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Schlagwort-Archive: evangelisch

Der Theologe aktuell – 2019

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Der Theologe aktuell – 2019

13.2.2019 – Dem stummen Frühling entgegen – Das in Bayern erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen“ lenkt die Aufmerksamkeit auf eine schleichende Entwicklung der Ausrottung der Tierwelt auf dieser Erde, weil der Ego-Mensch in seinem Wahn ihnen den Lebensraum nimmt, da er glaubt, dies zu dürfen – auch, weil er von den Kirchen zur „Krone der Schöpfung“ und zum Maß aller Dinge hochstilisiert wurde, der angeblich allein den Himmel erben werde, während die Tiere bei ihrem Tod angeblich zugrunde gehen würden, So soll man im katholischen Himmel zwar über 250 Päpste antreffen, aber kein einziges Tier mehr.
Die positive Seite des allmählichen Aussterbens der Tierwelt: Der Schöpfergott erhört den Hilfeschrei der gequälten Tiere und Pflanzen und nimmt die unschuldige Tierwelt, die den Menschen auf der Erde begleitet, damit dieser in die Einheit allen Lebens hätte finden sollen, allmählich zurück, um sie vor weiteren grausamsten Foltermartern zu schützen.
https://www.theologe.de/ausrottung_der_tiere.htm

 

31.1.2019 – Holocaust: Die Vertuschung der Rolle der Kirche – Holocaust-Gedenken im Deutschen Bundestag am 31.1.2019 – Vertuscht wird unter anderem, dass die evangelische Kirche 500.000 Bürger, überwiegend eigene evangelische Kirchenmitglieder, brandmarkte, dass auch jüdisches Blut in ihren Adern fließe (in der katholischen Kirche war es wohl ähnlich). Damit wurden sie für die schon gegenwärtige Verfolgung und spätere Vergasung identifiziert. Historiker sprechen von einer „Christenverfolgung innerhalb der Kirche“ – nur eine von vielen Christenverfolgungen der Kirche, die Jahrhunderte lang immer wieder Nachfolger von Jesus rufermorden, bekämpfen und hinrichten ließ – erinnert sei nur an die „Täufer“ des 16. und 17. Jahrhunderts – und die hinterher immer so tat, als sei sie eine „moralische Instanz“. Der Sachverhalt, der in den Jahren 1933 und 1934 begann, siehe unter https://www.theologe.de/theologe4.htm#Rassekundliche_Forschung
Und es ist bei weitem nicht der einzige Anteil der Kirche am Vollzug des Holocaust, wie diese Ausgabe des „Theologen“ an unzähligen weiteren Beispiel nachweist.

 

ross_und_reiter17.1. / 19.1.2019 – Kirche als Geldansaug-System – Prognose bis 2023: Immer mehr Euro-Milliarden trotz rasantem Vertrauensverlust – Kommunen immer ärmer, Kirche mit ihrer Ausmerzungs-Doktrin immer reicher Die regierenden Parteien und ihre führenden Politiker wollen es so – Jahr für Jahr neue Geld-Rekorde: 2018 nahmen die beiden zahlenmäßigen Großkirchen Evangelisch und Katholisch wegen der automatischen Anbindung an das staatliche Steuersystem mit 12,6 Milliarden € so viel durch die  (unter dem Katholiken Adolf Hitler eingeführte) Kirchensteuer ein wie nie zuvor; obwohl sie jedes Jahr ca. eine halbe Million Mitglieder verlieren.
Ähnliches gilt für die Nachbarländer. So sind die Kirchenaustritte z. B. in der römisch-katholischen Kirche in Österreich im Jahr 2018 im Vergleich zu 2017 um 8,7 % gestiegen. (Zeit im Bild, 9.1.2019)
In Deutschland
zahlte im Jahr 2018 ein Katholik im Durchschnitt 291 €, ein Protestant 278 €, so das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) unter der Überschrift Geldsegen für die Kirche (iwkoeln.de, 14.12.2018) – wobei die Beträge meist weit höher liegen, da viele Mitglieder noch keine Steuern zahlen. z. B. die aufgrund der Forderung des Dogmas und der damit verbundenen Höllendrohungen neu rekrutierten Babys.

