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Weltjugendtag in Rio 2013 – Nachrichten:

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Weltjugendtag in Rio 2013 – Nachrichten:

19.6./21.6./28.12.2013 – Die Unruhen in Brasilien gehen weiter. Viele Hunderttausend Menschen gehen auf die Straße. Am 20.6.2013 versammelten sich im ganzen Land über eine Millionen Demonstranten – und das unmittelbar vor dem Papstbesuch im Juli anlässlich des so genannten „Weltjugendtags“ der katholischen Kirche. Dann gilt: Die Reichen feiern bei den Armen. Die römisch-katholische Kirche gilt als die reichste Institution der Welt (z. B. hier). Und sie bringt mehrere Hunderttausend jüngere Anhänger aus den reichen Industrieländern mit, die mit dem Flugzeug nach Rio zum Feiern fliegen und wieder zurück; so wie der neue Papst Jorge Bergoglio selbst, der am 24.7.2013 in Rio erwartet wird.
Ein Übergreifen der Unruhen auf den Kirchen-Event konnte dabei lange nicht ausgeschlossen werden. Denn nicht nur die Fußball-WM im Jahr 2014 und die Olympischen Spiele im Jahr 2016, sondern auch die katholische Mega-Veranstaltung kostet Abermillionen, die der Bevölkerung vor Ort fehlen. 160 Millionen Euro soll der Weltjugendtag gekostet haben, gut 50 Millionen Euro davon erwartete die Kirche von „Sponsoren“ (kath.net, 15.1.2013). Derweil ging es zum Beispiel mit den Kliniken, der ärztlichen Versorgung der Bevölkerung und Bildungseinrichtungen wie Schulen immer mehr bergab, obwohl die Steuern immer mehr erhöht wurden und die Lebenshaltungskosten immer mehr steigen. Dadurch werden die meisten Menschen immer ärmer und wütender, weil es für das Notwendigste keine Sponsoren gibt und überall Korruption und Vetternwrtschaft vorherrschen.
Die Wut hätte sich steigern können, wenn Schätzungen bekannt geworden wären, welche Kosten des Weltjugendtages nicht durch die Teilnehmerbeiträge gedeckt waren und ebenfalls der Staat Brasilien übernehmen musste.
Das Beispiel Brasilien zeigt auch, dass mit „Religion und Spielen“ die Bevölkerung nicht mehr so ohne weiteres ruhig gestellt werden kann, wenn das „Brot“ fehlt und überall Ungerechtigkeit und Amigo-Gebaren herrschen. Der enorme „Opium“-Einsatz der Kirche in Rio de Janeiro wird also nicht auf Dauer „funktionieren“ und die Menschen nicht auf Dauer entsprechend umnebeln bzw. im Angesicht eines Papstes in eine religiöse Ablenkungs-Hysterie versetzen können.

14.7.2013 – Der Papst kommt, das Militär marschiert – „Bis zu 12.000 Soldaten und rund 8.000 Polizisten sollen für den Schutz des Kirchenoberhaupts beim Weltjugendtag abgestellt werden, wie die Zeitung «Estado de S. Paulo» (Montag, 1.7.) berichtete. Neben dem Heer wollen sich auch Luftwaffe und Marine an dem Einsatz beteiligen. Zudem solle eine Aufklärungsdrohne den Luftraum über dem Gelände der Abschlussmesse in einem Radius von 250 Kilometern überwachen …  Die Küste vor Rio de Janeiro wird dem Bericht zufolge durch Fregatten und Schnellboote kontrolliert. Im Stadtgebiet ist der Einsatz von rund 300 gepanzerten Fahrzeugen geplant, darunter auch aus Bundeswehrbeständen gekaufte Luftabwehrpanzer.“ (kath.net, 2.7.2013) 
Und so war es dann auch und vermutlich war das nicht alles. Und die Kirche zahlte dafür keine Cent, Brasilien bezahlte.
Um die Jugendlichen besser in ihren Bann ziehen zu können, ließ die Kirche auch ein hochemotionales „Gänsehaut-Video“ produzieren mit Christusstatue, Weltkugel und weiteren gezielten visuellen Botschaften. Darauf sah man allerdings keinen einzigen Panzer und kein Kirchenopfer, und die brutalen und absurden Inhalte sind durch monumentale Musik ersetzt, die davon ablenken, wohin die Reise wirklich geht. Das streng katholische Exorzismus-Opfer Anneliese Michel sprach es einst aus: „Mir macht keiner mehr was vor. Ich weiß jetzt, wo´s hingeht.“

