgend lesen Sie ein für die Veröffentlichung auf theologe.de überarbeitetes Manuskript einer Gesprächsrunde zur Kreuzigung von Jesus von Nazareth und zur Bedeutung des Geschehens bis in unsere Zeit.

Sprecher 1:
Liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer,
herzlich willkommen zu unserer Lesung „Jesus, der Freie Geist – nicht das Sühnopfer der Priester“. Wer ein Kirchengebäude betritt, findet dort meistens eine kunstvolle Darstellung, wie Jesus von Nazareth am Marterkreuz hängt, wie Er also vor ca. 2000 Jahren von den Römern hingerichtet wurde und unter grausamen Schmerzen gestorben ist. Solche so genannte Kruzifixe finden sich auch in vielen öffentlichen Gebäuden und in Feld und Flur. Doch warum wird dieses schreckliche Verbrechen, dieses furchtbare Leid, immer wieder neu künstlerisch dargestellt und den Menschen vor Augen gehalten? Eine Antwort dazu aus katholischer Sicht gab Papst Franziskus in einer seiner Predigten im Jahr 2015. Darin sagte er über Jesus von Nazareth, und ich zitiere: „Ich sehe ihn, ans Kreuz genagelt, und von dort aus enttäuscht er uns nicht. Auf diesem Thron wurde er geweiht, Herr zu sein, und dort machte er alle Plagen durch, die wir erleben. Jesus ist der Herr! Und er ist Herr vom Kreuz aus, dort herrschte er.“

Sprecher 2:
Liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer!
Das furchtbare Marterkreuz als Thron und als Weihe? So mancher fragt sich vielleicht: Was denkt sich das Kirchenoberhaupt dabei?
Der Papst wusste, während er so redete, dass Jesus dort am Marterkreuz unsägliche Folter- und Sterbensqualen erlitt, denn er sagte es ja selbst: „Dort machte er [- Jesus -] alle Plagen durch, die wir erleben.“
Doch warum war das so? Wer ließ Ihn ans furchtbare Marterkreuz nageln, so dass Er dort alle Plagen durchmachen musste? Er, der Gottessohn, der – wie zuvor bereits die wahren  Gottespropheten des Alten Bundes – das Friedensreich verkündete – ein Reich, in dem die Menschen nach den Geboten Gottes leben und wo weder Mensch noch Tier mehr leiden müssen.
Dieses Reich wollte und will Jesus, der Christus, mit Seinen Nachfolgern auf die Erde bringen. Doch wer nagelte Ihn stattdessen ans Kreuz? Es war die damalige Priesterkaste. Und wer hält Ihn bis heute als toter Mann am Marterkreuz festgenagelt? Wer nennt dieses Hinrichtungsinstrument gar einen Thron, und wer bezeichnet Seine qualvolle Hinrichtung als Weihe? Es ist die heutige Priesterkaste.

Sprecher 3:
Papst Franziskus, der oberste Priester unserer Zeit, verklärte also das Marterkreuz von Golgatha zum angeblichen „Thron“. Dort soll der unschuldig verurteilte Jesus von Nazareth also eine Weihe bekommen haben, während ihm schwere Eisennägel durch die Sehnen geschlagen wurden.
Ein angesehener Mediziner in den USA, Frederik Zugibe, erklärt, was damals geschah, und ich zitiere aus dem Magazin „Der Spiegel“:
„Die Römer nutzten wohl dicke Eisennägel von zwölf Zentimeter Länge. Wurden sie durch die Fersen getrieben, rissen zahlreiche Nervenbündel entzwei. ´Jesus erlitt einen der schlimmsten Schmerzzustände, die der Menschheit bekannt sind` … Bei jeder kleinsten Bewegung am Kreuz raste der Schmerz wie ein Stromstoß durch den Körper … Erst nach einer gefühlten Ewigkeit trat der erlösende Tod ein.“
Dazu sagte nun der Papst: „Dort [- also bei seinem Todeskampf -] herrschte er“, „Von dort aus enttäuscht er uns nicht“. Doch kann jemand so sprechen, der zumindest versucht hat, sich in diesen unsagbaren Schmerzzustand einzufühlen. Und was sollen diese Worte für unzählige leidende und im Elend vegetierende Menschen bedeuten? Sie möchten wieder glücklich und frei von Elend und Schmerzen werden, und sie erhalten von einem Mann, den seine Anhänger „Stellvertreter von Christus“ nennen, die sinngemäße Antwort, dass Jesus ja auch so gelitten habe. Doch werden die Menschen deswegen wieder froh?
Der Papst steht einer Institution vor, die materielle Schätze hortet, Gold, Konzernbeteiligungen, Immobilien und Geldanlagen aller Art. Warum setzen die Kirchenoberen ihre milliardenschweren irdischen Reichtümer also nicht dafür ein, um den Notleidenden nicht nur Almosen und ausgeklügelte Worte zu bringen?

Sprecher 4:
Um die Lehre und das Tun der Vatikankirche besser zu erfassen, hilft auch ein Blick auf das, was Franziskus sogleich nach seiner Papstwahl im März 2013 gepredigt hatte. Ich zitiere:
„Ich wünsche mir, dass wir alle … den Mut haben … zu schreiten, mit dem Kreuz des Herrn; die Kirche auf dem Blut des Herrn aufzubauen, das am Kreuz vergossen wurde; und uns zur einzigen Herrlichkeit zu bekennen, zum gekreuzigten Christus. Und so wird die Kirche voranschreiten.“
Papst Franziskus nennt den grausam hingerichteten Jesus also sogar „einzige Herrlichkeit“. Was aber soll das für eine „Herrlichkeit“ sein? Ist das nicht eine Verhöhnung von Jesus, dem Christus?
Zur offiziellen kirchenamtlichen Antwort auf diese Frage gehört die Behauptung, die Hinrichtung des Gottessohnes sei für die „Erlösung“ der Menschen angeblich notwendig gewesen. So steht es in den Dogmensammlungen und Glaubensartikeln der Kirche. Angeblich habe Gott die Hinrichtung von Jesus angeblich als ein „Sühnopfer“, als ein „Blutopfer“, gebraucht, um den sündigen Menschen gnädig sein zu können. So die Antwort dieser Religion. Doch was für ein Gott wird hier den Menschen gelehrt? Es ist auf jeden Fall nicht der Gott, zu dem Jesu betete „Abba, lieber Vater!“ Aber wer dann?

Die kirchliche Lehre erinnert vielmehr an den Gott Baal, den Götzen, der in antiken Götterkulten durch Blutopfer von Tieren und Menschen gnädig gestimmt werden musste; der Gott Baal, dem die Priesterkaste bereits in der Zeit vor Jesus mit ihrem Opferkult gehuldigt hatte. Er war auch dieser Götze, gegen den die wahren Gottespropheten wie Jesaja, Jeremia, Daniel, Ezechiel, Hosea, Amos und viele mehr immer wieder die Stimme erhoben. Dieser Gott musste durch blutige Sühnopfer besänftigt werden. Nicht der Vater-Mutter-Gott, der Gott, den uns Jesus nahe brachte. Der Schöpfergott, der All-Ewige, dessen Odem alle Lebensformen durchströmt und der die selbstlose Liebe ist, benötigt kein solches Opfer.
Im Vaterunser lehrt uns Jesus, vertrauensvoll zu unserem Vater im Himmel zu beten, wie ein Kind, das seinen Vater liebt und von seinem Vater unbeschreiblich geliebt wird. Im Gespräch mit den Priestern und Religionsführern Seiner Zeit warnt Er vor einem anderen Vater, dem „Vater von Unten“, dem  die Priester mit ihrem blutigen Opferkult dienen.

Sprecher 5:
Liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer!
Die Kirche sei auf dem Blut von Jesus aufgebaut, so weitere Worte des Kirchenoberhaupts. Der Papst denkt dabei an seine komplizierten Dogmen. Doch was sind die nachweisbaren Fakten? Tatsache ist, dass die Institution Kirche im Laufe ihrer Geschichte das Blut unzähliger Nachfolger von Jesus vergossen hat: Der urchristlichen Katharer in Südfrankreich, der Brüder und Schwestern des Freien Geistes im mittelalterlichen Europa oder der so genannten Täufer der Reformationszeit, um nur einige wenige zu nennen.
Diesem kirchlichem Morden möchten wir das Jesuswort gegenüber stellen, welches lautet „Was ihr Meinen geringsten Brüdern und Schwestern angetan hat, das habt ihr auch Mir getan“? Das Wort von Jesus von Nazareth bedeutet in dieser Situation: Indem von der Kirche das Blut unzähliger Nachfolger Jesu vergossen wurde, wurde damit auch das Blut von Jesus selbst vergossen. Und auf diesem Blut von Jesus wurde die Kirche über Jahrhunderte tatsächlich aufgebaut.

Sprecher 6:
Doch den Priestern war Folter und Hinrichtung ihrer Gegner noch nicht genug. Sie behaupten in ihren Lehren bis heute angeblich unfehlbar die Steigerung von Folter und Foltertod der Opfer durch eine nachfolgende angeblich ewige Hölle, angeblich ewiges grausames Feuer, ohne Ende und ohne jede Pause.
Gleichzeitig erklären sie den qualvollen Martertod von Jesus als Weihe, als Salbung, als Thronbesteigung oder einzige Herrlichkeit. Doch warum bekennen sie sich, wenn sie schon von „Thron“ und „Herrlichkeit“ sprechen, nicht vor allem zum auferstandenen Christus, der trotz qualvollem Leiden am Kreuz Seinem Auftrag treu blieb und wieder in die ewige Heimat, die ewige Herrlichkeit?
Anders gefragt: Wenn Jesus auch nach kirchlichem Glauben auferstanden sei, warum hängt Er dann in den Kirchen bis heute immer noch am Kreuz? Warum sieht man an den kirchlichen Kruzifixen bis heute immer noch den sterbenden Jesus oder Seinen toten Corpus?

Sprecher 7:
Christus selbst gab uns in unserer Zeit durch Prophetenmund eine Antwort. Durch Gabriele, die Prophetin und Botschafterin Gottes, erklärte Er im Jahr 1989, dass die Kreuzigung für die Erlösung nicht notwendig war, wie die Kirchen behaupten, sondern sie war das „Zeichen für die Unbeugsamkeit der Menschen“. Wir lesen dazu aus dem kosmischen Werk Das ist Mein Wort, Alpha und Omega. Das Evangelium Jesu. Die Christusoffenbarung, welche inzwischen die wahren Christen in aller Welt kennen:
„Die Dämonen schufen das Kreuz mit dem Corpus. Damit wollen sie Meine Niederlage symbolisieren. Doch das Kreuz und der Gekreuzigte wurden und sind  i h r  Kreuz und ihre Niederlage. Der wahre Christ gedenkt Meiner Auferstehung, da er in Mir und durch Mich auferstanden ist. Nur der trauert über Meinen Tod als Jesus, der noch nicht in Mir, dem Christus, bewusst auferstanden ist. Wer noch nicht bewusst in Mir auferstanden ist, wer also noch in der Sünde lebt, der ruft immer wieder: „Kreuzigt Ihn, kreuzigt Ihn!“ Deshalb halten diejenigen Menschen das Kreuz mit dem Corpus hoch, die noch ihre Sünden hochhalten, die ihr niederes Ich schätzen. Der Mensch, der seine Sünde und diese sündhafte Welt liebt, denkt an den Gekreuzigten und nicht an den Auferstandenen, da er selbst noch nicht in Mir auferstanden ist.“
Und an anderer Stelle erklärt Christus:
„Wer den am Kreuz der Auferstehung hängenden Körper anbetet, der hängt selbst noch am Kreuz der Sünde. Er hat Mich in seinem Herzen noch nicht an- und aufgenommen. Wer also den Corpus am Kreuz bejaht und an dem Kreuz mit dem gemarterten Leib festhält, der ist noch nicht in Mir, dem Christus, auferstanden.“
Christus selbst, der als Jesus von Nazareth unter uns lebte, klärt also durch Prophetenmund auf: Wer das Kruzifix mit dem sterbenden oder schon getöteten Jesus verehrt, in dem ist Christus noch nicht auferstanden. Er hält weiterhin seine Sünden hoch und schätzt sein niederes Ich.
Das Kreuz mit Corpus soll dem Unterbewusstsein der Menschen die vermeintliche Niederlage von Jesus von Nazareth symbolisieren.
Und Die Taten der Kruzifix-Verehrer im Laufe der Kirchengeschichte geben vielfach Zeugnis davon. Und die Kriminalgeschichte im Namen des Kreuzes mit Corpus reicht bis zu den Kinderschänderverbrechen von Priestern in jüngster Zeit.
Ein Kreuz ohne Corpus ist im Gegensatz dazu das Auferstehungskreuz und ein Kreuz des Sieges. Es zeigt auf: Christus hängt nicht mehr am Kreuz. Er ist der Sieger. Er hat trotz der unvorstellbaren Martern am Kreuz stand gehalten und ist längst auferstanden. Und Er möchte auch in uns auferstehen, so dass jeder Nachfolger Jesu, der die Schritte ins wahre Leben tut, dies erfahren kann, Christus, den Freien Geist, der in ihm selbst lebendig wird. Wer danach strebt, der hält nicht länger das Kreuz mit Corpus hoch, sondern für ihn ist Christus auferstanden. Betrachtet er ein Kreuz, dann ist es ein Auferstehungskreuz, an dem kein Körper mehr festgenagelt ist. Umgekehrt gilt, uns ich wiederhole die Worte aus der Christusoffenbarung „Das ist Mein Wort“: „Der Mensch, der seine Sünde und diese sündhafte Welt liebt, denkt an den Gekreuzigten und nicht an den Auferstandenen, da er selbst noch nicht in Mir auferstanden ist.“

