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Monatsarchiv: Juni 2014

100 Jahre 1. Weltkrieg – Papst: „Diesen Krieg hat Luther verloren“ – Parallelen zu heute

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100 Jahre 1. Weltkrieg – Papst: „Diesen Krieg hat Luther verloren“ – Parallelen zu heute

100 Jahre erster Weltkrieg – Papst erklärte damals: „Diesen Krieg hat Luther verloren“ – Zum Kriegsjubiläum ziehen erneut Kriegswolken auf – Parallelen zwischen damals und dem heutigen Ukraine-Konflikt Seit Monaten nun halten die Schuldzuweisungen, Sanktionsdrohungen und Sanktionen des Westens gegenüber der Regierung Russlands im Ukraine-Konflikt an. Nun wurde gar ein Ultimatum ausgesprochen. Was auch immer diese tue, sei entweder falsch oder zu wenig. Nach westlicher Auffassung hat in der Ukraine natürlich der Westen in allem Recht, die Regierung Russlands sieht das jedoch anders. Was jeweils stimmt, ist für den Einzelnen immer schwerer nachzuvollziehen. Offensichtlich ist nur: Es geht um Macht und Einfluss.

Und was das augenblickliche Hochschaukeln des West-Ost-Konflikts betrifft: Wie war das vor 100 Jahren? „Keiner der führenden Männer dieser Zeit hat den Krieg tatsächlich gewollt, sie glitten gewissermaßen hinein“, verteidigte sich der britische Premierminister Lloyd George 1920 nach dem Krieg, was jedoch keinen von seiner Schuld entlastet, was vor allem für die Kriegseinpeitscher im Hintergrund gilt.

„Tag für Tag rangen die Regierungschefs der einzelnen Nationen miteinander. Das diplomatische Wortgefecht eskalierte immer weiter – bis schließlich eine Nation nach der anderen in den Krieg eintrat“, heißt es bei spiegel.de am 28.6.2014.

Beispielhaft dazu eine der maßgeblichen Stationen: Am 28.6.1914 war das Attentat des 19jährigen Gavrilo Princip von der Bewegung „Junges Bosnien“ auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo. Princip und seine Mitstreiter kämpften für ein Ende der Besatzung Bosnien-Herzegowinas durch Österreich-Ungarn, und sie wollten stattdessen einen Anschluss der serbischen Teile Bosniens an Serbien. Ca. vier Wochen später, nachdem sich der Konflikt seither weiter hochgeschaukelt hatte, zwischen dem 23.7. und 25.7., forderte die Regierung Österreichs Serbien in einem 48-Stunden-Ultimatum dazu auf, „alle nationalistischen Aktivitäten sofort zu stoppen, die Schuldigen des Attentats rigoros zu bestrafen und die österreichischen Dienststellen in ihre Vermittlung einzubeziehen“ (http://www.spiegel.de/einestages/attentat-von-sarajevo-bis-erster-weltkrieg-chronik-der-julikrise-1914-a-977611.html).
Ähnlich wie bei den heutigen Ultimaten und Sanktionsdrohungen ging der Attackierte damals auf die Forderungen teilweise bzw. weitgehend ein, aber eben nicht zu 100 %. Serbien wies die Einmischung Österreichs in seine nationalstaatliche Souveränität zurück. „Daraufhin bricht Österreich die diplomatischen Beziehungen zu Serbien ab“, woraufhin Serbien die Armee in Kampfbereitschaft versetzt, woraufhin wiederum Österreich den Krieg beginnt, indem es die serbische Hauptstadt Belgrad angreift.

