RSS-Feed

Schlagwort-Archive: Johannes Paul

Kirchenspaltung – Entheiligt der Papst nun die „Kirchenheiligen“?

Veröffentlicht am

Mit diesem Link werden Sie weitergeleitet zu
„Der Theologe aktuell – 2017“

die_maenner_der_kircheMüsste der Papst die „Heiligen“ seiner Kirche nicht entheiligen? Dies ist eine Frage an die katholische Kirche, die sich in einem Zustand zunehmender Unruhe befindet. Kritiker sprechen „bereits von einem faktischen Schisma, das sich durch die Weltkirche ziehe“, wie in Spiegel.Online am 3.2.2017 zu lesen war, das bedeutet Kirchenspaltung. Doch was ist der Grund dafür? Der Anlass war ein offizielles Lehrschreiben von Papst Franziskus aus dem Jahr 2016. Darin hat das Kirchenoberhaupt erlaubt, dass katholisch Gläubige, die geschieden und erneut verheiratet sind, bei mildernden Umständen und entsprechenden Gewissensentscheidungen wieder beim katholischen Abendmahl, der so genannten Eucharistiefeier, teilnehmen dürfen; anders formuliert, dass sie wieder die „Kommunion“ empfangen dürfen. Das heißt, sie dürfen die Oblate, welche der Priester laut dem vatikanischen Dogma zuvor in den Leib von Christus verwandelt haben soll, wieder zu sich nehmen.
Bislang war ihnen das wegen Verstoßes gegen das katholische Ehesakrament grundsätzlich verboten.
Die Begründung für die Änderung fasste der Papst in folgende Worte: „Die Kirche ist im Besitz einer soliden Reflexion über die mildernden Bedingungen und Umstände.“
Das ist jedoch – von manchen kaum wahrgenommen – ein massiver Schlag von Franziskus gegen seine Vorgänger, und es ist eine Änderung der bisherigen katholischen Lehre.

Erst im Jahr 1994 hatten Papst Johannes Paul II. und der damalige Kardinal Joseph Ratzinger nämlich unmissverständlich etwas ganz Anderes verkündet, und sich dabei auf eine angebliche „Treue gegenüber dem Wort Jesu“ berufen. Dazu das Zitat aus dem Lehrschreiben des polnischen Papstes: “Wenn Geschiedene zivil wiederverheiratet sind, befinden sie sich in einer Situation, die dem Gesetz Gottes objektiv widerspricht. Darum dürfen sie, solange diese Situation andauert, nicht die Kommunion empfangen.“

So also das verbindliche Lehrschreiben des von der Kirche heilig gesprochenen Papstes Johannes Paul II. Da gibt es keine Gewissensprüfung und auch keine „mildernden Bedingungen und Umstände“, welche das Verbot in dieser Lehrentscheidung dann anschließend wieder in Frage stellt oder außer Kraft setzt.

Damit an dieser Stelle kein Missverständnis aufkommt: Papst Johannes Paul II. spricht zwar vom „Wort Jesu“ und vom „Gesetz Gottes“, doch klare Analytiker kommen anhand vieler konkreter Fakten zu dem Schluss, dass die Vatikankirche weder dem einen noch dem anderen die „Treue“ hält. So lehrt Jesus – um nur ein Beispiel zu nennen -, niemanden auf Erden mit dem geistigen Titel „Vater“ zu ehren und schon gar nicht als „Heiligen Vater“, denn, so wörtlich in den Bibeln: „Nur einer ist euer Vater, der im Himmel“. Und allein Gott, der All-Eine, ist für Ihn, den Christus, „heilig“, weswegen Er im innigen Gebet zu Gott Ihn mit den Worten „Heiliger Vater“ ehrt. Die Kirche jedoch macht im Gegensatz zu „Jesu Wort“ und im Gegensatz zum „Gesetz Gottes“ ihren jeweiligen Papst zu einem „heiligen Vater“.
Auch setzte Jesus nie Priester und einen späteren Papst ein. Und beim letzten Abendmahl mit Seinen Jüngern ging es vor allem darum, die Gaben der Mutter Erde miteinander zu teilen und darum, dass der Gottesgeist in allen Lebensformen gegenwärtig ist, so auch in Speis und Trank. Dass ein Priester eine Backware angeblich in den wahren Leib von Jesus verwandeln könnte, ist eine spätere Erfindung der Vatikankirche. Die Eucharistiefeier mit der so genannten Kommunion, der Einnahme einer Hostie, ist also katholisch, nicht christlich. Ähnliche Kulte gab es bereits in heidnischen Götzenkulten der Antike.