Sprecher 8:
Und die Konsequenz daraus ist: Die Auferstehung von Jesus ist die wahre Herrlichkeit, nicht das Marterkreuz, wie der Papst behauptet. Die Auferstehung ist das Zeichen der Herrlichkeit Gottes, die in jedem von uns lebendig werden kann, je mehr sich jemand dafür öffnet und sein Leben nach den Geboten Gottes ausrichtet.
Die Päpste jedoch lehren völlig anders. So auch Papst Benedikt XVI., der Vorgänger von Papst Franziskus, der behauptete, dass sich Jesus „als Thron das Kreuz wählt“. Schon Papst Benedikt predigte in diesem Sinne weiter: „Das Kreuz Jesu tritt an die Stelle aller anderen Kult-Akte als die einzige wirkliche Verherrlichung Gottes, in der sich Gott selbst verherrlicht.“

Sprecher 9:
Der Foltertod von Jesus soll also auch laut Papst Benedikt eine „Verherrlichung Gottes“ gewesen sein. Dass brutale Soldaten Jesus dicke Eisennägel durch die Füße trieben, dass Nervenbahnen unter grässlichem Schmerz zerrissen sind, und, und, und … das soll also nach Papst Benedikt der „Thron“ gewesen sein, den Jesus angeblich selbst gewählt habe, und nach Papst Franziskus soll es gar die „einzige Herrlichkeit“ sein.
Doch nicht Jesus hat das Kreuz gewählt, und schon gar nicht als „Thron“, sondern Seine Gegner haben sich für diese Wahl entschieden, um Ihn besonders qualvoll ermorden zu können und Ihn auf diese Weise zum Schweigen zu bringen. Das ist die Realität.
Doch wer hat diese Realität mit einem theologischen Denkgebäude umnebelt? Wer ist es, der hier listig schöne Worte verwendet von Weihe, Salbung, Thron und Herrlichkeit und manchem mehr, während der Mensch, der ein waches Bewusstsein hat und der seinen gesunden Menschenverstand gebraucht, etwas ganz Anderes empfindet, wenn er von der Hinrichtung auf Golgatha hört.

Sprecher 10:
Christus selbst enthüllt also in unserer Zeit in Seinem machtvollen Prophetischen Wort, was damals geschah. Ich zitiere eine weitere Stelle aus dem Offenbarungswerk Das ist Mein Wort:
„Die Dämonen wollen den Gekreuzigten, das Kreuz mit dem Corpus, sehen. Es bedeutet für sie die Niederlage des Nazareners – nicht den Sieg des Christus. Sie wollen mit dem toten Körper am Kreuz der Menschheit die Vorstellung einprägen, der Sohn Gottes sei der Sünde erlegen. Doch Ich Bin auferstanden und zum Ewigen zurückgekehrt. Ich habe euch die Erlösung gebracht. Das Kreuz ohne den toten Körper symbolisiert die Auferstehung und den Sieg über die Finsternis. Daher werden alle Menschen, die in Mir leben und durch die Ich lebe, es mit dem Kreuz des Sieges halten, das ohne Corpus ist. Denn ebenso, wie Ich den Sieg über die Finsternis errungen habe, so haben die Menschen und Seelen den Sieg über die Sünde errungen, die an Mich bewusst glauben und täglich mehr den Willen des All-Heiligen tun.“

Sprecher 11:
Liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer!
Christus spricht hier vom Sieg von Menschen über die Finsternis. Und vor dem Sieg über Sünde und Finsternis steht immer der Kampf. Doch wer hält uns weiterhin die Symbole einer vermeintlichen Niederlage von Christus vor Augen, obwohl Er, Christus, längst der Sieger ist? Wer betet weiter den Körper am Kreuz an, obwohl Christus doch auferstanden ist? Vergleichen wir die Christusworte mit dem, was seit nahezu 2000 Jahren im so genannten Christentum geschah und geschieht: Die vielen Grauen der Kirchengeschichte mit Kreuzzügen, Hexenwahn, Ketzerverbrennung bis hin zu den Sexualverbrechen an Kindern und so genannten „ekklesiogenen Neurosen“ unserer Zeit, also den durch kirchliche Lehren verursachten seelische Störungen.
Vergleichen wir diese Verbrechen also damit, dass in allen den Jahrhunderten bis in die Gegenwart den Menschen immer wieder der tote Mann am Kreuz gezeigt wurde, ja oft auf den Scheiterhaufen noch direkt vor das Gesicht gehalten wurde, bevor die Opfer der Kirche dort lebendig verbrannten!
Das war in früheren Jahrhunderten. Doch auch in unserer Zeit werden Menschen aufgefordert, stetig auf die Hinrichtungsstätte mit dem sterbenden und getöteten Jesus zu blicken. Und Päpste und Bischöfe halten oftmals einen Kreuzstab in die Höhe oder zeigen sich den Menschen mit einem Stab, auf dem eine besonders gequälte und geschundene Jesusfigur angebracht wurde.

Liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer,
was zeigt sich, wenn man bei diesen Betrachtungen einmal die intellektuellen Konstruktionen der Theologie beiseite lässt? Wenn sich der Weihrauch in Luft auflöst, was nimmt man dann wahr? Einen Mann, der gefoltert, getötet und durch Kreuzigung zum Schweigen gebracht wurde, der wird von den Kirchenoberen immer wieder herum gezeigt. Und der theologisch nicht indoktrinierte Zeitgenosse fragt sich: Warum? Als Triumph über diesen Getöteten? Oder vielleicht als Abschreckung für die, die Ihm nachfolgen wollen?

kreuz_und_engelSprecher 12:
Liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer!
Christus klärt in Seiner Offenbarung durch Prophetenwort unmissverständlich auf: „Die Dämonen wollen den Gekreuzigten, das Kreuz mit dem Corpus, sehen. Es bedeutet für sie die Niederlage des Nazareners – nicht den Sieg des Christus.“
Und: „Wer das Kreuz mit dem toten Körper aufstellt und anbetet, der zeigt auf den physischen Leib und stellt damit der Menschheit fälschlicherweise Meine Niederlage dar. Er verehrt den toten Körper, anstatt zum Auferstandenen zu beten, zum Inneren Licht, dem Vater in Mir, dem Christus. Das Symbol der Auferstehung, der Himmelfahrt, ist das Kreuz ohne Corpus.“
Christus spricht hier vom Inneren Licht, das uns den Weg von der Erde in den Himmel zeigt, unserer wahren Heimat, die wir einst verlassen haben und die jeder Mensch aus seinem innersten Wesen heraus wieder finden möchte.
Dieses Innere Licht vermag in uns das Negative in unserem Leben umzuwandeln, wenn wir bereit sind, unser falsches Tun zu bereuen, um Vergebung zu bitten, es wieder gut machen und nicht mehr zu tun. Dann kommen wir Gott und dem Glück und der inneren Freiheit immer näher.
Das ist die Botschaft der Befreiung und dafür ist Christus gekommen. Nicht, um sich als Opfer für einen zürnenden Gott hinrichten zu lassen, hinter dem kein anderer steckt als der Götze Baal, gegen den schon die wahren Gottespropheten des Alten Testaments gesprochen haben.
Priester und Theologen haben den Tod von Jesus von Nazareth dafür missbraucht, um die Sühnopferlehren antiker Götzenkulte weiter pflegen zu können. Und Sein Tod wird bis heute missbraucht, um die Sühnopferlehren der antiken Baalskulte in ein moderneres Gewand zu kleiden und um in der Folge immer weiter sündigen zu können.
So kann man auch einmal fragen: Was hat die Verehrung des Kreuzes mit Corpus denn in den letzten 2000 Jahren alles gebracht? Nicht zuletzt unzählige von Kirchenführern gesegnete oder gar ausgerufene Kriege, die neues unermessliches Leid verursachten, geben Zeugnis davon, wofür das Kreuz mit Corpus bis heute verwendet wird.

Sprecher 13:
Liebe Mitmenschen! Jesus von Nazareth lehrte niemals: „Gott hat mich als ein Sühnopfer für eure Sünden ausgewählt“ oder „Holt euch immer wieder eine Lossprechung von euren Sünden bei einem Priester“. Sondern Er lehrte: „Gehe hin, und sündige hinfort nicht mehr.“
Den Sühnopferkult samt Ritualen und Sakramenten haben sich Kirchenlehrer und Theologen ausgedacht, die sich am Priesterkult oder an Aussagen des Schriftgelehrten Paulus orientierten, aber nicht an dem mutigen jungen Mann Jesus von Nazareth.
Jesus hat den Theologen Seiner Zeit mächtig die Stirn geboten und ihnen entgegen gehalten: „Weh euch, ihr Schriftgelehrten! Ihr geht nicht in das Himmelreich und hindert auch die daran, die hinein gehen wollen.
Jesus lehrte die Bergpredigt, das praktische Tun in der Gottes- und Nächstenliebe, das mit der Selbsterkenntnis beginnt, bei allen Widrigkeiten zunächst den Balken im eigenen Auge zu finden und zu entfernen. Wer das erlernt, dem fällt es auch immer leichter, nach den Geboten Gottes zu leben und dadurch dem inneren Glück und der inneren Freude näher zu kommen. Danach, liebe Mitmenschen, sehnt sich doch im Grunde genommen jeder Mensch. Und dazu braucht es weder Pfarrer noch Priester noch Sakramente oder Kirchen aus Stein.