Obwohl Hunderttausende von Menschen (!!) in Deutschland am 28.7.1914 gegen den drohenden „Beistand“ des Deutschen Reiches für Österreich-Ungarn und gegen den Kriegseintritt Deutschlands auf die Straße gehen, wird von den Regierenden nicht auf das Volk gehört. Es stimmt also nicht, wenn heute manchmal behauptet wird, damals sei eben eine Kriegsstimmung im Land gewesen. Wer aber hat unter vielen Menschen dann tatsächlich eine Kriegsstimmung entfacht? Wer?
Zum Hintergrund: In Deutschland gab es von 1910-1914 eine Kirchenaustrittswelle. Beide Großkirchen lagen am Boden. Dies änderte sich an diesem ersten Tag im August 1914. „Es kam der Tag, da wurden aller Streit, alle Differenzen, unwichtig“, erklärte Barbara Beuys in ihrem Buch Und Wenn die Welt voll Teufel wär. „Wie 1813 und 1870 im Kampf gegen Frankreich funktionierten die evangelischen Kirchen die deutsche Sache um zu Gottes ureigenem Auftrag und erklärten, dass der Segen des Christengottes vor allen anderen auf deutschen Waffen ruhe.“ (S. 495)

Was war genau geschehen? Als nach dem Angriff Österreichs auf Serbien auch Russland seine Armee in Kampfbereitschaft versetzt, stellt Deutschland Russland ein 12-Stunden-Ultimatum, die Mobilmachung zurückzunehmen. Als Russland nicht gehorcht, erklärt an diesem 1. August 1914 Deutschland durch den evangelischen Kaiser Wilhelm II. Russland den Krieg.
Nun ist die Stunde der „großen“ evangelischen Kriegsprediger gekommen (ein typisches Beispiel siehe hier). Der Evangelische Oberkirchenrat in Berlin ließ verkünden: „Mit hoher Freude sehen alle, die unser Volk lieb haben, wie unter der Not des mit ungeheurem Frevelmut uns aufgezwungenen Krieges das religiöse Bedürfnis in unsern Gemeinden erwacht. Gotteshäuser und Gottesdienst füllen sich. Scheinbar erstorbene Glaubensfunken leuchten wieder auf … Unser Volk findet seinen Gott wieder und spricht zu ihm als seinem Hort und seiner Zuflucht.“ (zit. nach Barbara Beuys, Und wenn die Welt voll Teufel wär, S. 495)

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Foto: 1914 – Französische Bauern auf der Flucht – Elend im Namen des Luther-Gottes

Wie wurde der Krieg begründet? Die Vertreter der Habsburger Monarchie in Wien waren nicht bereit, den Konflikt mit Serbien in Verhandlungen zu lösen, sondern forderten nach einseitiger Schuldzuweisung die Unterwerfung des politischen Gegners unter die eigene Sichtweise und die eigenen Bedingungen. Das gleiche geschieht heute seit Monaten im Ukraine-Konflikt. Die USA und die EU weigern sich, die Probleme in Verhandlungen zusammen mit der Regierung Russlands zu lösen, sondern fordern mit Sanktionen und Ultimaten Unterwerfung unter ihre Sichtweise. Nur die „Sünden“ des anderen werden angeprangert, eigene „Sünden“ werden vertuscht oder geleugnet. Oder, wie der Ex-EU-Kommissar und deutsche Politiker Günter Verheugen die Situation beschrieb: „Weil europäische politische Eliten nur noch in Kategorien wie prorussisch und proeuropäisch denken konnten und den Konflikt statt den Dialog mit Russland bevorzugten, haben sie die schwerste Krise in Europa in diesem Jahrhundert mit ausgelöst. Ein Gutteil der Verantwortung dafür liegt in Berlin.“ (spiegel.de, 19.5.2014)