Nach dem Motto „Für die Reichen noch mehr Geld“ gibt es darüber hinaus für beide Großinstitutionen Jahr für Jahr ca. 18 weitere Milliarden € im Jahr aus dem allgemeinen Steueraufkommen an Staats-Subventionen und Steuerbefreiungen, dazu weitere ca. 50 Milliarden € im Jahr für die sozialen Dienste von Caritas und Diakonie, für welche jedoch ausschließlich die Kirchen die gesellschaftliche Anerkennung ernten und die Personalpolitik kirchenkonform bestimmen.
Hinzu kommen die erfolgeichen Bitten um Spenden oder das Ausnehmen von Gläubigen, indem man ihnen zum Beispiel auf vatikanischer Seite vorgaukelt, Gelder für die Kirche könnten das jenseitige Schicksal ihrer verstorbenen Verwandten günstig beeinflussen; z. B., indem für sie „Messen gelesen“ werden, verbunden mit so genannten Mess-Stipendien, wo man oft noch einen weiteren Umschlag mit Geld zu den offiziellen Gebühren hinzu legt, oder durch entsprechende Erbschaften.

Die herrschenden Parteien setzen dabei weiterhin das Verfassungsgebot außer Kraft, das schon seit 1919 (Weimarer Reichsverfassung) und dann noch einmal seit 1949 (Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland) bestimmt, wenigstens einen Teil der Staats-Subventionen für Kirche zu beenden, die nach Untersuchungen des Historikers Karlheinz Deschner „wie keine andere Organisation der Welt“ „zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist“. (zit. nach Die beleidigte Kirche, S. 42 f.)
Doch wenn nur Kirchenlobbyisten regieren, braucht die Verfassung hier offenbar nicht mehr wirklich zu interessieren.
Ein Beispiel dafür: Das Quartett aus vier Frauen vom Zentralkomittee der Katholiken mit Annegret Kramp-Karrenbauer und Julia Klöckner (beide CDU) und Andrea Nahles und Malu Dreyer (beide SPD). Man trifft sich unter kirchlicher Schirmherrschaft.

Nach Hochrechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft würde die Explosion an Kirchensteuereinnahmen sich weiter fortsetzen. Für 2023 wird der hochgerechnete Betrag auf über 15 Milliarden Euro geschätzt. Dabei ist der Vertrauensverlust in der Bevölkerung rasant. Das Meinungsforschungsinstitut forsa ermittelte Anfang 2019, dass nur noch 18 % der Bevölkerung der katholischen Kirche vertrauen (bei den Evangelischen sind es immerhin noch 38 %, jedoch auch mit stark sinkender Tendenz) gegenüber beispielsweise 41 % Vertrauen gegenüber der Presse. Doch auch hier sinkt das Vertrauen. So kursierte eine Zeitlang der Begriff „Lügenpresse“ in Teilen der Bevölkerung aufgrund bestimmter Vorfälle und Tendenzen, und auch hier nehmen Ideologie-Gebundenheit und Sensationslüsternheit statt Suche nach Wahrheit rasant zu. Trotzdem vertrauen der „Presse“ immer noch mehr als doppelt so viel Bürger wie den Bischöfen und Priestern der Vatikankirche, in der eine milieubedingte Verbrechensdichte bei Vergewaltigung von Kindern (verharmlosend unter dem Begriff „sexueller Missbrauch“ mit „eingeordnet“) weltweit von immer größerem Ausmaß ans Tageslicht kommt.

Auch das Desinteresse an den Sonntagspredigten der Priester und Pfarrer steigt rapide. So veröffentlichte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern in ihrem Jahresbericht 2017/2018, dass die Anzahl der Gottesdienstbesucher unter den eigenen Mitgliedern nur noch bei ca. 3,3 % liegt (idea.de, 16.1.2019). Bei den Katholiken dürfte es aufgrund der „Sonntagspflicht“ mit entsprechenden Drohungen hinsichtlich des angeblichen Seelenheils noch etwas höher sein.

Wie ist das also möglich, dass dem Niedergang von sündenschweren Institutionen, die sich nur zum missbräuchlichen Schein auf Jesus von Nazareth berufen (denn Er hat solche Kirchen mit Priestern, Dogmen und Sakramenten und teilweise absurden Glaubensforderungen nie gewollt) mit Staats- und Steuergeldern aller Bürger gleich einem „Geldansaug-System“ entgegengewirkt wird? Sogar Papst Benedikt XVI. hatte doch im Jahr 2011 beklagt, dass die Kirche einfach zu viel Geld habe?