Die Vertreter der Romkirche missbrauchen jedoch nicht nur den guten Namen des Christus für Dogmen und Sakramentenlehren, die gar nicht von Christus stammen. Sie betrachten ihre eigene Lehre auch noch als „unfehlbar“. So gilt die Lehraussage von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 1994, dass wiederverheiratete Geschiedene die „Kommunion“, also die Hostie bei der Eucharistie, nicht empfangen dürfen, eben nicht nur als eine Glaubensmeinung. Sondern es ist für Katholiken verbindlich.
Papst Johannes Paul II. stellte zusammen mit dem damaligen Kardinal Josef Ratzinger bei dieser Gelegenheit ausdrücklich klar, was das Verbot an wiederverheiratete Geschiedene, an diesem Kirchensakrament teilzunehmen, für die katholische Kirche bedeutet: Er sei eine Entscheidung des „universalen Lehramts der Kirche“, eine Entscheidung „in Treue“ zur Bibel und zur katholischen Tradition,  und es sei schon immer „die Lehre und Praxis der Kirche“ auf diesem Gebiet gewesen.
Mit anderen Worten: Wiederverheirate geschiedene Katholiken dürfen schon seit je her die Hostie, also die Oblate, bei der katholischen Eucharistiefeier nicht mehr erhalten. Und jetzt kommt Papst Franziskus und lehrt seit 2016 plötzlich anders, nämlich die „mildernden Bedingungen und Umstände“, wonach es eben doch möglich sei, womit er entsprechenden Wünschen von Kirchenmitgliedern entgegen kommt.

Und jetzt ist eben Franziskus Papst und nicht mehr Johannes Paul II. Nun ist also er, Papst Franziskus, für die Katholiken derjenige, der das so genannte „universale Lehramt der Kirche“ in der besagten „Treue zur Tradition“ federführend ausübt. Er stellt nun die Weichen dafür,  was katholisch ist und was aus katholischer Sicht „Häresie“ ist, also angebliche „Irrlehre“.
Was aber geschieht, wenn er – wie in diesem Beispiel der Zulassung zum kirchlichen Abendmahl – damit die bisherigen Lehren ändert oder gar in ihr Gegenteil verkehrt? Werden dann seine Vorgänger und deren Anhänger, die anders lehrten, nicht automatisch nachträglich zu „Häretikern“, früher hätte man gesagt zu „Ketzern“? Und müsste Papst Franziskus dann hier nicht noch einmal handeln? Müsste er nicht seine Vorgänger und die Kirchenheiligen, die anders lehrten, wieder entheiligen? Denn so genannte “Häretiker“, die von der katholischen Lehre abweichen, können laut Vatikankirche ganz eindeutig nicht gleichzeitig Kirchenheilige sein. Deshalb noch einmal die Frage, ob Papst Franziskus nicht seine Vorgänger und die Kirchenheiligen, die anders lehrten, wieder entheiligen muss?

Solche Konflikte um Inhalte der katholischen Lehre und um die jeweiligen Päpste, sind nicht neu. Papst Formosus, der um das Jahr 900 an der Spitze der Romkirche residierte, wurde von zwei späteren Päpsten nachträglich zum „Ketzer“ erklärt. Seine Leiche wurde zu diesen Anlässen jeweils wieder ausgegraben und zum Zeichen, dass er von nun an ein „Ketzer“ sei, verstümmelt. Die jeweiligen Nachfolger dieser beiden Päpste haben Papst Formosus dann aber wieder als katholisch rechtgläubig gewürdigt. Es ging also in Rom hin und her, welche Fraktion nun römisch-katholisch sei und welches die so genannten „Irrlehrer“. Im späteren Mittelalter gab es sogar mehrfach nebeneinander zwei Päpste, die sich mit ihren Lehren und Anschauungen gegenseitig bekämpften und darüber stritten, wer nun der wahre Papst sei. In der Geschichte spricht man von Päpsten und Gegenpäpsten.