Konflikt statt Dialog prägte auch 1914, und Vergleichbares geht immer Kriegen voraus. Damals erhob die Evangelische Kirche das Deutsche Kaiserreich zum Richter, „um Gottes Gericht über England, Frankreich und Russland zu bringen“. „Der Krieg sei vom ´heiligstem christlichem Interesse`, verkündete 1914 das ´Korrespondenzblatt` für die evangelisch-lutherischen Geistlichen in Bayern“ (Evangelisches Sonntagsblatt für Bayern Nr. 46/2008).
Heute erheben sich die westlichen Mächte zum Richter über die Regierung Russlands und deren Machtinteressen, sprechen sich selbst jedoch von aller Schuld frei und verbergen ihre eigenen Machtinteressen.
Auch die Streitpunkte damals und heute kann man einmal nebeneinander stellen: So wie vor 100 Jahren bosnische „Separatisten“ einen Anschluss Bosniens an Serbien wollten, so wollten heute ukrainische „Separatisten“ einen Anschluss ost-ukrainischer Provinzen an Russland. Und wie Österreich und Deutschland damals Serbien für das Attentat von serbenfreundlichen Bosniern verantwortlich gemacht haben, so wird heute vom Westen Russland für den Aufstand russlandfreundlicher Ost-Ukrainer verantwortlich gemacht. Und noch eine weitere Parallele: Die heutige West-Ukraine gehörte damals zur Habsburger Monarchie Österreich-Ungarn, die in dieser Zeit auch Bosnien besetzt hielt und die mit dem Angriff auf Belgrad den 1. Weltkrieg begann. Es stehen sich also heute teilweise ähnliche West-Ost-Macht-Traditionen gegenüber wie beim Ausbruch des 1. Weltkriegs.

Und wie reagierte damals der Vatikan? Papst Benedikt XV. widersprach der lutherischen Kriegseuphorie in Deutschland nicht, da der Papst auf allen Seiten taktierte. So hetzte das Papsttum durch seine Militärpriester Katholiken auf allen Seiten der Front mordend aufeinander los. Nach Kriegsende galt Benedikt XV. dann als „Kriegsgewinnler“, da er immer rechtzeitig auf der Seite der gerade militärisch „Siegenden“ stand, und er ließ schließlich verkünden: „Diesen Krieg hat Luther verloren(zit. nach Karlheinz Deschner, Opus Diaboli, S. 151), womit er nicht ganz Unrecht hatte. Was von Deutschland aus zum 400-jährigen Reformationsjubiläum (1517-1917) zur bisher blutigsten Machtdemonstration des Luthertums hat werden sollen, endete mit der militärischen Niederlage. „Nicht wenige Pfarrer glaubten, mit solchem kriegerischen Eifer in den Fußstapfen Martin Luthers zu wandeln … Ja, er schrieb, dass in einem solchen Fall ´Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und Krieg führt`(Barbara Beuys, a.a.O., S. 498). Doch der Gott Martin Luthers musste nach unzähligen Blutbädern und 17 Millionen Kriegsopfern und unermesslichem Leid schließlich kapitulieren. Am 11.11.1918 wurde ein Waffenstillstand unterzeichnet, nachdem der evangelische Kaiser am Tag zuvor, an Luthers Geburtstag, in die Niederlande geflohen war.

BildFoto: Martin Luther nach einem Gemälde von Lucas Cranach – Die evangelische Kirche hat nach dem Dreißigjährigen Krieg, dem Krieg gegen Napoleon und dem Deutsch-Französischen Krieg auch den 1. Weltkrieg mit Luthers Lehren begründet und gerechtfertigt. Luther selbst erklärte: „Prediger sind die allergrößten Totschläger. Denn sie ermahnen die Obrigkeit, dass sie entschlossen ihres Amtes walte und die Schädlinge [also Kriegsgegner und innenpolitische Gegner der Regierung] bestrafe“ (Weimarer Ausgabe der Lutherschriften 3, 75). Auch die Judenverfolgungen im Dritten Reich entsprechen zu einem großen Teil den Forderungen Martin Luthers. Im 21. Jahrhundert möchte die Lutherkirche ihren Gründervater zum 500-jährigen Reformationsjubiläum wieder feiern, nachdem das 400-jährige Reformationsjubiläum 1917 bereits durch die in die „Defensive“ gedrängten deutschen Heere „belastet“ war.

In der Ukraine ist jedoch noch nicht bekannt, wohin das Kräftemessen der heutigen Politiker alles noch führt. Vor 100 Jahren wurden nach der Kriegserklärung von Deutschland an Russland unter anderem auch England, Frankreich, das Osmanische Reich und später die USA in den Krieg hinein gezogen. Durch die mögliche Erklärung eines „Nato-Bündnisfalls“ in unserer Zeit droht ein noch schwer wiegenderer Domino-Effekt von Kriegseintritten wie vor 100 Jahren. Denn damals gab es noch keinen solchen automatischen „Bündnisfall“. Wenn es dann aber eines Tages wieder einmal heißen sollte „Keiner der führenden Männer und Frauen dieser Zeit hat den Krieg wirklich gewollt, sie glitten gewissermaßen hinein“, dann wird das jetzt schon vorsorglich als Heuchelei zurück gewiesen.

Nun jährt sich also der Beginn des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren, und passend dazu tritt Deutschland auch in ein neues „Kampfzeitalter“ ein. Der preußisch-lutherische Pfarrer und Präsident Joachim Gauck fordert, die militärische Zurückhaltung Deutschlands der letzten Jahrzehnte weltweit aufzugeben und die preußisch-lutherische Pfarrerstochter und Kanzlerin Angela Merkel hat nicht widersprochen. Und die preußisch-lutherische Militärministerin Ursula von der Leyen möchte jetzt sogar Kampfdrohnen für die Bundeswehr anschaffen wie die USA. Die Frontfrau der Bundeswehr nennt sich „christlich“ und ist Mitglied der „christlich-demokratischen“ CDU-Regierung. Doch was hat nun auch die Anschaffung von Kampfdrohnen mit „christlich“ zu tun?
Vor allem der ungeheure Missbrauch des Namens Christus zählt heute schon seit langer Zeit zu den Fakten. Der 1. Weltkrieg wurde vor allem in Deutschland auf niederträchtige Art mit Christus begründet.
Und heute wird im Namen von Christus vor allem durch Parteien mit dem Buchstaben „C“ im Namen weiterhin mit Waffen gedroht, gehandelt und geschossen, wie zu allen Zeiten der Kirchengeschichte. Alle einflussreichen westlichen Politiker sind heute katholisch oder evangelisch (die Regierenden der USA vor allem katholisch, die Regierenden Deutschlands vor allem evangelisch), die einflussreichen Politiker Russlands und die so genannten „Separatisten“ der Ost-Ukraine sind orthodox. „Christlich“ nennen sie sich alle, doch mit Christus hat das alles, was geschieht, nichts zu tun.
Es tobt bereits ein neuer geistiger Krieg der Kirche gegen Christus, indem man sein Werk einmal mehr ins Gegenteil zu verkehren versucht. Denn Jesus, der Christus, lehrte, einem möglichen Gegner Gutes zu tun; nicht, ihm mit Ultimaten, Sanktionen oder gar „Militärschlägen“ zu drohen, wie es in den letzten Jahrzehnten mehrfach geschah. Demgegenüber wird die Friedensbotschaft des Christus von den Institutionen Kirche und den führenden Politikern mehr oder weniger als „Utopie“ verspottet. Die Folgen haben sich vor 100 Jahren gezeigt. Und sie werden sich auch in Zukunft zeigen.


Der Theologe aktuell – Juni 2014

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28.6.2014 – 100 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkriegs – Parallelen zwischen damals und heutehttp://www.theologe.de/theologe6.htm#Ausbruch_des_ersten_Weltkriegs

28.8.2014 – Syrien: Scheinheiliger Papst-Aufruf an Waffenlieferanten? Katholiken und Protestanten in der US-Regierung stellen den Aufständischen neue halbe Milliarde zur Verfügung, wodurch sie den Krieg fortsetzen können – http://www.theologe.de/theologe6.htm#USA_unterstuetzen_Aufstaendische_in_Syrien

27.6.2014 – Evangelischer Militärseelsorger wirft Jesus indirekt vor „Selbsgerechtigkeit triefende Hybris“ vorhttp://www.theologe.de/theologe6.htm#Militaerpfarrer_wirft_Jesus_Hybris_vor