Es sind letztlich die Politiker, bis zur Hörigkeit systemtreue „Kirchenschafe“, die in Deutschland ein weltweit einmaliges Finanzierungssystem für ihre Religion organisiert haben und immer in der ersten Reihe sitzen dürfen, wenn die Priesterkaste predigt, während die Priesterkaste in der ersten Reihe sitzt (und bei gesellschaftlichen Anlässen laut offiziellem Protokoll zuerst begrüßt werden muss), wenn die Politiker ihre Politik vorstellen. Dabei lassen sie sich nicht nur ihre Waffenexporte von den Klerikern absegnen, sie bewegen sich umgekehrt auch im Kielwasser der Ausmerzungs-Doktrin der Kirchen-Institutionen, welche in der Vatikankirche z. B. wörtlich unter anderem lautet:
„Die Kirche hat … die Pflicht, … beständig mit größtem Eifer über das Heil der Seelen zu wachen. Deshalb muss sie mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist … Somit kommt der Kirche … nicht nur das Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu verurteilen, wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das [angebliche] Heil der Seelen fordern“ (zit. nach Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 382) 
– was früher durch Morde, Hinrichtungen und Kriege geschah und heute durch Rufmorde angeblich kirchlicher „Experten“ und Versuche der Existenzvernichtung; vor allem dann, wenn die Kirchenverantwortlichen ihre Ansprüche gefährdet sehen. Und noch immer ist die Kirche der Reiter, welcher den Staat gleich einem Ross nach ihren Vorstellungen lenkt. Wie lange noch?

Der Sänger Reinhard Mey brachte vieles davon auch unverblümt in dem Lied Sei wachsam auf den Punkt, zum Beispiel in dem Liedvers: „All das Leimen, das Schleimen ist nicht länger zu ertragen / Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen: / Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: / Halt du sie dumm, – ich halt’ sie arm!“

„Arm“ im wahrsten Sinne des Wortes – auf die meisten öffentlichen Kassen bezogen im Gegensatz zu den Kirchenkassen: Denn während die gewählten Politiker auch hinnehmen, dass bei extremster Staatsverschuldung auch die Schulden der meisten bürgerlichen Kommunen Jahr für Jahr ansteigen, fördern sie, dass sie weitere Schulden machen, um einen Teil der Kredite den reichen Kirchen zusätzlich „vorne und hinten“ quasi „reinstecken“ zu können. Aber gleich anderen Auswüchsen des klerikalen Systems Baal wird dieses Geldansaug-System früher oder später wegen der eigenen Verbrechen und Vergehen der Geldempfänger zu Fall kommen.

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100 Jahre 1. Weltkrieg – Papst: „Diesen Krieg hat Luther verloren“ – Parallelen zu heute

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100 Jahre 1. Weltkrieg – Papst: „Diesen Krieg hat Luther verloren“ – Parallelen zu heute

100 Jahre erster Weltkrieg – Papst erklärte damals: „Diesen Krieg hat Luther verloren“ – Zum Kriegsjubiläum ziehen erneut Kriegswolken auf – Parallelen zwischen damals und dem heutigen Ukraine-Konflikt Seit Monaten nun halten die Schuldzuweisungen, Sanktionsdrohungen und Sanktionen des Westens gegenüber der Regierung Russlands im Ukraine-Konflikt an. Nun wurde gar ein Ultimatum ausgesprochen. Was auch immer diese tue, sei entweder falsch oder zu wenig. Nach westlicher Auffassung hat in der Ukraine natürlich der Westen in allem Recht, die Regierung Russlands sieht das jedoch anders. Was jeweils stimmt, ist für den Einzelnen immer schwerer nachzuvollziehen. Offensichtlich ist nur: Es geht um Macht und Einfluss.

Und was das augenblickliche Hochschaukeln des West-Ost-Konflikts betrifft: Wie war das vor 100 Jahren? „Keiner der führenden Männer dieser Zeit hat den Krieg tatsächlich gewollt, sie glitten gewissermaßen hinein“, verteidigte sich der britische Premierminister Lloyd George 1920 nach dem Krieg, was jedoch keinen von seiner Schuld entlastet, was vor allem für die Kriegseinpeitscher im Hintergrund gilt.

„Tag für Tag rangen die Regierungschefs der einzelnen Nationen miteinander. Das diplomatische Wortgefecht eskalierte immer weiter – bis schließlich eine Nation nach der anderen in den Krieg eintrat“, heißt es bei spiegel.de am 28.6.2014.

Beispielhaft dazu eine der maßgeblichen Stationen: Am 28.6.1914 war das Attentat des 19jährigen Gavrilo Princip von der Bewegung „Junges Bosnien“ auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo. Princip und seine Mitstreiter kämpften für ein Ende der Besatzung Bosnien-Herzegowinas durch Österreich-Ungarn, und sie wollten stattdessen einen Anschluss der serbischen Teile Bosniens an Serbien. Ca. vier Wochen später, nachdem sich der Konflikt seither weiter hochgeschaukelt hatte, zwischen dem 23.7. und 25.7., forderte die Regierung Österreichs Serbien in einem 48-Stunden-Ultimatum dazu auf, „alle nationalistischen Aktivitäten sofort zu stoppen, die Schuldigen des Attentats rigoros zu bestrafen und die österreichischen Dienststellen in ihre Vermittlung einzubeziehen“ (http://www.spiegel.de/einestages/attentat-von-sarajevo-bis-erster-weltkrieg-chronik-der-julikrise-1914-a-977611.html).
Ähnlich wie bei den heutigen Ultimaten und Sanktionsdrohungen ging der Attackierte damals auf die Forderungen teilweise bzw. weitgehend ein, aber eben nicht zu 100 %. Serbien wies die Einmischung Österreichs in seine nationalstaatliche Souveränität zurück. „Daraufhin bricht Österreich die diplomatischen Beziehungen zu Serbien ab“, woraufhin Serbien die Armee in Kampfbereitschaft versetzt, woraufhin wiederum Österreich den Krieg beginnt, indem es die serbische Hauptstadt Belgrad angreift.

Obwohl Hunderttausende von Menschen (!!) in Deutschland am 28.7.1914 gegen den drohenden „Beistand“ des Deutschen Reiches für Österreich-Ungarn und gegen den Kriegseintritt Deutschlands auf die Straße gehen, wird von den Regierenden nicht auf das Volk gehört. Es stimmt also nicht, wenn heute manchmal behauptet wird, damals sei eben eine Kriegsstimmung im Land gewesen. Wer aber hat unter vielen Menschen dann tatsächlich eine Kriegsstimmung entfacht? Wer?
Zum Hintergrund: In Deutschland gab es von 1910-1914 eine Kirchenaustrittswelle. Beide Großkirchen lagen am Boden. Dies änderte sich an diesem ersten Tag im August 1914. „Es kam der Tag, da wurden aller Streit, alle Differenzen, unwichtig“, erklärte Barbara Beuys in ihrem Buch Und Wenn die Welt voll Teufel wär. „Wie 1813 und 1870 im Kampf gegen Frankreich funktionierten die evangelischen Kirchen die deutsche Sache um zu Gottes ureigenem Auftrag und erklärten, dass der Segen des Christengottes vor allen anderen auf deutschen Waffen ruhe.“ (S. 495)

Was war genau geschehen? Als nach dem Angriff Österreichs auf Serbien auch Russland seine Armee in Kampfbereitschaft versetzt, stellt Deutschland Russland ein 12-Stunden-Ultimatum, die Mobilmachung zurückzunehmen. Als Russland nicht gehorcht, erklärt an diesem 1. August 1914 Deutschland durch den evangelischen Kaiser Wilhelm II. Russland den Krieg.
Nun ist die Stunde der „großen“ evangelischen Kriegsprediger gekommen (ein typisches Beispiel siehe hier). Der Evangelische Oberkirchenrat in Berlin ließ verkünden: „Mit hoher Freude sehen alle, die unser Volk lieb haben, wie unter der Not des mit ungeheurem Frevelmut uns aufgezwungenen Krieges das religiöse Bedürfnis in unsern Gemeinden erwacht. Gotteshäuser und Gottesdienst füllen sich. Scheinbar erstorbene Glaubensfunken leuchten wieder auf … Unser Volk findet seinen Gott wieder und spricht zu ihm als seinem Hort und seiner Zuflucht.“ (zit. nach Barbara Beuys, Und wenn die Welt voll Teufel wär, S. 495)

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Foto: 1914 – Französische Bauern auf der Flucht – Elend im Namen des Luther-Gottes