Sprecher 14:
Jesus, der Christus, hat uns den Weg frei gemacht, wieder diejenigen zu werden, die wir von unserem Wesen von Anfang sind, also unser geistiges Erbe wieder antreten zu können. Dazu hat Er allen Seelen und Menschen einen Teil Seines geistigen Erbes übertragen. Es ist der Erlöserfunken, ein mächtiges Kraftpotenzial in unserer Seele, weswegen der Weisheitslehrer Jesus von Nazareth auch zum Erlöser aller Seelen und Menschen wurde. Dieses große kosmische Geschehen, das für die irdischen Augen unsichtbar geschah, vollzog sich am Kreuz von Golgatha. Denn damit hat Christus verhindert, dass sich die menschliche Seele und letztlich die ganze Schöpfung wieder auflösen kann, wie es in manchen östlichen Religionsausprägungen heute noch gelehrt wird, was unsägliche weitere Qualen bedeuten würde. Denn das war und ist das Ziel der Dämonen, Gott besiegen zu können, was bedeutet: Zerstörung und letztendliche Auflösung der Schöpfung Gottes und ein neues Reich nach ihrem hierarchischen dämonischen Vorstellungen.
Aber, und das ist wichtig, das Erlösungsgeschehen hätte nicht an diesem furchtbaren Ort geschehen müssen, und Jesus hätte nicht auf diese grausame  Weise sterben müssen, wenn die Menschen damals Seine Lehre an- und aufgenommen und erfüllt hätten. den Erlöserfunken, der uns Stütze und Schubkraft in unserer Seele ist. Auch das hat Er selbst in dem großen Offenbarungswerk „Das ist Mein Wort“ erklärt:
„Mein Auftrag als Jesus von Nazareth, der Christus Gottes, war, den Erlöserfunken in die Seelen der Menschen einzusenken.  Mein Leiden und der physische Tod waren das Zeichen für die Unbeugsamkeit der Menschen.“
Und Er erklärte weiter: „Die Leiden und den physischen Tod am Kreuze hätte Ich …nicht erdulden müssen. So litt Ich für die Söhne und Töchter der Menschen, weil sie nicht bewusst Söhne und Töchter Gottes wurden, indem sie Gottes Willen erfüllten.“
So wurde Jesus, der Christus, zwar am Kreuz von Golgatha zu unserem Erlöser, weil Er uns dort den Erlöserfunken übertrug, weil unsere Seele seither aus der Quelle der inneren Kraft, der Christus-Erlöser-Kraft, schöpfen kann. Doch für dieses unbeschreibliche Geschenk, der Übertragung des Erlöserfunkens in alle Seelen und Menschen, wäre das Marterkreuz nicht notwendig gewesen, und dafür hätte Jesus nicht gewaltsam sterben müssen. So hat es Christus in unserer Zeit selbst durch Prophetenwort offenbart.

Sprecher 15:
Liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer
Machen wir uns noch einmal bewusst, weil es von zentraler Bedeutung ist:
Jesus, der Christus, wurde zu unserem Erlöser, weil Er uns einen Teil Seines geistigen Erbes und damit Seiner göttlichen Kraft übertrug, den Erlöserfunken. Dieses für unsere menschlichen Begriffe unvorstellbar große Potenzial geistiger Kraft können wir im Grunde unserer Seele erwecken, indem wir uns Ihm, Christus, in unserem Inneren zuwenden und indem wir das tun, was Jesus uns in Seiner Bergpredigt lehrte. So kann Christus dann in uns mehr und mehr auferstehen, und das wird dann auch zum innere Halt in Gott, unserem liebenden Vater, der uns nicht leidend sehen möchte, sondern frei und glücklich.
„Wer es fassen will, der fasse es“, so die Worte von Christus in unserer Zeit. „Und wer es lassen will, der lasse es.“ In diesem Sinne, alles Gute und Auf Wiedersehen.

Der Jesus-Jünger Petrus enthüllt: Gott wollte nicht, dass Tiere geschlachtet und gegessen werden

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Der Jesus-Jünger Petrus enthüllt: Gott wollte nicht, dass Tiere geschlachtet und gegessen werden

Kennen Sie die Clementinischen Homilien oder Pseudoklementinischen Homilien? Dies trifft vermutlich auf die wenigsten Leser zu. „Homilien“, das bedeutet Gespräche, Reden, Predigten, Unterrichtungen. Und es sind brisante Schriften. Sie sind von Clemens, dem Schüler von Petrus, niedergeschrieben, der für die Kirche nach Petrus der zweite Bischof von Rom gewesen sein soll und im Jahr 110 verstorben ist. Das Werk gilt in der katholisch-evangelisch-theologischen Wissenschaft als Roman, dessen Ursprünge im 2. Jahrhundert liegen – aus diesem Grund der Titel Pseudoklementinische Homilien, weil manche Theologen glauben, dass die Texte nicht wirklich von Clemens verfasst worden sind, sondern kurze Zeit später von einem Unbekannten in dessen Namen. Über den Wahrheitsgehalt des Inhalts ist durch eine solche Beurteilung aber nichts gesagt. Es gibt ja auch Historienromane, in welche die authentischen Zitate und Lehren der betroffenen Personen genau eingearbeitet worden sind. Der Inhalt, das sind überwiegend Reden des Jesus-Jüngers Petrus, der mit seinem Gegenspieler, dem Zauberer Simon Magus einen Dialog führt. „Die syrische und die ägyptische Kirche zählten sie in der Spätantike zu den kanonischen Schriften des Neuen Testaments,“ heißt es zutreffend bei Wikipedia (Stand: 16.12.2014). Dort wurde dieses Buch also nicht abwertend als „Roman“ abgetan. Sondern es war Teil der Bibel, des Neuen Testaments. Spätantike, das sind ca. die Jahre zwischen 300 – 500, und Syrien und Ägypten sind die unmittelbaren Nachbarn von Israel, wo man den Geschehnissen um die Jahrtausendwende in Palästina noch viel näher war als im fernen Rom.

Doch die Romkirche setzte sich machtpolitisch durch und hatte diese Schrift schon Anfang des 4. Jahrhunderts nicht in ihrer Vorschlagssammlung für das Neue Testament, weswegen sie dann auch in dem 384 von Hieronymus neu übersetzten Neuen Testament auf Latein fehlen, das für die Zukunft der abendländischen Kirchengeschichte maßgeblich war. Aber in Syrien und Ägypten standen im Neuen Testament der Bibel bis ca. 500 noch die sinngemäßen Petrusworte: Gott will nicht, dass Tiere geschlachtet werden, ihm gefällt das Fleischessen nicht. So wie es auch im Schöpfungsbericht der Bibel heißt: Der Mensch soll vegetarisch leben.
Lesen Sie selbst Auszüge von dem, was die katholische Kirche uns unterschlagen hat. Die Zitate sind dem Buch von Jürgen Wehnert, Pseudoklementinische Homilien, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010 entnommen, Hervorhebungen von uns.

Bild: Petrus im Gefängnis: Ausschnitt aus einem Gemälde von Rembrandt (1631) (Gemeinfrei nach Wikimedia-Commons). Die Romkirche vereinnahmte Petrus als ihren angeblich ersten Papst. In Wirklichkeit unterschlug sie, was Petrus die Menschen lehrte. Seine Beförderung zum „Papst“ bei gleichzeitigem Verschweigen seiner Botschaft wäre ihm ein Gräuel gewesen.

III
III, 45.1 – Dass er [Gott] aber nicht nach Opfern verlangte, zeigt sich daran, dass diejenigen, die Fleisch begehrten, vernichtet wurden, sobald sie davon aßen, und dass nach ihrer Beerdigung dem Grab der Name ´Hügel der Begierden` (Num 11, 33f) gegeben wurde. (siehe Anmerkung unten)

III, 45.2 – Er, der von Anfang an über das Schlachten von Tieren zürnte und nicht wollte, dass sie geschlachtet werden (vgl. Gen 1, 29), ordnete keine Opfer an, als ob er sie begehrte, und beanspruchte keine Erstlinge [die „Erstgeburt“ von Tieren als Brandopfer]. Denn ohne das Schlachten von Tieren können weder Opfer vollzogen noch Erstlinge dargebracht werden.

III, 45.4 –  Folglich, Simon, erweist die Handschrift Gottes, nämlich der Himmel, den Ratschluss des Schöpfers als rein und unerschütterlich.

III, 46 – So werden die verleumderischen Aussagen über den Gott, der den Himmel geschaffen hat, sowohl durch die gleichzeitigen gegenteiligen Aussagen entkräftet als auch die Schöpfung widerlegt. Sie wurden nämlich nicht von prophetischer Hand geschrieben. Deshalb stehen sie in offenkundigem Widerspruch zur Hand Gottes, der alles erschaffen hat.

Anmerkung: In Num 11, 33 f. (= 4. Mose 11) beschweren sich die Israeliten, dass es in der Wüste immer nur Manna zu essen gebe, und sie verlangen von Gott und dem Propheten Mose Fleisch – so wie in Ägypten. Mose soll darauf hin mit Gott geredet und erklärt haben, dass das Fleisch nicht für alle reichen würde, selbst wenn man alle mitgeführten Tiere im Zug des Volkes töten würde. Darauf haben ein Wind Wachteln auf die Erde fallen lassen und das nach Fleisch gierende Volk bringt alle Wachteln um, brät und verzehrt sie. Und in Num. 11, 33 f. heißt es darauf hin: „Sie hatten aber das Fleisch noch zwischen den Zähnen, es war noch nicht gegessen, da entbrannte der Zorn des Herrn über das Volk, und der Herr schlug das Volk mit einer bösen Plage. Daher nannte man den Ort ´Giergräber`, da man dort die Leute begrub, die von der Gier gepackt worden waren.“ Darauf nimmt Petrus in Hom. III, 45.1 Bezug. Hier ist allerdings fälschlicherweise von einer „Plage“ die Rede, die „Gott“ geschickt haben soll. In Wirklichkeit sind die Plage und vergleichbare Geschehnisse negative Wirkungen auf negative Ursachen im „Gesetz von Saat und Ernte“, welches besagt: Was der Mensch, das wird er ernten.

VII
In Homilie VII spricht Petrus zur Bevölkerung von Tyrus, nachdem kurz zuvor sein Gegenspieler Simon Magus dort ein Rind geschlachtet und ein Festessen organisiert hatte. Petrus erklärt den Tyrern dabei auch das Gesetz von Saat und Ernte und die Goldene Regel.

VII, 3.1 – Ich höre nun, dass Simon ein Rind geopfert und euch mitten auf der Agora [dem Marktplatz] bewirtet hat. Anschließend habt ihr euch durch viel Wein hinreißen lassen und zusammen mit den bösen Dämonen auch ihren Fürsten [vermutlich ist damit Simon Magus, der Gegenspieler von Petrus, gemeint] freundlich aufgenommen. Infolgedessen sind die meisten von euch von den Krankheiten ergriffen worden, weil ihr aus Unwissenheit das Schwert des Verderbens mit eigenen Händen gegen euch selbst gezückt habt.

VII, 4.2 – Die Dinge aber, die Gott gefallen, sind: zu ihm zu beten, ihn zu bitten, weil er alles nach einem redlichen Gesetz gibt, der Mahlzeit der Dämonen fernzubleiben, totes Fleisch nicht zu genießen, Blut nicht anzurühren, von jeder Verunreinigung sich reinzuwaschen.

VII, 4.4 – So dürfte denn wohl jeder von euch das Gute erkennen, wenn er Folgendes bei sich bedenkt: Du willst nicht getötet werden, also töte keinen anderen! Du willst nicht, dass deine Frau von einem anderen zum Ehebruch verführt wird, also verführe nicht die Frau eines anderen zum Ehebruch! Du willst nicht, dass etwas von deinem Besitz gestohlen wird, also stiehl nichts von einem anderen!

VII, 4.5 – Und wenn ihr auf diese Weise von selbst begreift und tut, was vernünftig ist, und Gott lieb werdet, dann werdet ihr Heilung erlangen. Andernfalls werdet ihr im gegenwärtigen Äon an euren Leibern gepeinigt, um im künftigen an euren Seelen bestraft werden.

VIII
Petrus spricht in Homilie VIII auch über die Fallwesen bzw. Dämonen auf der Erde, und wie sie einst die Menschen zum Fleischkonsum verführten.

VIII, 15.3 – Damit sie sich nicht aus Mangel an Nahrung dem widernatürlichen Verspeisen von Tieren zuwandten und dabei unschuldig zu sein schienen, weil sie sich aufgrund einer Notlage dazu erkühnten, ließ der allmächtige Gott Manna von verschiedenstem Geschmack auf sie regnen. Da konnten sie alles genießen, was sie wollten.

VIII, 15.4 – Sie aber hatten aufgrund ihrer bastardischen Natur an der Reinheit dieser Nahrung keinen Gefallen und trachteten allein nach dem Geschmack von Blut. Darum verzehrten sie auch als erste Fleisch.

VIII, 16.1 – Daraufhin strebten die mit ihnen zusammenlebenden Menschen danach, erstmals das gleiche zu tun. Folglich werden wir weder als Gute noch als Schlechte geboren, sondern wir werden so, und wenn wir uns daran gewöhnt haben, sind wir schwer davon abzubringen.

VIII, 16.2 – Als aber die vernunftlosen Tiere darauf hin knapp wurden, verzehrten die bastardischen Menschen auch menschliches Fleisch. Es lag ihnen ja nicht mehr fern, das eigene Fleisch zu töten, nachdem sie es zuvor in anderen Formen verzehrt hatten.

VIII, 17.1 – Infolge des vielen Blutvergießens aber wurde die reine Luft durch die unreine Ausdünstung verseucht und ungesund, und machte diejenigen, die sie einatmeten, krank, so dass die Menschen fortan vorzeitig starben.

VIII, 17.2 – Die Erde aber wurde dadurch stark verseucht und brachte darauf hin erstmals die giftigen und schädlichen Tiere hervor.

XII
In Homilie XII schildert Clemens eine Begegnung mit Petrus aus der Zeit, als er sein Begleiter wurde. Er freut sich, Reisebegleiter des Petrus sein zu können und sagt dazu, „wenn du mir gestattest, die Dienste von Knechten zu verrichten“. (XII, 5.7)

XII, 6.1 – Als Petrus das hörte, lachte er und sagte: ´Was glaubst du denn, Klemens? Dass du mir aufgrund einer Notlage anstelle von Knechten zugeordnet worden bist?

XII, 6.2 – [ironisch] Denn wer sonst soll meine vielen schönen Tuniken samt den von mir mitgeführten Fingerringen und Sandalen bewachen?

XII, 6.3 – Und wer soll auch die wohlschmeckenden kostbaren Leckerbissen vorbereiten, die so mannigfaltig sind und viele kunstfertige Köche erfordern? Und alle jene Köstlichkeiten, die, aus reiner Habsucht erworben, für die Begierde verweichlichter Männer wie für ein großes Raubtier zubereitet werden?

XII, 6.4 – Doch beschlich dich ein solches Ansinnen vielleicht, weil du meine Lebensweise nicht kennst und nicht begreifst, dass ich nur Brot und Oliven benötige und selten Gemüse und dass ich genau dieses Gewand und diesen Mantel besitze, den ich anhabe; und einen anderen nicht benötige, auch nicht irgendwelche anderen Dinge.`

XV
Aus einer Rede des Petrus an Faustus:

XV, 7.5. – Jeden Menschen aber schuf er [Gott] frei, so dass er die Möglichkeit hat, sich hinzugeben, wem er will, entweder dem gegenwärtigen Schlechten oder dem künftigen Guten. Diejenigen unter ihnen, die das Gegenwärtige wählten, haben die Möglichkeit, reich zu sein, üppig zu leben, sich zu vergnügen und zu tun, was immer sie können; denn von den künftigen Gütern werden sie nichts haben.

XV, 7.6 – Diejenigen aber, die sich entschieden, die Güter des künftigen Königreichs zu empfangen, dürfen von den hiesigen Gütern nichts an sich nehmen, weil sie Eigentum eines fremden Königs sind, außer allein Wasser und Brot, und nur, wenn sie mit Schweiß erworben werden, um davon zu leben.

Anmerkung: In Hom. XII,6.4 wurde bereits deutlich, dass „Wasser und Brot“ im übertragenen Sinne gemeint war als das für die Ernährung Notwendige, wozu unter anderem auch Oliven und Gemüse gehören können, aber ganz sicher kein Fleisch. Jesus und die ersten Christen waren Vegetarier

Alles das hat uns die römisch-katholische Kirche vorenthalten, indem sie es nicht in die katholische Bibel aufgenommen hat. Doch in der syrischen und ägyptischen Bibel konnten es die Menschen noch bis ca. in das Jahr 500 lesen, und in unserem Zeitalter wird es durch die Wissenschaft wieder ans Tageslicht gebracht. Möge diese Seite also weite Verbreitung finden, damit die Menschen erfahren, was Jesus und seiner Jünger wirklich lehrten.

100 Jahre 1. Weltkrieg – Papst: „Diesen Krieg hat Luther verloren“ – Parallelen zu heute

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100 Jahre 1. Weltkrieg – Papst: „Diesen Krieg hat Luther verloren“ – Parallelen zu heute

100 Jahre erster Weltkrieg – Papst erklärte damals: „Diesen Krieg hat Luther verloren“ – Zum Kriegsjubiläum ziehen erneut Kriegswolken auf – Parallelen zwischen damals und dem heutigen Ukraine-Konflikt Seit Monaten nun halten die Schuldzuweisungen, Sanktionsdrohungen und Sanktionen des Westens gegenüber der Regierung Russlands im Ukraine-Konflikt an. Nun wurde gar ein Ultimatum ausgesprochen. Was auch immer diese tue, sei entweder falsch oder zu wenig. Nach westlicher Auffassung hat in der Ukraine natürlich der Westen in allem Recht, die Regierung Russlands sieht das jedoch anders. Was jeweils stimmt, ist für den Einzelnen immer schwerer nachzuvollziehen. Offensichtlich ist nur: Es geht um Macht und Einfluss.

Und was das augenblickliche Hochschaukeln des West-Ost-Konflikts betrifft: Wie war das vor 100 Jahren? „Keiner der führenden Männer dieser Zeit hat den Krieg tatsächlich gewollt, sie glitten gewissermaßen hinein“, verteidigte sich der britische Premierminister Lloyd George 1920 nach dem Krieg, was jedoch keinen von seiner Schuld entlastet, was vor allem für die Kriegseinpeitscher im Hintergrund gilt.

„Tag für Tag rangen die Regierungschefs der einzelnen Nationen miteinander. Das diplomatische Wortgefecht eskalierte immer weiter – bis schließlich eine Nation nach der anderen in den Krieg eintrat“, heißt es bei spiegel.de am 28.6.2014.

Beispielhaft dazu eine der maßgeblichen Stationen: Am 28.6.1914 war das Attentat des 19jährigen Gavrilo Princip von der Bewegung „Junges Bosnien“ auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo. Princip und seine Mitstreiter kämpften für ein Ende der Besatzung Bosnien-Herzegowinas durch Österreich-Ungarn, und sie wollten stattdessen einen Anschluss der serbischen Teile Bosniens an Serbien. Ca. vier Wochen später, nachdem sich der Konflikt seither weiter hochgeschaukelt hatte, zwischen dem 23.7. und 25.7., forderte die Regierung Österreichs Serbien in einem 48-Stunden-Ultimatum dazu auf, „alle nationalistischen Aktivitäten sofort zu stoppen, die Schuldigen des Attentats rigoros zu bestrafen und die österreichischen Dienststellen in ihre Vermittlung einzubeziehen“ (http://www.spiegel.de/einestages/attentat-von-sarajevo-bis-erster-weltkrieg-chronik-der-julikrise-1914-a-977611.html).
Ähnlich wie bei den heutigen Ultimaten und Sanktionsdrohungen ging der Attackierte damals auf die Forderungen teilweise bzw. weitgehend ein, aber eben nicht zu 100 %. Serbien wies die Einmischung Österreichs in seine nationalstaatliche Souveränität zurück. „Daraufhin bricht Österreich die diplomatischen Beziehungen zu Serbien ab“, woraufhin Serbien die Armee in Kampfbereitschaft versetzt, woraufhin wiederum Österreich den Krieg beginnt, indem es die serbische Hauptstadt Belgrad angreift.

Obwohl Hunderttausende von Menschen (!!) in Deutschland am 28.7.1914 gegen den drohenden „Beistand“ des Deutschen Reiches für Österreich-Ungarn und gegen den Kriegseintritt Deutschlands auf die Straße gehen, wird von den Regierenden nicht auf das Volk gehört. Es stimmt also nicht, wenn heute manchmal behauptet wird, damals sei eben eine Kriegsstimmung im Land gewesen. Wer aber hat unter vielen Menschen dann tatsächlich eine Kriegsstimmung entfacht? Wer?
Zum Hintergrund: In Deutschland gab es von 1910-1914 eine Kirchenaustrittswelle. Beide Großkirchen lagen am Boden. Dies änderte sich an diesem ersten Tag im August 1914. „Es kam der Tag, da wurden aller Streit, alle Differenzen, unwichtig“, erklärte Barbara Beuys in ihrem Buch Und Wenn die Welt voll Teufel wär. „Wie 1813 und 1870 im Kampf gegen Frankreich funktionierten die evangelischen Kirchen die deutsche Sache um zu Gottes ureigenem Auftrag und erklärten, dass der Segen des Christengottes vor allen anderen auf deutschen Waffen ruhe.“ (S. 495)

Was war genau geschehen? Als nach dem Angriff Österreichs auf Serbien auch Russland seine Armee in Kampfbereitschaft versetzt, stellt Deutschland Russland ein 12-Stunden-Ultimatum, die Mobilmachung zurückzunehmen. Als Russland nicht gehorcht, erklärt an diesem 1. August 1914 Deutschland durch den evangelischen Kaiser Wilhelm II. Russland den Krieg.
Nun ist die Stunde der „großen“ evangelischen Kriegsprediger gekommen (ein typisches Beispiel siehe hier). Der Evangelische Oberkirchenrat in Berlin ließ verkünden: „Mit hoher Freude sehen alle, die unser Volk lieb haben, wie unter der Not des mit ungeheurem Frevelmut uns aufgezwungenen Krieges das religiöse Bedürfnis in unsern Gemeinden erwacht. Gotteshäuser und Gottesdienst füllen sich. Scheinbar erstorbene Glaubensfunken leuchten wieder auf … Unser Volk findet seinen Gott wieder und spricht zu ihm als seinem Hort und seiner Zuflucht.“ (zit. nach Barbara Beuys, Und wenn die Welt voll Teufel wär, S. 495)

Bild
Foto: 1914 – Französische Bauern auf der Flucht – Elend im Namen des Luther-Gottes

Wie wurde der Krieg begründet? Die Vertreter der Habsburger Monarchie in Wien waren nicht bereit, den Konflikt mit Serbien in Verhandlungen zu lösen, sondern forderten nach einseitiger Schuldzuweisung die Unterwerfung des politischen Gegners unter die eigene Sichtweise und die eigenen Bedingungen. Das gleiche geschieht heute seit Monaten im Ukraine-Konflikt. Die USA und die EU weigern sich, die Probleme in Verhandlungen zusammen mit der Regierung Russlands zu lösen, sondern fordern mit Sanktionen und Ultimaten Unterwerfung unter ihre Sichtweise. Nur die „Sünden“ des anderen werden angeprangert, eigene „Sünden“ werden vertuscht oder geleugnet. Oder, wie der Ex-EU-Kommissar und deutsche Politiker Günter Verheugen die Situation beschrieb: „Weil europäische politische Eliten nur noch in Kategorien wie prorussisch und proeuropäisch denken konnten und den Konflikt statt den Dialog mit Russland bevorzugten, haben sie die schwerste Krise in Europa in diesem Jahrhundert mit ausgelöst. Ein Gutteil der Verantwortung dafür liegt in Berlin.“ (spiegel.de, 19.5.2014)

Konflikt statt Dialog prägte auch 1914, und Vergleichbares geht immer Kriegen voraus. Damals erhob die Evangelische Kirche das Deutsche Kaiserreich zum Richter, „um Gottes Gericht über England, Frankreich und Russland zu bringen“. „Der Krieg sei vom ´heiligstem christlichem Interesse`, verkündete 1914 das ´Korrespondenzblatt` für die evangelisch-lutherischen Geistlichen in Bayern“ (Evangelisches Sonntagsblatt für Bayern Nr. 46/2008).
Heute erheben sich die westlichen Mächte zum Richter über die Regierung Russlands und deren Machtinteressen, sprechen sich selbst jedoch von aller Schuld frei und verbergen ihre eigenen Machtinteressen.
Auch die Streitpunkte damals und heute kann man einmal nebeneinander stellen: So wie vor 100 Jahren bosnische „Separatisten“ einen Anschluss Bosniens an Serbien wollten, so wollten heute ukrainische „Separatisten“ einen Anschluss ost-ukrainischer Provinzen an Russland. Und wie Österreich und Deutschland damals Serbien für das Attentat von serbenfreundlichen Bosniern verantwortlich gemacht haben, so wird heute vom Westen Russland für den Aufstand russlandfreundlicher Ost-Ukrainer verantwortlich gemacht. Und noch eine weitere Parallele: Die heutige West-Ukraine gehörte damals zur Habsburger Monarchie Österreich-Ungarn, die in dieser Zeit auch Bosnien besetzt hielt und die mit dem Angriff auf Belgrad den 1. Weltkrieg begann. Es stehen sich also heute teilweise ähnliche West-Ost-Macht-Traditionen gegenüber wie beim Ausbruch des 1. Weltkriegs.