24.6.2014 – Die wissenschaftliche Studie „Die dunkle Seite des Reformators“ von Christian Pfeifer, Direktor des Kriminologischen Instituts Niedersachsen e.V., ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zum Reformationsjubiläums-Jahr 2017: Wie die lutherische Kirche über Jahrhunderte der Judenvernichtung der NS-Diktatur den Boden bereitete. Dr. Christian Pfeifer plädiert für eine ehrliche Aufarbeitung statt fortgesetzter Beschönigung und Verschweigen. Vielen „eisernen“ Lutheranern ist seine Studie bereits jetzt ein Dorn im Auge, und sie reagierten mit den „üblichen“ Rechtfertigungen und Geschichtsverbiegungen.
http://www.cicero.de/berliner-republik/luther-judenfeind-die-dunkle-seite-des-reformators/57603

Siehe auch http://www.theologe.de/500-jahre_reformation_jubilaeum_2017.htm#Dunkle_Seite

21.6.2014taeuschung_aus_dem_vatikan_2 – Der Theologe Nr. 70 – Die Täuschung aus dem Vatikan: Wenn ein Papst sich Franziskus nennt jetzt auch gratis als Druckschrift. Bei Bestellung mehrerer Hefte bitten wir um einen Selbstkostenbeitrag von 0,50 € pro Heft – Der Theologe Nr. 70 online unter http://www.theologe.de/papst_bergoglio_franziskus_taeuschung.htm

19.6.2014 – Der Pastoren-Präsident Gauck rief dazu auf, dass Deutschland öfter zu den Waffen greifen solle als früher. Der ehemalige CDU-Abgeordnete Jürgen Todenhöfer, Spiegel-Redakteur Jakob Augstein und viele andere erinnern sich in diesem Zusammenhang an die Kriegs- und Militäraufrufe der deutschen Pfarrer im 20. Jahrhundert. Jügen Todenhöfer weist z. B. auf den Militärpfarrer Adolf Schettler hin. Lesen Sie dazu: Wie evangelische Pfarrer die Soldaten in den 1. Weltkrieg triebenhttp://www.theologe.de/theologe6.htm#Pfarrer_trieben_Soldaten_in_Weltkrieg

19.6.2014 – Einmal im Jahr, 2014 am 19. Juni, ist „Fronleichnam“, das „Leichenfest“ des Katholizismus. Anlässlich der blutigen Ausrottung der „Ketzer“ behauptet die Kirche seit 1264, den ermordeten „Leib“ von Jesus zu feiern – http://www.theologe.de/eucharistie_abendmahl.htm#Fronleichnam

18.6.2014 – „Enthautpung des Gottesvolkes“ – Schwerste Vorwürfe des heutigen Papstes gegen Martin Luther – neues Buch ein „Schock“ für die Ökumene-Anhängerhttp://www.theologe.de/500-jahre_reformation_jubilaeum_2017.htm#Buch_von_Jorge-Bergoglio

16.6.2014 – Die Stadt, in der die Steine schreien – Stadtführung in Würzburg – Auf den Spuren der Opfer der Kirche und der „hoch geehrten“ Täter –

16.6.2014 – Irak-Krieg nach Gebeten zu „Gott“ – Mit welchem Gott sprachen Tony Blair und George W. Bush? Dieser „Gott“ lässt sich nicht „lumpen“, doch wann fordert er die geliehene Energie zurück? http://www.theologe.de/theologe6.htm#Tony-Blair

14.6.2014 – Es geht wieder los – Pfarrer Gauck: „Manchmal muss man zur Waffen greifen …“http://www.theologe.de/theologe6.htm#Gauck