17.7.2013 – Kirche lockte Jugendliche mit Versprechen eines vollständigen Ablasses aus dem Fegefeuer nach Rio – Was für manchen unfassbar scheint, ist „Normalität“ in den vom Katholizismus geprägten Ländern der so genannten aufgeklärten Industrieländern: der Ablass.
Jüngstes Beispiel: Die sogenannte „
Apostolische Pönitentiarie“, der Bußgerichtshof des Vatikans, erklärte im Auftrag des Papstes, allen Teilnehmern des Weltjugendtags in Rio de Janeiro in Brasilien die Leiden des Fegefeuers im Jenseits mithilfe eines vollständigen Ablasses zu erlassen.
Jede andere Gemeinschaft, die behauptet, mit ihrem Kult auf diese Weise den jenseitigen Zustand Verstorbener lenken zu können, würde von staatlichen Stellen und von den Medien als Rattenfängerei verurteilt. Doch ausgerechnet die Priester des Katholizismus (auch die dem Alkohol oder der Pädophilie Zugeneigten), sollen dies können – mit in Deutschland amtlicher Auszeichnung als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“.
Diesen Ablass der Abbüßung von Sündenstrafen im Fegefeuer sollen aber auf Anordnung des Vatikan auch diejenigen erhalten, die den Event über den Twitter-Account des Papstes verfolgen, sofern sie aus einem „legitimen Grund“ nicht nach Rio fliegen konnten. Selbstverständlich müsse natürlich die Beichte, die Hostieneinnahme und papstgemäße Gebete hinzu kommen (http://www.spiegel.de/panorama/twitter-ablass-papst-follower-bleiben-kuerzer-im-fegefeuer-a-911577.html).
Ein Mensch, der noch halbwegs gesunden Menschenverstand hat, kann diesen Wahn nicht mehr beschönigen, weswegen der Papst ja auch erst kürzlich gewarnt hat: „Herr, bewahre uns vor der Versuchung des gesunden Menschenverstands“.

Foto: Fastnachtsfigur eines Ablasshändlers der Kirche im 16. Jahrhundert 

Bild(Wikimedia-Commons Lizenz, Los Angeles, University of California, Library, Coll. 170. Ms. 351, Schembartbuch aus dem Besitz des Sebastian Schedel)


Damit behauptet die römisch-katholische Kirche gleichzeitig, das kosmische Geschehen von Ursache und Wirkung, Aktion und Reaktion bzw. Saat und Ernte mithilfe ihrer Dekrete steuern zu können. In ihren eigenen Bibeln steht jedoch: „Irret euch nicht, Gott lässt Seiner nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.“ (Galaterbrief des Paulus, Kapitel 6) Von einem Ablass steht dort nichts.
Das heißt auch: Das kirchliche Gaukelspiel mit seinen Versprechungen ist im Licht ihrer eigenen Bibel alles andere als harmlos.
Ein besonders skandalöser Aspekt ist dabei, dass der deutsche Staat den Vertretern dieses Kults und ihren evangelischen Talargesellen die Beurteilung über alle anderen religiösen Gemeinschaften überlässt und diesem Blendwerk jährlich auch noch mit Abermilliarden an Euros aus den allgemeinen Steuereinnahmen bezahlt.

Jüngstes Beispiel: Der so genannte „Sektenbericht“ des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg vom 2.5.2013. Dort wird nicht etwa der Ablass-Hokuspokus der römisch-katholischen Kirche kritisiert, sondern alle Gemeinschaften, die den klerikalen Fegefeuer-Zauberern nicht gefallen. In diesem Bericht hebt der Staat mehrfach auch seine Zusammenarbeit mit der Kirche (in Wirklichkeit der faktisch größten Sekte) hervor, und der Chef der Staatskanzlei in Stuttgart lässt wörtlich verlauten:
„Anbei übermittle ich den von der interministeriellen Arbeitsgruppe für Fragen sogenannter Sekten und Psychogruppen erstellten Bericht mit der Bitte um weitere Veranlassung. Dieser ist mit dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft, dem Innenministerium, dem Justizministerium, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren unter Federführung des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport und unter ständiger Beteiligung des Staatsministeriums abgestimmt.“
Das heißt: Nahezu der komplette Staat lässt sich vor den Karren der Ablasskrämer und der Bekämpfung ihrer Konkurrenz spannen. Das aber ist eine verkappte Staatskirche und hat nichts mit der grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit und einer geforderten Gleichbehandlung aller gesetzeskonformen Religionsgemeinschaften in Deutschland zu tun. Das ist staatliche Unterwerfung unter den faulen Ablasszauber wie im Mittelalter, angereichert durch die Milliardensubventionen unserer Zeit.

In diesem „Sekten“-Bericht heißt es dann z. B.:  „Eine unter den Namen ´Ein Mahnmal für Opfer der Kirche` … auftretende Vereinigung hatte 2010 eine Plakataktion gegen die christlichen Kirchen gestartet. Angeblich sollen 400 derartige Plakate aufgestellt worden sein. In Biberach hat sich die katholische Kirchengemeinde gegen das Plakat gewehrt, indem sie ein eigenes Plakat daneben aufgestellt hat.“ (S. 45)
Dabei geht es der Mahnmal-Initiative gerade darum, dass die grausamen Verbrechen der Kirche an Millionen von Opfern eben nicht von „Christen“ durchgeführt wurden, sondern von Vertretern einer Institution, die den Namen Christus bis heute auf das Schändlichste missbraucht. Und dies tat sie auch anlässlich des Weltjugendtages in Rio de Janeiro mit ihrem Fegefeuer-Zauber. Die „Interministerielle Arbeitsgruppe für Fragen sogenannter Sekten und Psychogruppen“ sollte sich endlich einmal damit beschäftigen. Wenn man jedoch die derzeit regierenden Politiker betrachtet, weiß man auch, warum hier noch nichts passiert ist.
Diese Arbeitsgruppe hat die Regierung aus GRÜNEN und SPD zunächst von den CDU/FDP-Vorgängern übernommen. Und dass die Kirche in nahezu allen Parteien ihre Lobby an die Spitze gebracht hat, zeigt auch das Beispiel Baden-Württemberg.

Lesen Sie dazu auch:
Kirche ist nicht christlich – Die Seite zu den Katholikentagen
In jeder Stadt, in jedem Dorf: Ein Mahnmal für die Opfer der Kirche – Beitrag zum Weltjugendtag 2005 in Köln

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