Und wie reagierte damals der Vatikan? Papst Benedikt XV. widersprach der lutherischen Kriegseuphorie in Deutschland nicht, da der Papst auf allen Seiten taktierte. So hetzte das Papsttum durch seine Militärpriester Katholiken auf allen Seiten der Front mordend aufeinander los. Nach Kriegsende galt Benedikt XV. dann als „Kriegsgewinnler“, da er immer rechtzeitig auf der Seite der gerade militärisch „Siegenden“ stand, und er ließ schließlich verkünden: „Diesen Krieg hat Luther verloren(zit. nach Karlheinz Deschner, Opus Diaboli, S. 151), womit er nicht ganz Unrecht hatte. Was von Deutschland aus zum 400-jährigen Reformationsjubiläum (1517-1917) zur bisher blutigsten Machtdemonstration des Luthertums hat werden sollen, endete mit der militärischen Niederlage. „Nicht wenige Pfarrer glaubten, mit solchem kriegerischen Eifer in den Fußstapfen Martin Luthers zu wandeln … Ja, er schrieb, dass in einem solchen Fall ´Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und Krieg führt`(Barbara Beuys, a.a.O., S. 498). Doch der Gott Martin Luthers musste nach unzähligen Blutbädern und 17 Millionen Kriegsopfern und unermesslichem Leid schließlich kapitulieren. Am 11.11.1918 wurde ein Waffenstillstand unterzeichnet, nachdem der evangelische Kaiser am Tag zuvor, an Luthers Geburtstag, in die Niederlande geflohen war.

BildFoto: Martin Luther nach einem Gemälde von Lucas Cranach – Die evangelische Kirche hat nach dem Dreißigjährigen Krieg, dem Krieg gegen Napoleon und dem Deutsch-Französischen Krieg auch den 1. Weltkrieg mit Luthers Lehren begründet und gerechtfertigt. Luther selbst erklärte: „Prediger sind die allergrößten Totschläger. Denn sie ermahnen die Obrigkeit, dass sie entschlossen ihres Amtes walte und die Schädlinge [also Kriegsgegner und innenpolitische Gegner der Regierung] bestrafe“ (Weimarer Ausgabe der Lutherschriften 3, 75). Auch die Judenverfolgungen im Dritten Reich entsprechen zu einem großen Teil den Forderungen Martin Luthers. Im 21. Jahrhundert möchte die Lutherkirche ihren Gründervater zum 500-jährigen Reformationsjubiläum wieder feiern, nachdem das 400-jährige Reformationsjubiläum 1917 bereits durch die in die „Defensive“ gedrängten deutschen Heere „belastet“ war.

In der Ukraine ist jedoch noch nicht bekannt, wohin das Kräftemessen der heutigen Politiker alles noch führt. Vor 100 Jahren wurden nach der Kriegserklärung von Deutschland an Russland unter anderem auch England, Frankreich, das Osmanische Reich und später die USA in den Krieg hinein gezogen. Durch die mögliche Erklärung eines „Nato-Bündnisfalls“ in unserer Zeit droht ein noch schwer wiegenderer Domino-Effekt von Kriegseintritten wie vor 100 Jahren. Denn damals gab es noch keinen solchen automatischen „Bündnisfall“. Wenn es dann aber eines Tages wieder einmal heißen sollte „Keiner der führenden Männer und Frauen dieser Zeit hat den Krieg wirklich gewollt, sie glitten gewissermaßen hinein“, dann wird das jetzt schon vorsorglich als Heuchelei zurück gewiesen.

Nun jährt sich also der Beginn des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren, und passend dazu tritt Deutschland auch in ein neues „Kampfzeitalter“ ein. Der preußisch-lutherische Pfarrer und Präsident Joachim Gauck fordert, die militärische Zurückhaltung Deutschlands der letzten Jahrzehnte weltweit aufzugeben und die preußisch-lutherische Pfarrerstochter und Kanzlerin Angela Merkel hat nicht widersprochen. Und die preußisch-lutherische Militärministerin Ursula von der Leyen möchte jetzt sogar Kampfdrohnen für die Bundeswehr anschaffen wie die USA. Die Frontfrau der Bundeswehr nennt sich „christlich“ und ist Mitglied der „christlich-demokratischen“ CDU-Regierung. Doch was hat nun auch die Anschaffung von Kampfdrohnen mit „christlich“ zu tun?
Vor allem der ungeheure Missbrauch des Namens Christus zählt heute schon seit langer Zeit zu den Fakten. Der 1. Weltkrieg wurde vor allem in Deutschland auf niederträchtige Art mit Christus begründet.
Und heute wird im Namen von Christus vor allem durch Parteien mit dem Buchstaben „C“ im Namen weiterhin mit Waffen gedroht, gehandelt und geschossen, wie zu allen Zeiten der Kirchengeschichte. Alle einflussreichen westlichen Politiker sind heute katholisch oder evangelisch (die Regierenden der USA vor allem katholisch, die Regierenden Deutschlands vor allem evangelisch), die einflussreichen Politiker Russlands und die so genannten „Separatisten“ der Ost-Ukraine sind orthodox. „Christlich“ nennen sie sich alle, doch mit Christus hat das alles, was geschieht, nichts zu tun.
Es tobt bereits ein neuer geistiger Krieg der Kirche gegen Christus, indem man sein Werk einmal mehr ins Gegenteil zu verkehren versucht. Denn Jesus, der Christus, lehrte, einem möglichen Gegner Gutes zu tun; nicht, ihm mit Ultimaten, Sanktionen oder gar „Militärschlägen“ zu drohen, wie es in den letzten Jahrzehnten mehrfach geschah. Demgegenüber wird die Friedensbotschaft des Christus von den Institutionen Kirche und den führenden Politikern mehr oder weniger als „Utopie“ verspottet. Die Folgen haben sich vor 100 Jahren gezeigt. Und sie werden sich auch in Zukunft zeigen.


Der Theologe aktuell – Juni 2014

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28.6.2014 – 100 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkriegs – Parallelen zwischen damals und heutehttp://www.theologe.de/theologe6.htm#Ausbruch_des_ersten_Weltkriegs

28.8.2014 – Syrien: Scheinheiliger Papst-Aufruf an Waffenlieferanten? Katholiken und Protestanten in der US-Regierung stellen den Aufständischen neue halbe Milliarde zur Verfügung, wodurch sie den Krieg fortsetzen können – http://www.theologe.de/theologe6.htm#USA_unterstuetzen_Aufstaendische_in_Syrien

27.6.2014 – Evangelischer Militärseelsorger wirft Jesus indirekt vor „Selbsgerechtigkeit triefende Hybris“ vorhttp://www.theologe.de/theologe6.htm#Militaerpfarrer_wirft_Jesus_Hybris_vor

24.6.2014 – Die wissenschaftliche Studie „Die dunkle Seite des Reformators“ von Christian Pfeifer, Direktor des Kriminologischen Instituts Niedersachsen e.V., ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zum Reformationsjubiläums-Jahr 2017: Wie die lutherische Kirche über Jahrhunderte der Judenvernichtung der NS-Diktatur den Boden bereitete. Dr. Christian Pfeifer plädiert für eine ehrliche Aufarbeitung statt fortgesetzter Beschönigung und Verschweigen. Vielen „eisernen“ Lutheranern ist seine Studie bereits jetzt ein Dorn im Auge, und sie reagierten mit den „üblichen“ Rechtfertigungen und Geschichtsverbiegungen.
http://www.cicero.de/berliner-republik/luther-judenfeind-die-dunkle-seite-des-reformators/57603

Siehe auch http://www.theologe.de/500-jahre_reformation_jubilaeum_2017.htm#Dunkle_Seite

21.6.2014taeuschung_aus_dem_vatikan_2 – Der Theologe Nr. 70 – Die Täuschung aus dem Vatikan: Wenn ein Papst sich Franziskus nennt jetzt auch gratis als Druckschrift. Bei Bestellung mehrerer Hefte bitten wir um einen Selbstkostenbeitrag von 0,50 € pro Heft – Der Theologe Nr. 70 online unter http://www.theologe.de/papst_bergoglio_franziskus_taeuschung.htm

19.6.2014 – Der Pastoren-Präsident Gauck rief dazu auf, dass Deutschland öfter zu den Waffen greifen solle als früher. Der ehemalige CDU-Abgeordnete Jürgen Todenhöfer, Spiegel-Redakteur Jakob Augstein und viele andere erinnern sich in diesem Zusammenhang an die Kriegs- und Militäraufrufe der deutschen Pfarrer im 20. Jahrhundert. Jügen Todenhöfer weist z. B. auf den Militärpfarrer Adolf Schettler hin. Lesen Sie dazu: Wie evangelische Pfarrer die Soldaten in den 1. Weltkrieg triebenhttp://www.theologe.de/theologe6.htm#Pfarrer_trieben_Soldaten_in_Weltkrieg

19.6.2014 – Einmal im Jahr, 2014 am 19. Juni, ist „Fronleichnam“, das „Leichenfest“ des Katholizismus. Anlässlich der blutigen Ausrottung der „Ketzer“ behauptet die Kirche seit 1264, den ermordeten „Leib“ von Jesus zu feiern – http://www.theologe.de/eucharistie_abendmahl.htm#Fronleichnam

18.6.2014 – „Enthautpung des Gottesvolkes“ – Schwerste Vorwürfe des heutigen Papstes gegen Martin Luther – neues Buch ein „Schock“ für die Ökumene-Anhängerhttp://www.theologe.de/500-jahre_reformation_jubilaeum_2017.htm#Buch_von_Jorge-Bergoglio

16.6.2014 – Die Stadt, in der die Steine schreien – Stadtführung in Würzburg – Auf den Spuren der Opfer der Kirche und der „hoch geehrten“ Täter –

16.6.2014 – Irak-Krieg nach Gebeten zu „Gott“ – Mit welchem Gott sprachen Tony Blair und George W. Bush? Dieser „Gott“ lässt sich nicht „lumpen“, doch wann fordert er die geliehene Energie zurück? http://www.theologe.de/theologe6.htm#Tony-Blair