14.6.2014 – Die Ablenkung des Volkes mit „Brot und Spielen“ bzw. „Religion und Spielen“ funktioniert in Brasilien nicht mehr – Ausnahmezustand wg. Hochwasser im Fußball-WM-Spielort Manaus im Norden und im Umfeld des WM-Spielorts Curitiba im Süden. Dort gab es bereits unmittelbar vor WM-Beginn acht Hochwasser-Tote, und statt sich auf die Spiele in ihrer Stadt zu „freuen“, wurden 2000 Menschen vorerst evakuiert. „Höchster Wasserstand der Geschichte“, „36-fache Fließmenge des Normalen“, 500.000 Menschen bedroht, 33.000 evakuiert, weitere Tote, doch die Spiele Iran-Nigeria und Spanien-Australien sind noch nicht gefährdet.
http://www.spiegel.de/…/ueberschwemmungen-in-brasilien…

Im WM-Spielort Sao Paulo führte der U-Bahn-Streik zu einem 344 km langen Stau auf der Straße, und es gibt gewalttätige Anti-WM-Proteste. Auch in Rio, Salvador da Bahia und Brasilia.
Astronomische Siegprämien für die Fußball-Gladiatoren, Armut und Elend für das Volk, und überall auf der Welt öffnet sich die Schere zwischen Superreich und Bitterarm weiter.
Andernorts stimmen Oligarchen und andere Mächtige ihr „Kriegsgeschrei“ um die Macht an oder rufen antichristlich nach „Rache“ und „Vergeltung“, wobei sie kaum Rücksicht darauf nehmen, was das „Volk“ will. Und beim Schachern um Territorien bleiben die Grundbedürfnisse der einfachen Bevölkerung weitgehend auf der Strecke und die knappen Mittel werden der Bevölkerung für Krieg und Hochrüstung entzogen.
PS: Die nächsten geplanten Fußball-WMs 2018 in Russland und 2022 in Katar erscheinen ohnehin fraglich.
Die Regierung in Brasilien hatte eigens den deutsche Kampf-Panzer Gepard angeschafft, um bei Unruhen aus der Bevölkerung durchgreifen zu können.
http://www.theologe.de/theologe6.htm#Panzer_fuer_Weltjugendtag

Erst allmählich sickert durch, warum die Wut hier und da so groß ist. Ein Beispiel: „Über 250.000 Brasilianer seien für den Bau von Stadien und Verkehrswegen aus ihren Häusern vertrieben und zwangsumgesiedelt worden, manche an die Stadtränder, wo es keine Arbeit gebe“ (idea.de, 13.6.2014).

8.6.2014 – Die Pfingstbotschaft: Deutsche lutherische Militärministerin fordert neue Runde der Hochrüstunghttp://www.theologe.de/theologe6.htm#Militaerministerin_fordert_mehr_Ruestung

7.6.2014 – Immer neue Details – Baby-Vernichtungsanstalt der Kirche in Irland bis 1961http://www.theologe.de/schwarzbuch_katholische-kirche.htm#Baby-Vernichtungsanstalt

5.6. / 9.6.2014 – Kirche contra Pfingsten: „Löscht den Heiligen Geist aus!“ – Was ist die wirkliche Bedeutung des Pfingstfestes? Alle Jahre wieder im Mai oder Juni wird das Pfingstfest gefeiert, und im Kalender stehen Pfingstsamstag, Pfingstsonntag und Pfingstmontag. Worauf werden diese Feiertage zurück geführt? Die Institutionen Kirche behaupten, das in der Apostelgeschichte der Bibel in Kapitel 2 beschriebene Pfingstgeschehen wäre ihre „Geburtsstunde“, und sie feiern deshalb das „Fest des Heiligen Geistes“. Diese Behauptung ist der Versuch einer Vereinnahmung eines großen Geschehens im Urchristentum, das mit den sich später heraus bildenden Institutionen Kirche jedoch nichts zu tun hat. Doch was ist dann die Bedeutung von Pfingsten? Was wird dazu überliefert? Und was ist damals genau passiert?
In der Apostelgeschichte wird das Ereignis, das von manchen Skeptikern angezweifelt wird, mit den Worten eingeleitet: „Als der 50. Tag gekommen war“. Gemeint ist der 50. Tag nach dem jüdischen Pesachfest = Passahfest, an dem das Fest Schawuot, auch „Wochenfest“ genannt, gefeiert wird. Es gilt als erstes Erntedankfest, weil kurz zuvor im Mittelmeerraum bereits die ersten Früchte geerntet worden sind. Das in der Bibel gebrauchte griechische Wort „Pentekoste“ = „der Fünfzigste“ wird im Deutschen nun mit „Pfingsten“ übersetzt = der „50. Tag“. Und da die Christenheit später das jüdische Pesach- = Passahfest durch ihr Osterfest ersetzte, bedeutet das Wort „Pfingsten“ von der Wortbedeutung her schlicht „50. Tag nach Ostern“.