Wie wurde der Krieg begründet? Die Vertreter der Habsburger Monarchie in Wien waren nicht bereit, den Konflikt mit Serbien in Verhandlungen zu lösen, sondern forderten nach einseitiger Schuldzuweisung die Unterwerfung des politischen Gegners unter die eigene Sichtweise und die eigenen Bedingungen. Das gleiche geschieht heute seit Monaten im Ukraine-Konflikt. Die USA und die EU weigern sich, die Probleme in Verhandlungen zusammen mit der Regierung Russlands zu lösen, sondern fordern mit Sanktionen und Ultimaten Unterwerfung unter ihre Sichtweise. Nur die „Sünden“ des anderen werden angeprangert, eigene „Sünden“ werden vertuscht oder geleugnet. Oder, wie der Ex-EU-Kommissar und deutsche Politiker Günter Verheugen die Situation beschrieb: „Weil europäische politische Eliten nur noch in Kategorien wie prorussisch und proeuropäisch denken konnten und den Konflikt statt den Dialog mit Russland bevorzugten, haben sie die schwerste Krise in Europa in diesem Jahrhundert mit ausgelöst. Ein Gutteil der Verantwortung dafür liegt in Berlin.“ (spiegel.de, 19.5.2014)

Konflikt statt Dialog prägte auch 1914, und Vergleichbares geht immer Kriegen voraus. Damals erhob die Evangelische Kirche das Deutsche Kaiserreich zum Richter, „um Gottes Gericht über England, Frankreich und Russland zu bringen“. „Der Krieg sei vom ´heiligstem christlichem Interesse`, verkündete 1914 das ´Korrespondenzblatt` für die evangelisch-lutherischen Geistlichen in Bayern“ (Evangelisches Sonntagsblatt für Bayern Nr. 46/2008).
Heute erheben sich die westlichen Mächte zum Richter über die Regierung Russlands und deren Machtinteressen, sprechen sich selbst jedoch von aller Schuld frei und verbergen ihre eigenen Machtinteressen.
Auch die Streitpunkte damals und heute kann man einmal nebeneinander stellen: So wie vor 100 Jahren bosnische „Separatisten“ einen Anschluss Bosniens an Serbien wollten, so wollten heute ukrainische „Separatisten“ einen Anschluss ost-ukrainischer Provinzen an Russland. Und wie Österreich und Deutschland damals Serbien für das Attentat von serbenfreundlichen Bosniern verantwortlich gemacht haben, so wird heute vom Westen Russland für den Aufstand russlandfreundlicher Ost-Ukrainer verantwortlich gemacht. Und noch eine weitere Parallele: Die heutige West-Ukraine gehörte damals zur Habsburger Monarchie Österreich-Ungarn, die in dieser Zeit auch Bosnien besetzt hielt und die mit dem Angriff auf Belgrad den 1. Weltkrieg begann. Es stehen sich also heute teilweise ähnliche West-Ost-Macht-Traditionen gegenüber wie beim Ausbruch des 1. Weltkriegs.

Und wie reagierte damals der Vatikan? Papst Benedikt XV. widersprach der lutherischen Kriegseuphorie in Deutschland nicht, da der Papst auf allen Seiten taktierte. So hetzte das Papsttum durch seine Militärpriester Katholiken auf allen Seiten der Front mordend aufeinander los. Nach Kriegsende galt Benedikt XV. dann als „Kriegsgewinnler“, da er immer rechtzeitig auf der Seite der gerade militärisch „Siegenden“ stand, und er ließ schließlich verkünden: „Diesen Krieg hat Luther verloren(zit. nach Karlheinz Deschner, Opus Diaboli, S. 151), womit er nicht ganz Unrecht hatte. Was von Deutschland aus zum 400-jährigen Reformationsjubiläum (1517-1917) zur bisher blutigsten Machtdemonstration des Luthertums hat werden sollen, endete mit der militärischen Niederlage. „Nicht wenige Pfarrer glaubten, mit solchem kriegerischen Eifer in den Fußstapfen Martin Luthers zu wandeln … Ja, er schrieb, dass in einem solchen Fall ´Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und Krieg führt`(Barbara Beuys, a.a.O., S. 498). Doch der Gott Martin Luthers musste nach unzähligen Blutbädern und 17 Millionen Kriegsopfern und unermesslichem Leid schließlich kapitulieren. Am 11.11.1918 wurde ein Waffenstillstand unterzeichnet, nachdem der evangelische Kaiser am Tag zuvor, an Luthers Geburtstag, in die Niederlande geflohen war.