14.6.2014 – Es geht wieder los – Pfarrer Gauck: „Manchmal muss man zur Waffen greifen …“http://www.theologe.de/theologe6.htm#Gauck

14.6.2014 – Die Ablenkung des Volkes mit „Brot und Spielen“ bzw. „Religion und Spielen“ funktioniert in Brasilien nicht mehr – Ausnahmezustand wg. Hochwasser im Fußball-WM-Spielort Manaus im Norden und im Umfeld des WM-Spielorts Curitiba im Süden. Dort gab es bereits unmittelbar vor WM-Beginn acht Hochwasser-Tote, und statt sich auf die Spiele in ihrer Stadt zu „freuen“, wurden 2000 Menschen vorerst evakuiert. „Höchster Wasserstand der Geschichte“, „36-fache Fließmenge des Normalen“, 500.000 Menschen bedroht, 33.000 evakuiert, weitere Tote, doch die Spiele Iran-Nigeria und Spanien-Australien sind noch nicht gefährdet.
http://www.spiegel.de/…/ueberschwemmungen-in-brasilien…

Im WM-Spielort Sao Paulo führte der U-Bahn-Streik zu einem 344 km langen Stau auf der Straße, und es gibt gewalttätige Anti-WM-Proteste. Auch in Rio, Salvador da Bahia und Brasilia.
Astronomische Siegprämien für die Fußball-Gladiatoren, Armut und Elend für das Volk, und überall auf der Welt öffnet sich die Schere zwischen Superreich und Bitterarm weiter.
Andernorts stimmen Oligarchen und andere Mächtige ihr „Kriegsgeschrei“ um die Macht an oder rufen antichristlich nach „Rache“ und „Vergeltung“, wobei sie kaum Rücksicht darauf nehmen, was das „Volk“ will. Und beim Schachern um Territorien bleiben die Grundbedürfnisse der einfachen Bevölkerung weitgehend auf der Strecke und die knappen Mittel werden der Bevölkerung für Krieg und Hochrüstung entzogen.
PS: Die nächsten geplanten Fußball-WMs 2018 in Russland und 2022 in Katar erscheinen ohnehin fraglich.
Die Regierung in Brasilien hatte eigens den deutsche Kampf-Panzer Gepard angeschafft, um bei Unruhen aus der Bevölkerung durchgreifen zu können.
http://www.theologe.de/theologe6.htm#Panzer_fuer_Weltjugendtag

Erst allmählich sickert durch, warum die Wut hier und da so groß ist. Ein Beispiel: „Über 250.000 Brasilianer seien für den Bau von Stadien und Verkehrswegen aus ihren Häusern vertrieben und zwangsumgesiedelt worden, manche an die Stadtränder, wo es keine Arbeit gebe“ (idea.de, 13.6.2014).

8.6.2014 – Die Pfingstbotschaft: Deutsche lutherische Militärministerin fordert neue Runde der Hochrüstunghttp://www.theologe.de/theologe6.htm#Militaerministerin_fordert_mehr_Ruestung

7.6.2014 – Immer neue Details – Baby-Vernichtungsanstalt der Kirche in Irland bis 1961http://www.theologe.de/schwarzbuch_katholische-kirche.htm#Baby-Vernichtungsanstalt

5.6. / 9.6.2014 – Kirche contra Pfingsten: „Löscht den Heiligen Geist aus!“ – Was ist die wirkliche Bedeutung des Pfingstfestes? Alle Jahre wieder im Mai oder Juni wird das Pfingstfest gefeiert, und im Kalender stehen Pfingstsamstag, Pfingstsonntag und Pfingstmontag. Worauf werden diese Feiertage zurück geführt? Die Institutionen Kirche behaupten, das in der Apostelgeschichte der Bibel in Kapitel 2 beschriebene Pfingstgeschehen wäre ihre „Geburtsstunde“, und sie feiern deshalb das „Fest des Heiligen Geistes“. Diese Behauptung ist der Versuch einer Vereinnahmung eines großen Geschehens im Urchristentum, das mit den sich später heraus bildenden Institutionen Kirche jedoch nichts zu tun hat. Doch was ist dann die Bedeutung von Pfingsten? Was wird dazu überliefert? Und was ist damals genau passiert?
In der Apostelgeschichte wird das Ereignis, das von manchen Skeptikern angezweifelt wird, mit den Worten eingeleitet: „Als der 50. Tag gekommen war“. Gemeint ist der 50. Tag nach dem jüdischen Pesachfest = Passahfest, an dem das Fest Schawuot, auch „Wochenfest“ genannt, gefeiert wird. Es gilt als erstes Erntedankfest, weil kurz zuvor im Mittelmeerraum bereits die ersten Früchte geerntet worden sind. Das in der Bibel gebrauchte griechische Wort „Pentekoste“ = „der Fünfzigste“ wird im Deutschen nun mit „Pfingsten“ übersetzt = der „50. Tag“. Und da die Christenheit später das jüdische Pesach- = Passahfest durch ihr Osterfest ersetzte, bedeutet das Wort „Pfingsten“ von der Wortbedeutung her schlicht „50. Tag nach Ostern“.

Die Behauptung, dies sei die Geburtsstunde der Kirche gewesen, zählt dabei zu den großen Irreführungen der Kirchengeschichte. Die Kirche hat in Wirklichkeit immer wieder zunichte gemacht, was zu „Pfingsten“ aufgebrochen war. Denn vergleicht man das, was am „Pfingstfest“ als „Ausgießung des Heiligen Geistes“ beschrieben ist, mit Geschichte und Gegenwart der abendländischen Groß-Institutionen, dann ist kaum ein größerer Gegensatz vorstellbar: Damals das machtvolle Wirken des Gottesgeistes, in den folgenden Jahrhunderten eine erstarrte Priester- und Pfarrerhierarchie, die den Namen Christus für ihre Zwecke missbraucht und den Gottesgeist immer wieder zum Schweigen gebracht hat.
Unzählige Männer und Frauen des freien Geistes, urchristliche Prophetinnen und Propheten, durch die der Christus-Gottes-Geist sprechen konnte, oder kritische Zeitgenossen wurden über Hunderte von Jahren in den kirchlichen Folterkellern oder auf Scheiterhaufen gequält und getötet (vgl. hier). Und in unserer Zeit sind es moderne kirchliche Inquisitoren, so genannte „Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte“, die damit beauftragt sind, den „Geist“ dem Kirchen-Dogma zu 100 % unterzuordnen und zu unterwerfen. Und führt dieser Vereinnahmungsversuch dabei nicht zum gewünschten Ergebnis, wird das Wirken des Geistes bekämpft wie zu allen Zeiten, nur eben mit den Methoden unserer Zeit, z. B. mithilfe des Rufmord-Begriffs „Sekte“.
Für die Kirche ist „Heiliger Geist“ eine von vermeintlich drei „Personen“ der Gottheit (Vater, Sohn und Heiliger Geist), woraus die Theologen eine Lehre der Dreieinigkeit konstruierten.

Und die Aufgabe der urchristlichen Propheten sei laut Kirchenlehre angeblich auf die Priester der römisch-katholischen Kirche übergegangen.
So heißt es z. B. in der Vatikan-Verlautbarung Kongregation für den Klerus aus dem Jahr 1994: Es sei angeblich der „Heilige Geist, der dem Priester in der Priesterweihe die prophetische Aufgabe überträgt“.
Der Prophet sei also in unserer Zeit der Priester. Damit werden echte Gottespropheten, durch die der lebendige Christus-Gottesgeist wirken und auch sprechen kann, von der Kirche bereits von vorne herein ausgeschaltet und durch kirchliche Priester ersetzt. In der Bibel der Kirchen steht aber etwas ganz anderes. Dort lehrte Jesus, den echten vom falschen Propheten zu unterscheiden. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matthäus 7, 16), so das Kriterium.
Vergleicht man dazu das Wirken der Priester, denen der Heilige Geist angeblich die prophetische Aufgabe übertragen haben soll, dann ist es nicht schwer, mithilfe des Maßstabs von Jesus von Nazareth den falschen Propheten zu entlarven, der seit Jahrhunderten sein Unwesen treibt. Kirchengeschichte kann geradezu verstanden werden als das sich stets wiederholende Bestreben, den Geist Gottes auszulöschen. „Löscht den Geist aus“ kann geradezu als tiefste Triebfeder kirchlichen Handelns verstanden werden, wenn man all das Leid auf sich wirken lässt, das durch priesterliche Intoleranz, Hexenverbrennungen, Kreuzzüge, angeblich gerechte Kriege, Kindsmisshandlungen, Finanzskandale und seelische Grausamkeiten in die Welt gekommen ist.

„Löscht den Geist“ aus, das war und ist also immer das kirchliche Losungswort, während man gleichzeitig das Pfingstgeschehen vor nahezu 2000 Jahren vereinnahmt und dort die eigene „Geburt“ hinein konstruieren möchte. In Wirklichkeit ist man nur der Abkömmling derer, die damals vor ca. 2000 Jahren das Treffen der Nachfolger von Jesus in Jerusalem beargwöhnten, die damaligen Priester.
Der Kampf gegen den Gottesgeist charakterisiert dabei auch die Entstehung der evangelischen Staatskirchen von Anfang an. So setzte der „Reformator“ Martin Luther beispielsweise alles daran, eine durch die Zwickauer Propheten in Deutschland ins Leben gerufene urchristliche Bewegung zu vernichten und die Menschen in ein Staatskirchentum neuer Prägung zu zwängen, in welchem nur die Hierarchien ausgewechselt wurden: statt Papst nun Landesfürst. Und vor allem in der Schweiz wurden durch das Wirken der „Reformatoren“ Huldreich Zwingli und Johannes Calvin Hunderte von aufrechten Urchristen auf das Schrecklichste gefoltert und hingerichtet.

Für einen Einblick in das, was damals vor ca. 2000 Jahren an Pfingsten geschah, hier eine Auswahl einiger Absätze aus mehreren Quellen zum Vergleich: Aus der Bibel (1) und einem apokryphen antiken Evangelium, dem Evangelium Jesu, auch Evangelium der Zwölf, Evangelium der Heiligen Zwölf oder Evangelium des vollkommenen Lebens genannt, das 1902 durch Neuoffenbarung wieder bekannt wurde (2); und im Anschluss daran einige Erklärungen dazu aus dem Werk Das ist Mein Wort – Alpha und Omega. Die Christusoffenbarung, welche inzwischen die wahren Christen in aller Welt kennen aus dem Jahr 1989 (3). Es folgen Hinweise zur Deutung des Pfingstfestes durch so genannte „Pfingstkirchen“, die einen Missbrauch anderer Art darstellen (4), sowie eine Erklärung dafür, was vor 2000 Jahren tatsächlich geschah (5), verbunden mit der Warnung vor okkulten Praktiken (6); anschließend eine Entdeckung einer Kulturwissenschaftlerin mit symbolischer Bedeutung (7) und eine kurze Zusammenfassung der Bedeutung von Pfingsten (8). Am Ende dieser kleinen Studie wird erklärt, wie bereits im Alten Testament die Menschen durch eine Fälschung der Zehn Gebote in die Irre geführt wurden (9) und wie der Gottesgeist durch Petrus eine geistige Kampfansage an die damaligen Religionsführer richtete, die auch im Hinblick auf die heutigen Religionsführer verschiedener Religionen von Bedeutung ist (10).
Wir raten dabei jedem interessierten Leser, beim Lesen vor allem das bekannte Wort aus dem Roman Der kleine Prinz zu berücksichtigen, welches lautet: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“

So weit die Einleitung von Der Theologe Nr. 74 – Möchten Sie die ganze Ausgabe lesen, siehe http://www.theologe.de/pfingsten.htm

3.6.2014 – Arsen gelangt vom Bahnhof Lindau in den Trinkwasserspeicher Bodensee – Doch Bahn und Behörden lassen es laufenhttp://www.theologe.de/tiere_kirche.htm#Bahnhof_Lindau

1.6.2014 – Wer hat die Germanen „missioniert“?http://www.theologe.de/freiechristen1.htm#Germanen
Statt mächtige Tempel zu bauen, begnügten sie sich mit Hainen und Wäldern als heilige Orte. Doch wer hat sie „missioniert“? Wer?