Die Behauptung, dies sei die Geburtsstunde der Kirche gewesen, zählt dabei zu den großen Irreführungen der Kirchengeschichte. Die Kirche hat in Wirklichkeit immer wieder zunichte gemacht, was zu „Pfingsten“ aufgebrochen war. Denn vergleicht man das, was am „Pfingstfest“ als „Ausgießung des Heiligen Geistes“ beschrieben ist, mit Geschichte und Gegenwart der abendländischen Groß-Institutionen, dann ist kaum ein größerer Gegensatz vorstellbar: Damals das machtvolle Wirken des Gottesgeistes, in den folgenden Jahrhunderten eine erstarrte Priester- und Pfarrerhierarchie, die den Namen Christus für ihre Zwecke missbraucht und den Gottesgeist immer wieder zum Schweigen gebracht hat.
Unzählige Männer und Frauen des freien Geistes, urchristliche Prophetinnen und Propheten, durch die der Christus-Gottes-Geist sprechen konnte, oder kritische Zeitgenossen wurden über Hunderte von Jahren in den kirchlichen Folterkellern oder auf Scheiterhaufen gequält und getötet (vgl. hier). Und in unserer Zeit sind es moderne kirchliche Inquisitoren, so genannte „Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte“, die damit beauftragt sind, den „Geist“ dem Kirchen-Dogma zu 100 % unterzuordnen und zu unterwerfen. Und führt dieser Vereinnahmungsversuch dabei nicht zum gewünschten Ergebnis, wird das Wirken des Geistes bekämpft wie zu allen Zeiten, nur eben mit den Methoden unserer Zeit, z. B. mithilfe des Rufmord-Begriffs „Sekte“.
Für die Kirche ist „Heiliger Geist“ eine von vermeintlich drei „Personen“ der Gottheit (Vater, Sohn und Heiliger Geist), woraus die Theologen eine Lehre der Dreieinigkeit konstruierten.

Und die Aufgabe der urchristlichen Propheten sei laut Kirchenlehre angeblich auf die Priester der römisch-katholischen Kirche übergegangen.
So heißt es z. B. in der Vatikan-Verlautbarung Kongregation für den Klerus aus dem Jahr 1994: Es sei angeblich der „Heilige Geist, der dem Priester in der Priesterweihe die prophetische Aufgabe überträgt“.
Der Prophet sei also in unserer Zeit der Priester. Damit werden echte Gottespropheten, durch die der lebendige Christus-Gottesgeist wirken und auch sprechen kann, von der Kirche bereits von vorne herein ausgeschaltet und durch kirchliche Priester ersetzt. In der Bibel der Kirchen steht aber etwas ganz anderes. Dort lehrte Jesus, den echten vom falschen Propheten zu unterscheiden. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matthäus 7, 16), so das Kriterium.
Vergleicht man dazu das Wirken der Priester, denen der Heilige Geist angeblich die prophetische Aufgabe übertragen haben soll, dann ist es nicht schwer, mithilfe des Maßstabs von Jesus von Nazareth den falschen Propheten zu entlarven, der seit Jahrhunderten sein Unwesen treibt. Kirchengeschichte kann geradezu verstanden werden als das sich stets wiederholende Bestreben, den Geist Gottes auszulöschen. „Löscht den Geist aus“ kann geradezu als tiefste Triebfeder kirchlichen Handelns verstanden werden, wenn man all das Leid auf sich wirken lässt, das durch priesterliche Intoleranz, Hexenverbrennungen, Kreuzzüge, angeblich gerechte Kriege, Kindsmisshandlungen, Finanzskandale und seelische Grausamkeiten in die Welt gekommen ist.