BildFoto: Martin Luther nach einem Gemälde von Lucas Cranach – Die evangelische Kirche hat nach dem Dreißigjährigen Krieg, dem Krieg gegen Napoleon und dem Deutsch-Französischen Krieg auch den 1. Weltkrieg mit Luthers Lehren begründet und gerechtfertigt. Luther selbst erklärte: „Prediger sind die allergrößten Totschläger. Denn sie ermahnen die Obrigkeit, dass sie entschlossen ihres Amtes walte und die Schädlinge [also Kriegsgegner und innenpolitische Gegner der Regierung] bestrafe“ (Weimarer Ausgabe der Lutherschriften 3, 75). Auch die Judenverfolgungen im Dritten Reich entsprechen zu einem großen Teil den Forderungen Martin Luthers. Im 21. Jahrhundert möchte die Lutherkirche ihren Gründervater zum 500-jährigen Reformationsjubiläum wieder feiern, nachdem das 400-jährige Reformationsjubiläum 1917 bereits durch die in die „Defensive“ gedrängten deutschen Heere „belastet“ war.

In der Ukraine ist jedoch noch nicht bekannt, wohin das Kräftemessen der heutigen Politiker alles noch führt. Vor 100 Jahren wurden nach der Kriegserklärung von Deutschland an Russland unter anderem auch England, Frankreich, das Osmanische Reich und später die USA in den Krieg hinein gezogen. Durch die mögliche Erklärung eines „Nato-Bündnisfalls“ in unserer Zeit droht ein noch schwer wiegenderer Domino-Effekt von Kriegseintritten wie vor 100 Jahren. Denn damals gab es noch keinen solchen automatischen „Bündnisfall“. Wenn es dann aber eines Tages wieder einmal heißen sollte „Keiner der führenden Männer und Frauen dieser Zeit hat den Krieg wirklich gewollt, sie glitten gewissermaßen hinein“, dann wird das jetzt schon vorsorglich als Heuchelei zurück gewiesen.

Nun jährt sich also der Beginn des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren, und passend dazu tritt Deutschland auch in ein neues „Kampfzeitalter“ ein. Der preußisch-lutherische Pfarrer und Präsident Joachim Gauck fordert, die militärische Zurückhaltung Deutschlands der letzten Jahrzehnte weltweit aufzugeben und die preußisch-lutherische Pfarrerstochter und Kanzlerin Angela Merkel hat nicht widersprochen. Und die preußisch-lutherische Militärministerin Ursula von der Leyen möchte jetzt sogar Kampfdrohnen für die Bundeswehr anschaffen wie die USA. Die Frontfrau der Bundeswehr nennt sich „christlich“ und ist Mitglied der „christlich-demokratischen“ CDU-Regierung. Doch was hat nun auch die Anschaffung von Kampfdrohnen mit „christlich“ zu tun?
Vor allem der ungeheure Missbrauch des Namens Christus zählt heute schon seit langer Zeit zu den Fakten. Der 1. Weltkrieg wurde vor allem in Deutschland auf niederträchtige Art mit Christus begründet.
Und heute wird im Namen von Christus vor allem durch Parteien mit dem Buchstaben „C“ im Namen weiterhin mit Waffen gedroht, gehandelt und geschossen, wie zu allen Zeiten der Kirchengeschichte. Alle einflussreichen westlichen Politiker sind heute katholisch oder evangelisch (die Regierenden der USA vor allem katholisch, die Regierenden Deutschlands vor allem evangelisch), die einflussreichen Politiker Russlands und die so genannten „Separatisten“ der Ost-Ukraine sind orthodox. „Christlich“ nennen sie sich alle, doch mit Christus hat das alles, was geschieht, nichts zu tun.
Es tobt bereits ein neuer geistiger Krieg der Kirche gegen Christus, indem man sein Werk einmal mehr ins Gegenteil zu verkehren versucht. Denn Jesus, der Christus, lehrte, einem möglichen Gegner Gutes zu tun; nicht, ihm mit Ultimaten, Sanktionen oder gar „Militärschlägen“ zu drohen, wie es in den letzten Jahrzehnten mehrfach geschah. Demgegenüber wird die Friedensbotschaft des Christus von den Institutionen Kirche und den führenden Politikern mehr oder weniger als „Utopie“ verspottet. Die Folgen haben sich vor 100 Jahren gezeigt. Und sie werden sich auch in Zukunft zeigen.


Führt Umsturz in der Ukraine zum Kollaps der EU? Sind es Vorboten eines neuen Weltkriegs? Ost-West-Konflikt wieder aufgebrochen

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Aufgrund der notwendigen Aktualisierungen ist diese Studie ab dem 3.3.2014 nur noch auf der Hauptseite unter http://www.theologe.de/theologe6.htm#Ukraine einsehbar und wird dort gegebenenfalls auch aktualisiert.
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