Die Ziele des Vatikan in der Ukraine – „Kreuzzug gegen die Orthodoxie“? – Bischof forderte Eingreifen der USA

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28.3. / 4.4.2014 – Die Ziele des Vatikan in der Ukraine – „Kreuzzug gegen die Orthodoxie“? – Katholischer ukrainischer Bischof reiste in die USA und forderte im Februar Eingreifen der US-Regierung, um den Maidan-Aufstand schneller zum „Erfolg“ zu bringen – US-Präsident Barack Obama wurde von Papst Jorge Bergoglio zu einer Privataudienz empfangen, wo die beiden mächtigsten Männer „dieser irdischen“ Welt auch über ihre Interessen in der Ukraine sprachen. Außerdem wurde bereits das nächste Treffen der beiden vereinbart, das 2015 in Washington stattfinden soll. Viele sprechen von einer Achse Rom-Washington als der eigentlichen irdischen Großmacht, welche wesentliche weltpolitische Weichenstellungen vornimmt. Und obwohl der Papst sich nicht lautstark im Ukraine-Konflikt zu Wort gemeldet hat, waren die Hintergrundaktivitäten womöglich desto intensiver.
So schreibt kathweb.at am 27.3.2014: „Das Moskauer Patriarchat hat die griechisch-katholische (unierte) Kirche in der Ukraine wegen ihrer ´Einmischung in die Politik` in der gegenwärtigen Krise im Land scharf kritisiert.“
Neben über 60 % Konfessionslosen und Atheisten in der Ukraine ist die Russisch-Orthodoxe-Kirche stärkste gesellschaftlich prägende Kraft in dem Land. Diese ist jedoch seit der Auflösung der Sowjetunion und der Unabhängigkeit der Ukraine gespalten in nahezu zwei gleich große Patriarchate, dem Moskauer und dem Kiewer Patriarchat, das sich aus der bis dahin einheitlichen orthodoxen Kirche abgespalten hat. Nun streitet beide Patriarchate um die Macht und beide haben eine Bevölkerungsanteil von ca. 13 %. Daneben gibt es jedoch noch zwei weitere orthodoxe Kirchen, eine kleine autonome und eine, die nur dem Schein nach orthodox ist, die besagte griechisch-katholische unierte Kirche der Ukraine mit einem Bevölkerungsanteil von ca. 5 % und einem prominenten Mitglied, dem aus dem Maidan-Putsch hervor gegangenen Übergangs-Regierungschef Arsenij Jazenjuk von der damaligen Timoschenko-Vaterlandspartei. Diese Kirche praktiziert zwar einen orthodoxen Ritus, ist jedoch katholisch und dem Papst in Rom unterworfen.

„Wir Orthodoxe haben die Unierten immer in einem sehr negativen Licht gesehen,“ so der Metropolit der Russisch-Orthodoxen Kirche der Ukraine Hilarion Alfejew. „Sie betreiben ein spezielles Projekt der katholischen Kirche, weil sie sich kleiden wie Orthodoxe, orthodoxen Ritualen folgen, aber in der Tat Katholiken sind, denen der Vatikan einen gewissen Spielraum gewährt.“ (zit. nach kathweb.at, 27.3.2014)
Man könnte sagen, die griechisch-katholische Kirche ist das U-Boot des Vatikan in der Ukraine, und sie ist straff pro-westlich.
Anfang 2014 hat der orthodoxe Patriarch bzw. Metropolit Hilaron Alfejew seine Kritik verstärkt. Die Katholiken hätten in der Ukraine einen „Kreuzzug gegen die Orthodoxie“ begonnen (zit. nach domradio.de, 4.4.2014). Hilarion wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk von Kiew, im Februar in die USA gereist sei und die US-Regierung aufgefordert hat, in der Ukraine einzugreifen (!) und das Land „in Ordnung zu bringen“. Die Kirche war also auch in diesem Fall der „Eintreiber“ für die westliche Einmischung. Damals regierte noch Präsident Janukowitsch. Mit dabei auf der Reise in die Washingtoner Machtzentrale war auch der vom Moskauer Patriarch exkommunizierte Patriarch Filaret des abgespaltenen Kiewer Patriarchats. Parallel dazu machten pro-westliche Kirchenvertreter auch mehrfach über Radio Vatikan entsprechend Stimmung.

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der Vatikan die von der orthodoxen Kirche geprägte slawische Welt zum Papsttum „zurückführen“ möchte. Die orthodoxen Kirchen wurden 1054 von Papst Leo IX. als „Quelle aller Häresien“ mehr oder weniger aus der römisch-katholischen Kirche verstoßen (der Konflikt zog sich vom 5. bis ins 15. Jahrhundert hin). Doch der Vatikan will sich die orthodoxen Kirchen Osteuropas wieder einverleiben.
In diesem Sinne schreibt der bekannte Historiker Karlheinz Deschner über Papst Benedikt XV. (1854-1922): „So betrachtet Benedikt die [mit Rom] unierten [orthodoxen] Gemeinschaften als Vorposten der römischen Kirche, die von Weißrussland und der Ukraine aus vorgehen und die orthodoxe slawische Welt für das Papsttum gewinnen sollten (Opus Diaboli, S. 152).
Und was die Ukraine betrifft, ist mit dem „Vorposten“ eben diese griechisch-katholische unierte Kirche gemeint, die bereits dem Papsttum untersteht.

Genau daran knüpfte Papst Benedikt XVI. im Jahr 2005 wieder an, indem er gleich nach seiner Papstwahl im Jahr 2005 die „Ökumene-Bemühungen“ mit den orthodoxen Kirchen verstärkt und entsprechende Maßnahmen einleitet (PS: Das Ziel von „Ökumene“ ist für die katholische Kirche immer die Einverleibung anderer Kirchen).
Sein „Minister“ in dieser Angelegenheit, der deutsche Kardinal Walter Kasper, erklärt dazu: „Wir wollen den orthodoxen Kirchen ja nichts wegnehmen, sondern ihnen etwas geben: Das Petrusamt könnte auch ihnen die universale Präsenz bringen(Focus Nr. 33/2005).
Damit lässt der Vatikan bereits die Katze aus dem Sack. Er will den Orthodoxen dasPetrusamt“ „schenken„, was praktisch bedeutet: Sie sollen sich wieder dem Papst in Rom unterwerfen bzw. unterstellen. Das sind auch die Interessen des Vatikan auch in der Ukraine. Jede Schwächung der orthodoxen Kirche in Russland, in der Ukraine, in Serbien oder anderswo käme dabei diesen Interessen des Vatikan entgegen, da die selbstbewussten orthodoxen Kirchen sich bislang keineswegs wieder dem „Stuhl Petri“ in Rom unterwerfen wollen.
Und die orthodoxe Kirche in der Ukraine ist durch die Spaltung in zwei Großpatriarchate sehr stark geschwächt. Bei über ca. 60 % Konfessionslosen und Atheisten sind nicht mehr so viele Menschen mit den Großkirchen verbunden.

Nun ist im Jahr 2014 die Ukraine gar in Aufruhr. Dort gibt es kaum römisch-katholische Kirchenmitglieder, meist Angehörige der polnischen oder deutschen Minderheit, ca. 1 % der Bevölkerung, aber eben die ebenfalls romtreuen Griechisch-Katholischen. Über die Vertreter dieser Kirche handelt auch der Vatikan in dem Land, zusätzlich zu der kleinen Minderheit der unmittelbar Römisch-Katholischen.
Doch diese waren wiederum von Anfang an die Stützen des Maidan-Aufstands, indem man monatelang die Gratis-Verpflegung der Aufständischen und Demonstranten betrieb. Ohne die tägliche Versorgung der Demonstranten, Barrikadenbauer und Gebäudebesetzer mit warmen Mahlzeiten hätte der Aufstand gegen die demokratisch gewählte Regierung nicht in dieser Weise eskalieren können.
Der Caritas-Chef der Ukraine sprach sich bis zuletzt auch gegen das Vorgehen der staatlichen Ordnungskräfte aus, den Aufstand einzudämmen, und er warb um Verständnis auch für die gewalttätigen Aufständischen. Auch die rechtsradikale Partei „Swoboda“, die mit der deutschen NPD verbündet ist, vertritt für den Caritas-Chef „zunächst einmal die demokratischen Werte“ (ntv.de 30.1.2014). So sagte es der Vertreter der katholischen Hierarchie.

Das ist nicht überraschend. Dass der Vatikan und die Rom-Kirche bevorzugt mit faschistischen und rechtsradikalen Parteien immer wieder Bündnisse geschlossen hat und diese sogar inspiriert hat, weiß man aus dem 20. Jahrhundert aus Italien, Spanien, Deutschland, Kroatien, Österreich, der Slowakei, Chile, Argentinien und vielen, vielen Ländern mehr (siehe hier). Wenn auf dem Petersplatz also vom „Frieden“ gesprochen wird, dann geht es heute wie damals um handfeste politische und klerikale Interessen.

Was hat der Papst nun in der Ukraine vor, nach dem Sturz der Regierung Janukowitsch aus überwiegend russisch-orthodoxen Ministern? Vordergründig war es nur Folklore, als Jorge Bergoglio am 26.1.2014 vor seinen Predigtworten zur Ukraine zwei gezüchtete weiße Tauben von seinem Balkon auf dem Petersplatz in Rom fliegen ließ. Bezeichnenderweise wurden sie aber sofort von einem Raben und einer Möwe attackiert – ein symbolhaftes Zeichen, dass an seiner Friedensbotschaft einiges nicht stimmt. (siehe hier)

Zum Vergleich: Als Anfang der 80er Jahre der Kommunismus in Polen gestürzt wurde, hatte der Vatikan daran entscheidenden Anteil.

Wem wird morgen der Geldhahn abgedreht? Banken fragen in Zukunft regelmäßig nach Kirchenmitgliedschaft