In der Gegenwart ist die Zulassung oder der Ausschluss geschiedener und wiederverheirateter Katholiken beim katholischen Abendmahl deshalb ein so erbittertes Streitthema innerhalb der Vatikankirche, weil hier sich widersprechende Lehrmeinungen aufeinander treffen, die aber beide unter dem Anspruch unfehlbaren Lehramts der Vatikankirche stehen. Eben deshalb sprechen Kritiker „bereits von einem faktischen Schisma, das sich durch die Weltkirche ziehe“, also einer Kirchenspaltung.

Viele Gläubige wissen folglich gar nicht mehr, was in diesem Fall nun die reine katholische Lehre ist und was die so genannte „Häresie“, aus kirchlicher Sicht die Irrlehre. Welchem Papst sollen sie also nun glauben? Dem „heilig“ gesprochenen Johannes Paul II. zusammen mit den anderen „Kirchenheiligen“, die so dachten wie er? Oder dem, der ihn heilig gesprochen hat, Papst Franziskus?

Entsprechend wird die Vatikankirche intern längst von heftigen Unruhen erfasst. Spiegel online schrieb am 3. Februar 2017: „Vertreter des Netzwerks katholischer Priester, des deutschen Opus Dei, der Legionäre Christi und anderer strenggläubiger Gruppen sprechen von ´Spaltung der Pfarreien`“. Und der oberste Glaubenswächter, der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller, stellte sich eindeutig auf deren Seite. Und am 1. Februar 2017 war zu lesen: Auch „die deutschen Kardinäle Joachim Meisner und Walter Brandmüller stellten sich gegen den vom Papst eingeschlagenen Kurs“ und forderten diesen zur „Klärung“ auf.

Doch der Papst hatte ja bereits klar gesprochen:  Statt Verbot der Zulassung wiederverheirateter Geschiedener beim katholischen Abendmahl wird die Zulassung jetzt bei „mildernden Bedingungen und Umständen“ erlaubt.  Entsprechend hat die Deutsche Bischofskonferenz „differenzierte Lösungen“ angemahnt und erklärt, die Gewissensentscheidung der Gläubigen zu respektieren. Und in manchen anderen Ländern spricht man noch deutlicher. So ist auf der Internetseite katholisch.de am 1. Februar 2017 zu lesen, ich zitiere: „Auf Malta dürfen Wiederverheiratete dann zur Kommunion, wenn sie zu der Überzeugung kommen, ´in Frieden mit Gott zu sein`“, was offenbar bedeutet: Jeder entscheidet selbst.

Bei diesem kircheninternen Konflikt „Verbot, die Hostie zu empfangen“ oder „Jeder entscheidet nach seinem Gewissen“ geht es, wie gesagt, jedoch nicht nur um Meinungen, sondern um ein zentrales Glaubensgut der Kirche, an dem sich katholische Rechtgläubigkeit entscheidet. Aus diesem Grund machte Franziskus mit seinen „mildernden Bedingungen“ seine Vorgänger zu Häretikern. Deshalb noch einmal unsere Frage, ob der Papst nicht jetzt die Kirchenheiligen und vor allem den so genannten „Heiligen Vater“ Johannes Paul II. entheiligen müsste?

Denn, um es noch einmal zu wiederholen: So genannte „Häretiker“, die von der katholischen Lehre abweichen, können laut Vatikankirche ganz eindeutig nicht gleichzeitig Kirchenheilige sein.

Viele Katholiken sehen ihre Kirche dabei schon im Zerfall. Vor allem der Katholischen Kirche in Deutschland geben Kritiker des neuen Kurses des Papstes, dem Kurs „von mildernden Umstände und Bedingungen“, keine lange Zukunft. „Die Kirche in Deutschland wird in 15 bis 20 Jahren zusammenbrechen“, so der katholische Dogmatiker Matthias Gaudron, der Chef der katholischen Piusbruderschaft in Deutschland, die sich bereits vom Vatikan unabhängig gemacht hat, im Jahr 2013.

Eine ausführlichere Darlegung des Sachverhalts lesen Sie bei:
http://www.theologe.de/geschieden_wiederverheiratet_kommunion_kirchenspaltung.htm#Unfehlbar_contra_Unfehlbar

%d Bloggern gefällt das: