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„Blutreliquie“ des Papstes gestohlen – Katholizismus und Satanismus

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27.1. / 29.1.2014 – Kurz vor geplanter „Heiligsprechung“ – Blutreliquie von Papst Johannes Paul II. in Italien gestohlen – Am 27.4.2014 soll der schon „selig“ gesprochene Papst Karol Wojtyla auch „heilig“ gesprochen werden. Das bedeutet auch, dass der rituelle „Wert“ von drei kirchlich „anerkannten“ Blut-Reliquien des verstorbenen Kirchenführers noch einmal erheblich ansteigen wird. Eine davon wurde in der Kapelle San Pietro della Ienca in dem Gebirgszug der Abruzzen in Italien verehrt, und sie trug die Aufschrift: „Ex Sanguine Beati Joannis Pauli II. Papae“ (= Ex-Blut des seligen Papstes Johannes Paul II).
In der Nacht vom 25. auf den 26. Januar 2014 wurde dieses Blut jedoch entwendet. Bezeichnenderweise sind katholische Reliquien vor allem in Satanisten-Kreisen sehr begehrt, und hier kann man auch einmal fragen: Warum wohl? Gilt hier nicht vielleicht auch der Grundsatz „Gleiches zieht zu Gleichem“?

Während zunächst berichtet wurde, es handelte sich um eine Ampulle mit Blut, das dem verstorbenen Papst einst zu Lebzeiten von einem Arzt abgenommen worden war, änderten italienische Zeitungen später die Meldung und schrieben nun, es sei anscheinend ein Stück vom cremefarbenen Kleid des Papstes gewesen, das dieser bei dem Attentat im Jahr 1981 getragen habe und das nach dem Schuss, der den Papst verletzt hatte, Blutflecken hatte. Wie aus einem Beweisstück bei einem Verbrechen eine Reliquie wurde oder geworden sein soll, wird jedoch nicht berichtet. Mehr zu den so genannten Blutreliquien des verstorbenen Kirchenführers siehe hier.

An dieser Stelle kann auch an Folgendes erinnert werden: Das abnorme Trinken von Blut gehört zu den großen Gemeinsamkeiten von Katholizismus und Vampirismus. Der Unterschied besteht hauptsächlich darin, dass beim Vampirismus das Blut eindeutig echt ist, während der Katholizismus nur – bei Androhung ewiger Hölle an Zweifler – behauptet, dass es sich bei seinem Kult ebenfalls um „reales“ echtes Blut handle und nicht nur um Wein, der symbolisch als Blut gedeutet würde.


Angeblich sei das Blut im Katholizismus vor allem das Blut von Jesus, doch wird Jesus hierbei nur übel missbraucht, denn er hat niemals einen solchen Kult eingesetzt, sondern sprach beim Mahl mit seinen Jüngern symbolisch von seinem „Blut“, das er dann tags darauf bei seiner furchtbaren Hinrichtung real vergoss.
In späterer Zeit fügte der Katholizismus seinem Kult immer mehr reale Blutreliquien wie diejenigen von Papst Wojtyla hinzu, und er schlug damit weitere geistige Brücken zu den Vampir-Kulten, womit er auch die geistige Verwandtschaft bezeugte. Denn von der Verehrung echten Blutes ist es nur noch ein einziger Schritt, um dieses Blut dann auch zu trinken – sei es das Blut aus einer Ampulle oder indem man Blut aus einem Kleidungsstück heraus wäscht und ebenfalls trinkt. Und so werden die Diebe auch in Satanisten-Kreisen vermutet.
Blutkulte stehen oft auch in Verbindung mit äußerer Gewalt oder gar Gewaltherrscharten. Und wenn beispielsweise durch Tötungen, Morde und Kriege unzählig viel Blut vergossen wurde, dann heißt es manchmal, die Täter seien „trunken von Blut“; so, als ob sie Blut getrunken hätten. Das eindringlichste Beispiel für eine solche grausame Verbrechensgeschichte ist die Kirchengeschichte und dort wird von den Verantwortlichen parallel dazu im Kult seit Jahrhunderten zusätzlich noch Blut getrunken (vgl. dazu entsprechende Bibelstellen in der Offenbarung des Johannes).