„Löscht den Geist“ aus, das war und ist also immer das kirchliche Losungswort, während man gleichzeitig das Pfingstgeschehen vor nahezu 2000 Jahren vereinnahmt und dort die eigene „Geburt“ hinein konstruieren möchte. In Wirklichkeit ist man nur der Abkömmling derer, die damals vor ca. 2000 Jahren das Treffen der Nachfolger von Jesus in Jerusalem beargwöhnten, die damaligen Priester.
Der Kampf gegen den Gottesgeist charakterisiert dabei auch die Entstehung der evangelischen Staatskirchen von Anfang an. So setzte der „Reformator“ Martin Luther beispielsweise alles daran, eine durch die Zwickauer Propheten in Deutschland ins Leben gerufene urchristliche Bewegung zu vernichten und die Menschen in ein Staatskirchentum neuer Prägung zu zwängen, in welchem nur die Hierarchien ausgewechselt wurden: statt Papst nun Landesfürst. Und vor allem in der Schweiz wurden durch das Wirken der „Reformatoren“ Huldreich Zwingli und Johannes Calvin Hunderte von aufrechten Urchristen auf das Schrecklichste gefoltert und hingerichtet.

Für einen Einblick in das, was damals vor ca. 2000 Jahren an Pfingsten geschah, hier eine Auswahl einiger Absätze aus mehreren Quellen zum Vergleich: Aus der Bibel (1) und einem apokryphen antiken Evangelium, dem Evangelium Jesu, auch Evangelium der Zwölf, Evangelium der Heiligen Zwölf oder Evangelium des vollkommenen Lebens genannt, das 1902 durch Neuoffenbarung wieder bekannt wurde (2); und im Anschluss daran einige Erklärungen dazu aus dem Werk Das ist Mein Wort – Alpha und Omega. Die Christusoffenbarung, welche inzwischen die wahren Christen in aller Welt kennen aus dem Jahr 1989 (3). Es folgen Hinweise zur Deutung des Pfingstfestes durch so genannte „Pfingstkirchen“, die einen Missbrauch anderer Art darstellen (4), sowie eine Erklärung dafür, was vor 2000 Jahren tatsächlich geschah (5), verbunden mit der Warnung vor okkulten Praktiken (6); anschließend eine Entdeckung einer Kulturwissenschaftlerin mit symbolischer Bedeutung (7) und eine kurze Zusammenfassung der Bedeutung von Pfingsten (8). Am Ende dieser kleinen Studie wird erklärt, wie bereits im Alten Testament die Menschen durch eine Fälschung der Zehn Gebote in die Irre geführt wurden (9) und wie der Gottesgeist durch Petrus eine geistige Kampfansage an die damaligen Religionsführer richtete, die auch im Hinblick auf die heutigen Religionsführer verschiedener Religionen von Bedeutung ist (10).
Wir raten dabei jedem interessierten Leser, beim Lesen vor allem das bekannte Wort aus dem Roman Der kleine Prinz zu berücksichtigen, welches lautet: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“

So weit die Einleitung von Der Theologe Nr. 74 – Möchten Sie die ganze Ausgabe lesen, siehe http://www.theologe.de/pfingsten.htm

3.6.2014 – Arsen gelangt vom Bahnhof Lindau in den Trinkwasserspeicher Bodensee – Doch Bahn und Behörden lassen es laufenhttp://www.theologe.de/tiere_kirche.htm#Bahnhof_Lindau

1.6.2014 – Wer hat die Germanen „missioniert“?http://www.theologe.de/freiechristen1.htm#Germanen
Statt mächtige Tempel zu bauen, begnügten sie sich mit Hainen und Wäldern als heilige Orte. Doch wer hat sie „missioniert“? Wer?

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