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17.3. / 30.4.2014 – Führenden russischen Politikern wurden die Konten in der EU eingefroren – Trifft es morgen auch andere Bankkunden? Ab September 2014 müssen alle Banken die Konfessionszugehörigkeit ihrer Kunden abfragen – Es macht aus verschiedenen Gründen hellhörig, dass die EU beschlossen hat, dass die Banken in den EU-Ländern alle eventuellen Konten von ausgewählten russischen Politikern oder Verantwortlichen bis auf weiteres sperren bzw. einfrieren müssen, weil man mit ihrer Politik und ihren politischen Meinungen im Konflikt mit der Ukraine nicht einverstanden ist. Auch der Kommandeur der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim ist betroffen.
Auch wenn jeder Milliardär, Millionär oder egoistische reiche Bürger seinen Anteil an der Ungleichheit zwischen Reich und Arm trägt, wenn
unzählige Milliarden oder Million unrechtmäßig erwoben sind, und wenn das Horten von Reichtümern nicht christlich ist, so wird hier von den Regierungen darüber hinaus ein Rechtsbruch begangen, der vor Jahren noch unvorstellbar gewesen wäre. Denn abgesehen davon, was damit bei den Betroffenen ausgelöst wird (was mit Sicherheit nicht dazu dient, wieder zu mehr Frieden und Entspannung zurück zu kommen), wird hier unmerklich ein weiteres Stück Rechtsstaat ausgehöhlt. Denn wenn sich das Mittel des Geldhahn-Abdrehens „bewähren“ würde, stellt sich die Frage: Wen könnte es unter Umständen morgen treffen?
Am 30.4.2014 fordert beispielsweise die den „Grünen“ nahe stehende deutsche Tageszeitung taz im Hinblick auf den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder: „Dreht ihm den Hahn ab“. Und: „Wenn man schon den führenden Handlangern Putins die Konten in Europa sperrt, warum nicht den führenden deutschen Propagandisten?“ [womit der Alt-Kanzler gemeint ist] Sein Vergehen: Er hatte mit dem russischen Präsidenten seinen 70. Geburtstag gefeiert. Zwar gibt die Zeitung zu, dass dies den „Gesetzen widersprechen“ würde, es sei aber ein „eindeutiges Signal“. Man könnte dazu die Frage stellen: Wenn bestimmte Emotionen geschürt werden, wie lange halten dann noch bestehende Gesetze?
Und der Ex-Chefredakteur des ZDF (2000-2010) und Journalist Nikolaus Brender kommentiert: „Schröder tut offensichtlich alles, um zu dem Personenkreis zu gehören, der den Sanktionen der USA und der EU unterworfen wird“ (ntv.de, 29.4.2014). Hier wird also mit der Beschlagnahmung des Vermögens für Andersdenkende geliebäugelt.
Für dieses Vorgehen gibt es Vorläufer. Auch die Kirche hatte seit Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert immer wieder das Vermögen von so genannten „Ketzern“ einziehen lassen, also Zeitgenossen, deren Glauben einem nicht passte. und die dafür in eine angeblich ewige Hölle im Jenseits verdammt wurden. Doch die „Strafe“ sollte auch schon diesseitig sein. Wurden sie beispielsweise wegen ihrer Glaubensabweichung hingerichtet, zog man auch das Erbe ein und schenkte es meist der Kirche. Mehr dazu siehe z. B.  unter http://www.freie-christen.com/reichtum_der_kirche_ist_blutgeld.html#Inquisition_und_Hexenbrennen
PS: Der Journalist Brender ist Absolvent des katholischen Jesuiten-Gymnasiums St. Blasien und Mitglied einer katholischen Studentenverbindung.

Auch den jüdischen Bürgern hat man im Dritten Reich in Deutschland im Zuge immer größerer Bedrängungen und Verfolgungen den Besitz konfisziert. Martin Luther hatte schon Jahrhunderte zuvor diese Vorgehensweise gefordert, als er im Hinblick auf die Juden lehrte „dass man … nehme ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber und Gold“ (Quelle hier). Dies hat die NS-Regierung dann in die Tat umgesetzt. 1938 wurde der Besitz „zwangsarisiert“, 1939 der Schmuck eingezogen, später das Geld.
Zwar sollen die einzelnen Betroffenen der Geldeinziehung hier nicht miteinander verglichen werden, denn es liegen jeweils unterschiedliche Sachverhalte zugrunde. Doch die Frage allgemein lautet: Wer entscheidet jeweils, wem und warum sein Vermögen weggenommen werden darf? Wer entscheidet darüber, auch wenn dies z. B. zuvor rechtmäßig erworben wurde?

Vor diesem Hintergrund erscheinen die geplanten Vorgänge in allen deutschen Banken im August und September 2014 in Deutschland noch einmal in einem anderen Licht:
„Die Banken müssen unter Angabe der Steuer-Identifikationsnummern ihrer Kunden beim Bundeszentralamt für Steuern einmal im Jahr in der Zeit vom 1. August bis 30. September anfragen, ob die Kunden zum 31. Juli des Jahres kirchensteuerpflichtig waren. Das Amt teilt dem Kreditinstitut dann unter Angabe des für die Religionsgemeinschaft geltenden Kirchensteuersatzes die Kirchensteuerpflicht mit“ (transparo.de, 13.1.2014).
Mit anderen Worten: Jede Bank muss wissen, ob der Kunde katholisch oder evangelisch ist oder ob er keine Kirchensteuer zahlt. Vordergründig kommen die Großkirchen dadurch schneller und unmittelbarer an die Millionen ihrer „Schäfchen“ heran als zuvor (siehe hier). Gleichzeitig haben alle Banken damit aber auch ein Instrumentarium in der Hand, ihre Kunden nach Kirchenmitgliedschaft oder Konfessionslosigkeit bzw. sie können sogar den Zeitraum von Kirchenaustritten dokumentieren.

Was ist nun, wenn dies eines Tages dazu führen würde, dass Kirchenmitglieder in Zukunft bei Banken bevorzugt oder Nichtkirchenmitglieder benachteiligt würden? Immerhin sind die Regierungsmitglieder zu 100 % Kirchenmitglieder und viele Politiker haben in Amigo-Politik Erfahrung.
Betrachtet man alles zusammen, gewinnt auch die Bibelstelle in der Offenbarung des Johannes womöglich wieder aktuelle Bedeutung, die lautet: „Kaufen oder verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug: den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens … seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.“ (13,11ff.) Alle anderen, die man hier ausgeschlossen bzw. isoliert hätte, können nun nicht mehr „kaufen oder verkaufen“, was auch immer das dann konkret bedeuten würde.
Anlässlich des Todes von Papst Johannes Paul II. im Jahr 2005 hatten wir am 6.4.2005 dazu bereits folgendes geschrieben:

Der Hintergrund:  In der offiziellen römisch-lateinischen Schreibweise werden die Zahlen mithilfe von Buchstaben dargestellt, von denen einige gleichzeitig einen Zahlenwert besitzen ( I = 1, V bzw. U = 5, X = 10, L = 50, C = 100, D = 500, M = 1000). Das ist allgemein bekannt. Weniger bekannt sind die Titel, die der Papst trägt. Einer davon ist „Vicarius Filii Dei“ („Stellvertreter des Sohnes Gottes“). Addiert man bei diesem Titel die Zahlenwerte der Buchstaben, die einen Zahlenwert besitzen, ergibt sich ausgerechnet die Zahl „666“. Zufall? Das kann sein. Oder auch nicht.
Zu dieser Zahl heißt es in der Bibel: „Wer Verstand hat, berechne den Zahlenwert des Tieres. Denn es ist die Zahl eines Menschennamens; seine Zahl ist 666(Offenbarung 13, 18). Zwar weist die katholische Kirche darauf hin, dass der offizielle Papsttitel „Vicarius Christi“ („Stellvertreter Christi“) ist und nicht „Vicarius Filii Dei“. Doch dieser ist immerhin ein Synonym zum offiziellen Titel. Versuche, auch aus anderen „Menschennamen“ (z. B. Nero, Hitler, Bill Gates) diesen Zahlenwert zu „berechnen“, sind zumindest weniger treffend und im Vergleich zur Papstinterpretation um einiges weiter „hergeholt“.

Stattdessen wird im Vatikan manches getan, um die Spekulation eher zu bekräftigen. „Das Totenhemd hat keine Taschen“, heißt es im Volksmund. Doch im Gegensatz dazu wurde Papst Johannes Paul II. ein Beutel mit Geld aus vielen Nationen mit ins Grab gegeben, vergleichbar den Grabbeigaben bei ägyptischen Pharaonen – allesamt Münzen, die während seines Pontifikats geprägt wurden. Und dieses Symbol kann nun wiederum mit der voraus gehenden Prophezeiung in Offenbarung 13, 16 in Verbindung gebracht werden, in der es heißt: „Kaufen oder verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug: den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens,“ eben die 666. Und das Symbol der verschiedenen Münzen im Grab besagt auch: Der Papst hat für alle Länder die richtige „Währung“ in der Tasche.
Diese Deutung muss keine exklusive sein, sondern kann auch als Teil eines Mosaiks verstanden werden. So heißt es auch, die Zahl 666 sei verschlüsselt im Strichcode auf gängigen Warenverpackungen enthalten, was aber nur eine kühne Interpretation ist; ebenso wie die Deutung von „666“ als „www“ gemäß dem hebräischen Zahlenwert des Buchstabens W.

Doch unabhängig von diesen – wie gesagt – spekulativen Gedanken: Ein Sack mit Geld im Papstgrab – ein deutlicheres Zeichen der Verbindung zwischen dem Papsttum einerseits und der Macht zu kaufen oder zu verkaufen andererseits ist eigentlich kaum vorstellbar. Die Verbindung ist auch insofern real, da Kirche und Vatikan ja einerseits auf die Finanzierung durch Staaten, Wirtschaft und zahlungskräftige Gläubige angewiesen sind, andererseits bereits selbst eine der größten Finanzmächte der Welt geworden ist. Und mit Jesus, der von seiner Arbeit als Zimmermann lebte und der lehrte „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“, hat diese Grab-Beigabe und erst recht das übrige kirchliche Finanzgebaren sowieso nichts zu tun.

Noch einmal zur Verdeutlichung: Im Jahr 2014 konnte erstmals in der neueren europäischen Geschichte etwas beobachtet werden, was damit in Verbindung stehen könnte.
1) Erstmals werden einflussreiche Politiker eines Nachbarlandes systematisch vom Einzahlen und Abheben auf ihren Konten ausgeschlossen.
2) Und erstmals müssen die Bankinstitute in Deutschland neben dem Namen und der Adresse ihrer Kunden und der Personalausweis-Nummer ein weiteres nicht neutrales Kriterium erheben, das den Bereich der Religion betrifft. Erstmals also gibt es bei allen Banken in Deutschland ein „Kennzeichen“ – wie es in der Offenbarung des Johannes heißt -, das über die neutralen Personenstandsdaten hinaus geht. Und folgt man obigem „Zufall“, dann ist es ja eben genau dieses Zeichen, das jemanden ausweist, Mitglied der Vatikankirche oder ihres evangelischen Ablegers zu sein oder eben nicht. Und nur nebenbei gesagt: Die Politiker, denen man jetzt die Konten sperrte, sind weder katholisch noch evangelisch.

Uli Hoeneß braucht sich also sicher keine Sorgen zu machen, denn er ist trotz einer Hinterziehung von Steuern in Höhe von mindestens 28,5 Millionen Euro ein Freund der verantwortlichen Politiker, die nach der Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe den Ex-Präsidenten des FC Bayern München weiter in den höchsten Tönen loben. So Angela Merkel, Bundeskanzlerin, lutherische Pfarrerstochter, CDU-Vorsitzende: „Die Tatsache, dass Uli Hoeness jetzt dieses Urteil so angenommen hat, nötigt mir hohen Respekt ab“ (zeit.de, 14.3.2014). Oder Horst Seehofer, Ministerpräsident, katholischer Hostienempfänger trotz Scheidung und zweiter Ehe (siehe hier), CSU-Vorsitzender:  „Das zeigt, dass er ein Mensch von Format ist“ (augsburger-allgemeine.de, 14.3.2014).
Natürlich erscheint es besser, ein Gerichtsurteil anzunehmen als auch noch den Bundesgerichtshof um größere Milde zu bitten. Aber hier gleich wieder von „hohem Respekt“ und „Mensch von Format“ zu sprechen, zeigt auch auf, wie die Maßstäbe in unserer Gesellschaft verschroben und verbogen sind. Bei anderen Straftätern, die ebenfalls ohne Revision für drei bis vier Jahre ins Gefängnis gehen, spricht man auch nicht von „hohem Respekt“ und „Format“, wenn sie auf eine Revision verzichten. Außerdem meldete sich ein neuer Informant, der dem Magazin „Stern“ gegenüber erklärte, „auf dem [Schweizer] Konto [von Uli Hoeneß] seien viel höhere Summen bewegt worden, als im Prozess bekannt geworden. ´Er hatte zeitweise Werte von 600 Millionen Franken auf seinem Konto`. Das sind 400 Millionen Euro“. Und: „Es bleibt das Gefühl, dass die ganze Wahrheit um sein Nummernkonto in der Schweiz noch nicht auf dem Tisch liegt.“ (ntv.de, 20.3.2014)
Doch, wie gesagt, Sorgen braucht sich Uli Hoeneß nicht zu machen. Er ist erstens kein Russe, zweitens kein Freund des russischen Präsidenten und drittens katholisch.

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