So mancher Zeitgenosse versteht jedoch den enormen Aufwand nicht, den die Polizei in Italien betreibt, um die Reliquie wieder in die Hände zu bekommen. 50 Polizisten wurden eigens für einen Suchtrupp abgeordnet, falls die Ampulle bzw. das blutgetränkte Stoffstück z. B. in der Nähe ihres letzten Aufbewahrungsortes weggeworfen worden wäre.

Verständlicher wird die Aufregung, wenn man weiß, dass das blutverschmierte Stoffstück einen Gläubigen-Boom in der Region ausgelöst hatte: „Dank der Reliquie und der vielen Pilger, die daraufhin zur Kirche San Pietro della Ienca anreisten, konnten das ziemlich heruntergekommene Gotteshaus und einige verfallene Häuser in der Umgebung von Grund auf restauriert werden“ (stuttgarter-nachrichten.de, 29.1.2014).  Und ohne Blut würde die sprudelnde Einnahmequelle für die Kirche wieder versiegen.
Als mögliche Verdächtiger für den Diebstahl kommen übrigens auch Häscher des Vatikan in Frage. Ein andauernder Streit zwischen dem Erzbischof und der Kurie in Rom einerseits und der Gläubigen-Vereinigung „San Pietro della Ienca“ andererseits wurde im Herbst 2013 am „Heiligtum“ so massiv ausgefochten, dass die italienische Polizei einschreiten musste, um den Konflikt einzudämmen (stuttgarter-nachrichten.de, 29.1.2014).
Dass man überhaupt mit einem schmutzigen Stück Stoff einträgliche Pilgerströme herbei führen kann, liegt an der katholischen Lehre: In dem offiziellen römisch-katholischen Lehrbuch Der Glaube der Kirche wird zu den Reliquien als bis heute verbindliche Kirchenlehre dokumentiert: „Zu verurteilen ist es deshalb, wenn Leute behaupten, man schulde den Reliquien der Heiligen keine Verehrung, keinen Ehrenerweis, oder es sei unnütz … Sie hat die Kirche schon verurteilt und verurteilt sie jetzt aufs Neue.“ (Randnummer 475) Dieser Lehrsatz wurde auf dem Tridentinischen Konzil 1563 verabschiedet und ist unveränderbar zu glauben.

Das heißt dann praktisch: Nicht die Bluträuber würden laut Kirche später in eine angeblich ewige Hölle kommen – vorausgesetzt, sie würden das Diebesgut kirchlich korrekt verehren. Sondern wer sich über diesen Kult lustig macht oder ihn ablehnt, wird kirchlich entsprechend verurteilt. Da nützt es überhaupt nichts, wenn man dem Reliquienkult nicht befürwortet und offiziell Katholik bleibt. Die Betroffenen werden in eine angeblich ewige Hölle verurteilt, auch wenn sie sich zeitlebens als „Katholiken“ bezeichnen und Kirchensteuer zahlen.
Und so sagte auch der neue Papst Jorge Bergoglio in seiner ersten „Enzyklika“ unmissverständlich: „Da der Glaube einer ist, muss er in seiner ganzen Reinheit und Unversehrtheit bekannt werden. Gerade weil alle Glaubensartikel in Einheit verbunden sind, kommt die Leugnung eines von ihnen, selbst von denen, die weniger wichtig erscheinen, der Beschädigung aller gleich.(„Lumen fidei“ 2013, Abs. 48)

Die Nachricht wurde auch veröffentlicht in „Der Theologe Nr. 62“ unter http://www.theologe.de/reliquien_reliquienverehrung.htm#Papst-Reliquie_gestohlen

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